Ein starkes Stück TSV Altheim

Ehrenvorsitzender Georg Hepp erhält den Landesehrenbrief

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Landrat Klaus Peter Schellhaas überreichte Georg Hepp den Landesehrenbrief. Links: Ehefrau Katharina.

Der Altheimer Georg Hepp hat den Ehrenbrief des Landes Hessen erhalten. Landrat Klaus Peter Schellhaas zeichnete Hepp insbesondere für seine umfangreichen Verdienste beim Turn- und Sportverein (TSV) Altheim aus.

Altheim – Für den mit der hohen Ehrung gerühmten TSV-Ehrenvorsitzenden war es dennoch beileibe kein Abend zum Zurücklehnen: Die Verleihung des Landesehrenbriefs fand während der Mitgliederversammlung des Vereins statt, die Hepp leitete. Als ersten Tagesordnungspunkt durfte er sich im Beisein von drei Dutzend Mitgliedern selbst aufrufen.

Laudator Schellhaas entschuldigte sich zunächst dafür, dass er es im Vorjahr, als der TSV sein 130-jähriges Bestehen mit vielen Höhepunkten vom Spiel gegen Fußball-Zweitligist Darmstadt 98 über Helikopter-Rundflüge bis zum „Kuhschiss-Bingo“ gefeiert hatte, zu keiner der Veranstaltungen nach Altheim geschafft habe. Er stellte deshalb in Aussicht, dass er sich für eine größere finanzielle Zuwendung stark machen werde, sollte der Verein demnächst in seine Infrastruktur investieren. Einen kleinen Betrag brachte der Kreishaus-Chef direkt mit, nebst Nadel und Brief für Hepp.

Die Anmerkung, dass der die Würdigung im Grunde „viel zu spät“ erhalte, sorgte im TSV-Vereinsheim für einige nickende Köpfe. Hepp war vor wenigen Monaten für den Landesehrenbrief vorgeschlagen worden. Dass die Auszeichnung auch dann kein Automatismus sei, betonte Schellhaas ausdrücklich: Während Landesehrenbriefe etwa in den 70ern tendenziell recht generös verteilt worden seien, müsse heute schon zwingend eine herausragende gesellschaftliche, meist ehrenamtlich erbrachte Leistung zugrunde liegen.

Auch ihnen galt bei der jüngsten Mitgliederversammlung des Turn- und Sportvereins Altheim der Dank: den langjährigen TSV-Mitgliedern, denen auch Bürgermeister Gerald Frank (rechts) herzlich gratulierte.

Georg Hepp wird dies kein Wegbegleiter absprechen. Seit mehr als 60 Jahren ist er im TSV aktiv, stieg im Vorstand 1956 als Zweiter Vorsitzender ein. „Damals war ich noch nicht mal geboren“, sagte Münsters Bürgermeister Gerald Frank, der anlässlich der Verleihung des Ehrenbriefs und der weiteren Ehrungen des Vereins nach Altheim gekommen war.

Von 1960 an leitete Hepp die Geschicke des Vereins als Erster Vorsitzender, 21 Jahre lang, bis 1981. Sieben Jahre später sollte er zum Ehrenvorsitzenden ernannt werden. Im Verein arbeitete Hepp auch 27 Jahre lang im Spielausschuss der Fußballer und als Abteilungsleiter der Turner mit, war darüber hinaus bis 1997 Beisitzer im Vorstand.

Bis heute sagt Hepp selten nein, wenn er um Mithilfe gebeten wird. Kontinuität zeichnet ihn auch in anderen Bereichen aus. Seit mehr als 60 Jahren gehört er der Altheimer Feuerwehr und seit 70 Jahren dem örtlichen Männergesangverein an. Der Ausgezeichnete selbst, den Schellhaas als „starkes Stück TSV“ bezeichnete („Vielleicht wäre der TSV ein anderer Verein, wenn es Sie nicht gegeben hätte“), versprach, „weiter zur Verfügung“ zu stehen und freute sich, „dass ich noch so gesund vor euch stehe“.

Hepp betonte außerdem, das Leben eines Vereins beruhe auf zwei Säulen: „Auf der Lebendigkeit und Gestaltungskraft in der Bewältigung seiner Ziele – und zweitens auf der Treue seiner Mitglieder“. Mit letzterer Aussage leitete der neue Besitzer des Landesehrenbriefs zu den Ehrungen treuer TSV-Mitglieder über: Anna Katzer ist schon seit 70 Jahren dabei, Klaus Maschika und Werner Stoss seit 50, Nikole Hübner seit 40 und Christa Panknin, Hildegard Roth, Simon Funck und Dennis Preisler seit 25. Georg Hepp selbst trat übrigens schon 1947, also vor 72 Jahren, in den TSV Altheim ein.

Neue Vorstandsmitglieder sind Birgit Gerbershagen (Fachgebiet Eventplanung, Sponsoring und Werbung) und Manuel Hochgesang (Außenanlage). Bei den Vorstandswahlen im kommenden Jahr wird einer der TSV-Vorsitzenden unterdessen nicht mehr kandidieren: Michael Reuter kündigte an, sich dann aus seiner derzeitigen Funktion zurückzuziehen.  

jd

Quelle: op-online.de

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