Bebauungsplan im Neugebiet „Im Seerich“

Nicht alle Dachziegel sind erlaubt

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Im Neubaugebiet „Im Seerich“ hat sich schon viel getan. Die erste Familie ist bereits in ihr neues Heim eingezogen (wir berichteten). Häuslebauer sollten sich vor Baubeginn aber stets gut informieren.

Münster - Die Wohnbebauung im Neubaugebiet „Im Seerich“ läuft auf vollen Touren. Der Bebauungsplan regelt dabei, welche Flächen wie bebaut werden dürfen und welche Vorgaben etwa bei der Dachneigung oder der Art der Ziegel zu beachten sind.

Häuslebauer sollten sich unbedingt vorab informieren, um böse Überraschungen zu vermeiden. Kaum sind die Lieblings-Dachziegel ausgewählt und verlegt, kommt statt der Freude das böse Erwachen: Die Ziegel sind schwarz und glänzend – beides ist im Münsterer Neubaugebiet „Im Seerich“ nicht erlaubt. Der öffentlich zugängliche Bebauungsplan schreibt das ganz klar vor. Die Bauherren haben ihre Pläne vorab nicht mit diesem abgeglichen. Im schlimmsten Fall müssen sie die Kosten für einen Austausch der Ziegel selbst tragen. Dieses Beispiel verdeutlicht ein Problem, das in Neubaugebieten, wie derzeit entlang der Altheimer Straße, immer wieder für Unmut sorgen kann. Dabei lässt sich Ärger vermeiden, wenn sich Bauherren beziehungsweise deren Architekten vor der Auswahl von Dachziegeln und Co. bei der Gemeinde Münster beraten lassen. „Wir haben immer ein offenes Ohr für die Fragen und Anliegen der Bauherren, ob telefonisch oder persönlich“, betonen Gioia Meyer und Juliane La Meir von der Bauverwaltung.

Sie und ihre Kollegen müssen immer wieder feststellen, dass Häuslebauer manchmal falsche Vorstellungen davon haben, was sie auf ihrem Grundstück bauen können. Viele glaubten, sie hätten es ja schließlich gekauft und könnten tun und lassen, was sie wollen. Doch für die Ausrichtung und äußere Gestaltung eines Wohnhauses gelten andere Bestimmungen als für die Inneneinrichtung, wo der Fantasie der Eigentümer keine Grenzen gesetzt sind. Und diese Vorschriften gibt es aus gutem Grund. Glänzende Dachziegel etwa mögen vielleicht schick aussehen. Für die Umwelt und die Verkehrssicherheit aber können sie mitunter zur Gefahr werden, wie die Stellungnahmen der Bauaufsicht und der Naturschutzbehörde zeigen.

Da sich an glänzenden Dachziegeln keinerlei Moos ablagern kann, geht Lebensraum für Kleinstlebewesen verloren, die für ein intaktes Ökosystem – insbesondere in so unmittelbarer Nähe zu einem Naturschutzgebiet – dringend erforderlich sind. Die Bauaufsicht warnt zudem vor einer gefährlichen Blendwirkung bei Sonneneinstrahlung, die Autofahrer auf der Altheimer Straße irritieren könnte.

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Die Gemeinde Münster macht sich Entscheidungen für Auflagen wie dieser nicht leicht, muss aber stets das Wohl und die Sicherheit aller und nicht den Geschmack einzelner im Blick haben. Zudem werden Bebauungspläne nicht hinter verschlossenen Türen erstellt und fix und fertig vorgelegt. Mehrere öffentliche Auslagen ermöglichen es Bauinteressenten oder Grundstückseigentümern, am Entstehungsprozess des Plans teilzunehmen und Vorschläge, Bedenken und Einwände zu formulieren, die dann berücksichtigt werden können.

Eine ausführliche Information und Beratung ist – auch immer in Rücksprache mit den ausführenden Architekten – in jedem Fall sinnvoll, damit der Traum vom Eigenheim möglichst schnell und ohne Komplikationen Wirklichkeit wird. (lahe)

  • Sprechzeiten der Bauverwaltung sind dienstags von 7.30 bis 12 Uhr sowie donnerstags von 7.30 bis 12 und 16.30 bis 18.30 Uhr. Termine gibt’s auch nach Vereinbarung.
  • Den Bebauungsplan für das Neubaugebiet „Im Seerich“ gibt’s auf der Internet-Seite der Gemeinde Münster zum Download: www.muenster-hessen.de.

Quelle: op-online.de

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