Gersprenztaucher

In die Tiefen der Wiesen hinab

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Viel zu sehen gab es beim Ausflug der Gersprenztaucher in die Hergershäuser Wiesen.

Münster - Die Gersprenztaucher begaben sich kürzlich auf einem nicht ganz gewöhnlichen Tauchgang in Münsters Naturschutzgebiete. 22 Mitglieder fanden sich auf Einladung des Naturschutzbundes Münster am am Bahnhof Altheim zur Frühjahrsexkursion in die Hergershäuser Wiesen ein.

Naturschutz unter Wasser und Naturschutz über Wasser, ein wahrhafter Grund, die Gersprenztaucher und den Nabu einander näher zu bringen. So erfolgte die Einladung durch Nabu-Öffentlichkeitsbeauftragten Thomas Lay, der auch die Begleitung für die fröhliche Gruppe übernahm.

Obwohl die meisten Taucher bereits mehrfach die Hergershäuser Wiesen als Naherholungsgebiet genutzt und manches schon gesehen hatten, konnten sie diesen Ausflug nutzen, um die rund 400 Hektar große Fläche einmal mit ganz anderen Augen zu sehen. Den meisten Besuchern war nicht bewusst, wie viel Arbeit in der Pflege der Hergershäuser Wiesen steckt, die vom Nabu Münster in ehrenamtlicher Arbeit betreut und, unterstützt von engagierten Landwirten, geleistet wird. Die erste Station der Tour führte zum Beobachtungsstand „Auf dem Sand“, wo die Teilnehmer neben ein paar Rehen zahlreiche Vogelarten beobachten konnten. Spannend war es auch zu erfahren, dass durch den sonst eher negativ angehauchten Begriff der Kulturlandschaft diese Artenvielfalt überhaupt erst ermöglicht wird.

Während der sehr kurzweiligen Tour konnten die Gersprenztaucher unter anderem zahlreiche Störche, verschiedene Gänsearten, einen Rotmilan, Kiebitze, Feldlerchen, eine Schafstelze und Stockenten sehen. Das absolute Highlight der Tour folgte aber später an der Gersprenz, in Höhe der von Storchenhorsten geprägten Pappeln. Während Thomas Lay noch die Biberburg und die allgegenwärtigen Verbissspuren sowie Verhaltensweisen des Biber erklärte, schwamm bei strahlendem Sonnenschein ein „Minsterer Bieber“ an der Gruppe vorbei. Er tauchte mehrfach ab um sogleich wieder vor der Gruppe aufzutauchen.

Von den aufgeregten Rufen der nicht gerade kleinen Menschengruppe ließ sich das Tier nicht stören. Auch dem Nabu-Aktiven Thomas Lay war die Freude über die Sichtung deutlich anzusehen. Zumal Aktivitäten des Bibers wohl oft nur in den späten Abend und frühsten Morgenstunden zu erwarten sind.

Auf dem weiteren Weg gab es noch reichlich Interessantes über die renaturierte Semme, über Streuobstwiesen, die Uferschwalbenwand, den Sonnenhang mit seinen Fledermauskästen und am Insektenhotel über die prekäre Situation in den Insektenpopulationen, zu erfahren.

Eine weitere Zusammenarbeit mit dem Nabu ist den Tauchern in Aussicht gestellt, dann gilt es, die Fledermäuse im Revier aufzusuchen. (tm)

Quelle: op-online.de

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