Parlament vor Beschluss

Erschließung des Muna-Areals: Bald Blick auf grasende Wisente

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So soll es bald auf dem Ex-Muna-Areal aussehen: Wisente bevölkern das Fauna-Flora-Habitat bei Münster.

Wie lange wird es noch dauern, bis die Bürger auf dem ehemaligen Muna-Gelände Wisente werden grasen sehen? Diese Frage will die Gemeindeverwaltung baldmöglichst beantworten.

Münster – Am Montagabend zur Gemeindevertretersitzung soll jedenfalls der Projektplan „Naturpädagogisches Angebot“ für das naturpädagogische Museum nebst der Gestaltung der umliegenden Fläche und die Erschließung des Geländes beschlossen werden. Derzeit wird eine Eröffnung für Mai 2020 anvisiert. Und damit auch die interessierten Bürger sich ein umfassendes Bild vom Vorhaben machen können, wird für Dienstag, 25. Juni, um 18 Uhr zur Präsentation in das Foyer der Kulturhalle eingeladen.

Ende August vergangenen Jahres beschloss die Gemeindevertretung die Umsetzung des naturpädagogischen Museums mit der durch den Bundesforst geplanten Ansiedelung von Wisenten und Wildpferden. Mit der neueingestellten Projektkoordinatorin Anna Wojtusch im März ging das Projekt in die konkrete Planungs- und Umsetzungsphase. Es teilt sich in acht Projekte mit unterschiedlichen Meilensteinen auf: Finanzierung, rechtliche Grundlagen; Sicherheitskonzept; Zuwegung, naturpädagogisches Erlebnisgelände; pädagogische Angebote; Vermarktung und Kooperationen. Eine detaillierte Übersicht über die Details, die den Abgeordneten bereits vorliegt, wird zur Präsentation am Dienstag vorgestellt und erläutert.

Münster: Projektkosten von rund 280.000 Euro

Rund 280.000 Euro betragen die Projektkosten, aus dem Leader-Förderprogramm sollen dabei 140.000 Euro fließen, der Rest ist Eigenfinanzierung durch die Gemeinde.

In Vorbereitung ist bereits ein breit anlegtes Sponsoring mit Veranstaltungen auf dem Muna-Gelände, ferner wird geprüft, welche weitere Finanzierungsquellen anzuzapfen wären. Auch die rechtlichen Grundlagen für das Projekt auf dem Grund und Boden der Bundesanstalt für Immobilien (BimA) werden abgeklopft. Die Bauvorhaben müssen legalisiert, der Pachtvertrag mit der BimA geschlossen sein, um die Bauvorhaben auf den Weg zu schicken. Sind diese Punkte nach der Montags-Beschlussfassung erst einmal erledigt, wird kommendes Jahr ein Verein für den Betrieb des Projekts gegründet.

Über die Tongrubenschneise, die vom Hunderverein am Breitefeld abgeht, soll der Park erschlossen werden.

Themenschwerpunkte gibt es noch genug abzuarbeiten, soll das naturpädagogische Erlebnisgelände mit Leben erfüllt werden. Beispielsweise muss ein Sicherheitskonzept erstellt werden. Das wird in zweifacher Hinsicht spannend, denn es geht nicht nur darum, die künftigen Besucher in respektvollem Abstand zu den mächtigen Wisenten zu halten, ohne den Blick auf die Kaukasusrinder zu verwehren. Es geht auch um die Zuwegung im Gelände, das noch lange nicht komplett entmunitioniert ist. Ende des Jahres soll das finale Konzept für die Sicherheit aller Beteiligten vorliegen.

Naturerlebnispfad am Muna-Gelände

Die Tongrubenschneise soll für die Zuwegung zum naturpädagogischen Angebot inklusive Parkmöglichkeiten hergerichtet werden. Einen 1,4 Kilometer langen Naturerlebnispfad zum Muna-Gelände gedenken die Planer bis März kommenden Jahres fertiggestellt zu haben. Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises fordert dafür ein umfangreiches Eingriffs- und Ausgleichsgutachten an. Der rechtliche Rahmen für die Nutzung von Weg und Gelände muss mit verschiedenen Behörden geklärt werden, heißt es im Positionspapier.

Bereits nach den Sommerferien sollen die pädagogischen Angebote erarbeitet werden. Projektleiterin hierfür ist Anna Wojtusch, die das Konzept hierfür erarbeitet und der auch die Einstellung des dafür notwendigen qualifizierten Personals obliegen wird. Ab August sollen die Mitarbeiter verpflichtet werden. Als frühestmöglicher Termin des pädagogischen Angebots steht der Mai kommenden Jahres im Raum.

Spätestens dann beginnt auch die Vermarktung des Erlebnisparks Muna mit entsprechender Pressearbeit. Um möglichst viele Besucher zu mobilisieren, soll die Werbetrommel bundesweit gerührt werden. Und auch um Unterstützung von Firmen, Vereinen oder weiteren Institutionen bei Gestaltung des Geländes wird überregional geworben.

VON THOMAS MEIER

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Quelle: op-online.de

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