Münster feiert sechste River Night

Musik an der Gersprenz

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Peter Maffay oder Reiner Vogl? Zumindest stimmlich gibt es keinen Unterschied zwischen dem Cover-Sänger und dem Original.

Münster - Die „River Night“ zählt zu den beliebtesten Veranstaltungen des Jahres. Am Samstag war es wieder soweit: In fünf Lokationen und das zum sechsten Mal war Livemusik angesagt. Bis in die Morgenstunden feierten und tanzten Musikbegeisterte unweit der Gersprenz. Von Michael Just

„Und wenn ich geh, geht nur ein Teil von mir. Und gehst du, bleibt deine Wärme hier“ – das sind Zeilen aus dem Lied „So bist du“ von Peter Maffay“ aus dem Jahre 1984. Am Samstagabend war die deutsche Rocklegende im „Minsdere Pilsschtibbche“ zugegen – wenn auch nicht persönlich. Reiner Vogl, Deutschlands bester Cover-Sänger von Peter-Maffay-Stücken, bot dem Publikum unzählige Ohrwürmer zum Mitsingen und das Schwelgen im Schlagerhimmel an. Optisch kommt der Hanauer nicht ganz an den bekannten Sänger heran. Stattdessen verfügt „Reiner the Voice“ auf nahezu unglaubliche Weise über dieselbe Stimme wie sein Vorbild.

Anders als vielleicht vermutet ist „Maffay zwei“ dem Original noch nicht allzu oft begegnet: „Das war vor 30 Jahren nur einmal der Fall und so kurz wie unbedeutend – er weiß, dass es mich gibt“, sagte Vogl. „Wichtig ist ihm, dass am Originaltext nichts verändert wird. Daran halte ich mich“. Anders bei der Melodie: Diese ist schneller und auf Disco getrimmt.

Das kam auch in Münster gut an, denn die meisten Besucher der River Night wollten einen schwungvollen Abend genießen. Die Voraussetzungen dafür waren gut: „The Boombusters“ spielten im Wanderheim, „Rediostix“ bei den Anglern, die „Can-Gurus“ in der Langsmühle sowie „Daisy und die Panzerknacker“ beim Verein Radsport. Bis auf die Angler behielten alle Veranstaltungsorte ihre Interpreten aus dem Vorjahr aufgrund der positiven Rückmeldung bei. Die Angler wechselten ihren Gast, da nach fünf Auftritten von „The Pins“ mal was Neues kommen sollte. „Die Ansicht haben sie sogar selbst vertreten und dann sogar Bands vorgeschlagen“, erzählte Vorsitzender Jan Haus. Da die meisten Vereinsheime nicht riesig sind, wurde es hier und da etwas lauter als von einigen Besuchern gewohnt. Vor allem bei den Wanderern regte das zum Schmunzeln an: ob man damit das eher gesetzte Publikum des Vereins erreicht? Vorsitzende Karin Mathy entgegnete diesen Bedenken mit einem Schmunzeln: „Wir dürfen auch mal was anderes bieten und machen.“ Beim Verein Radsport sah man das genauso. Hier bot man zu Beginn der River Night Swing-Musik. Danach wurde es mit „Rabaz“ und „The Boombusters“ immer rockiger. „Wir haben eine große Halle, da kanns auch mal lauter zugehen“, sagte Vorstandsmitglied Frank Hoffmann.

Das Publikum umfasste am Wochenende erneut alle Altersgruppen. Von 20 bis 80 ging die Spanne rauf. Das Gros gehörte dem jung Gebliebenen zwischen 35 und 50 Jahren an. „Can-Gurus“-Mitglied Sue Ferrers, die in der Langsmühle spielten, hob den Altersdurchschnitt an: Mit der 80-Jährigen kamen noch weitere ältere Bewohner aus der Nachbarschaft. „Einige haben zu mir gesagt, sie wollen gar nicht wandern, sondern nur bei uns bleiben“, berichtete die Band. Dieser Vorsatz entsprach zwar nicht ganz der Idee der River Night, war aber in Anbetracht des Alters und der Musik der „Can-Gurus“ zu verstehen. Denn von ihren Folk-Songs, denen sie manchmal noch eine karibische oder afrikanische Note einfügten, geht ein musikalischer Zauber und Hörgenuss aus. Ein fetziger Geigeneinsatz von Sue Ferrers setzte dem noch das i-Tüpfelchen auf. Die „Can-Gurus“ hatten vor dem Auftritt die Hiobs-Botschaft erhalten, dass Schlagzeugerin Carmen Knöll von einem Magen-Darm-Virus geplagt wurde und vielleicht nicht auftreten könne. Die Musikerin bewältigte dann aber doch den mehrstündigen Auftritt. Das regnerische Wetter und die immer noch grassierende Grippewelle war wohl der Grund, dass die River Night diesmal ein wenig schleppend anlief. Im Verlauf des Abends änderte sich das hin zur gemütlichen Enge. So war bei den Anglern zwischen 22 Uhr und Mitternacht kaum noch ein Durchkommen. Machte die Band Pause, zog ein Teil des Publikums weiter.

Der bekannt gute Zuspruch der Veranstaltung hatte den Verein Radsport dazu bewegt, sicherheitshalber mehr Bier zu kaufen als sonst. Nach eher verhaltenem Beginn ging der Gerstensaft ordentlich weg. Wie Frank Hoffmann vom Organisationsteam sagte, mache es nichts aus, mehr Bier im Lager zu haben: „Dann bleibt wenigstens für die Helfer beim Abbau auch noch was übrig.“

Quelle: op-online.de

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