Eine Institution verabschiedet sich

Heckwolfs übergeben ihr Uhren- und Schmuckgeschäft  bestens vorbereitet

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Willi und Hildegard Heckwolf verabschieden sich aus ihrem Uhren- und Schmuckgeschäft in der Sandstraße und geben die Abteilungen Augenoptik und Gehörgeräteakustik in neue Hände.

Münster – Eine Institution verabschiedete sich diese Woche in den verdienten Ruhestand: Willi und Hildegard Heckwolf vom gleichnamigen Uhren- und Schmuckgeschäft gehen in den Ruhestand und schließen dieses Gewerbe in der Sandstraße 13. Von Thomas Meier 

Was allerdings bleibt und unter neuem Inhaber an gleicher Stelle fortgeführt wird, sind die Abteilungen Augenoptik und Hörakustik.

Auch wenn wieder ein Traditionsgeschäft seine Pforten schließt und es eine schmerzliche Lücke im Bereich Uhren und Schmuck in Münster und Umgebung geben wird, so hat Willi Heckwolf seinen Rückzug und den seiner Frau wohlüberlegt geplant. Schon vor vier Jahren stand das Szenario fest, und der ein paar tausend Adressen umfassende Kundenstamm in Sachen Augenoptik und Hörgeräteakustik wird in beste Hände übergeben, ist sich der staatlich geprüfte Augenoptikermeister sicher.

Dem 67-jährigen Willi Heckwolf liegt die Feinmechanik und auch die Physik im Blut. Er übernahm am 16. August 1976 das Geschäft von seinem Vater Josef Heckwolf. Der ausgebildete Uhrmachermeister gründete es am 19. Januar 1949 in seinem Elternhaus in der Bahnhofstraße 18. und zog mit seinem Geschäft 1960 in die Sandstraße.

Dort erweiterte Sohn Willi als staatlich geprüfter Augenoptiker, der 1975 seine Meisterprüfung auf Münchens Höherer Fachschule für Augenoptik ablegte, den Betrieb 1976 um die Abteilung für gutes Sehen. Zudem bildete er sich in Hörgeräteakustik weiter, besuchte hier Meisterkurse.

Als 1990 die Eltern in den wohlverdienten Ruhestand gingen, übernahm Willi Heckwolfs Ehefrau Hildegard (64), eine gelernte Bankkauffrau, die Geschäftsleitung der Schmuckabteilung. Und seit 1. April 2010 arbeitet auch Tochter Susanne Heckwolf mit im Geschäft. Sie lernte in Hanau Goldschmiedin und schloss danach in Düsseldorf ein Studium in Industrie- und Schmuckdesign ab.

Ein Dutzend Menschen arbeiteten in Heckwolfs Unternehmen, die Familie eingeschlossen. Acht werden es nach Schließung des Schmuckgeschäftes bleiben, denn der neue Inhaber übernimmt die Fachkräfte der Augenoptik und Hörgeräteakustik. Dieser Geschäftsbetrieb geht nahtlos weiter, auch wenn nun ein Umbau nebst Modernisierungen an gleicher Stelle vorgesehen ist.

Willi und Hildegard Heckwolf haben ihren Ausstieg aus dem Erwerbsleben gut vorbereitet, sind sich sicher, „in kein Loch zu fallen“. Sie freuen sich, haben neben drei Enkeln viele gesteckte Ziele. Um für ihr Geschäft geeignete Nachfolger zu finden, machte sich Willi Heckwolf zeitig kundig. Mit Erfolg: „Ich machte mir frühzeitig Gedanken, informierte mich bei der Augenoptiker-Innung und besuchte Kurse bei der Innung in Nordrhein Westfalen.“ Dort gibt es eine branchenbezogene Unternehmensberatung, die auch Seminare anbietet für Unternehmensnachfolge, -verkauf und -bewertung. Und es werden dort Kontakte angeboten und Verbindungen geknüpft. Ob das hilfreich war? „Sie sehen ja, dass es sich gelohnt hat“, freut sich Ruheständler Heckwolf.

Wie werde ich Uhrmacher/in?

Er weiß um die Probleme von alleinigen Schmuckhändlern und deren Suche nach Nachfolgern. Immer mehr Online-Boutiquen ersetzen den Juwelier. Doch als breit aufgestellter und umsichtiger Unternehmer hatte Heckwolf solche schweren Fahrwasser klug umschifft.

Quelle: op-online.de

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