Erster Abschnitt des Neubaus ist fertig

Großer Tag für die Schule auf der Aue

Aue-Schulleiterin Sabine Behling in einem der neuen Klassenräume, die mit Smartboards ausgestattet sind. Fotos: DÖRR

Das derzeit größte und teuerste laufende Schulbau-Projekt des Landkreises Darmstadt-Dieburg ist an einem wichtigen Meilenstein angelangt: Der erste Bauabschnitt an der Schule auf der Aue ist so gut wie abgeschlossen.

Münster – Jetzt nahm die Bauaufsicht den ersten Bauabschnitt ab. Zum Start des neuen Schuljahres in Hessen ziehen am kommenden Montag, 12. August, die ersten der 1 050 Schüler der Kooperativen Gesamtschule in das praktisch fertig gestellte Gebäude ein. Vier weitere Bauabschnitte folgen noch; insgesamt investiert der Kreis einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag in das Vorhaben. Die derzeit veranschlagten 35 Millionen Euro sind dabei noch nicht das Ende.

Verantwortlich für die Planung und Begleitung der Bauarbeiten ist das Da-Di-Werk Gebäudemanagement des Landkreises, dessen Gründung der Kreistag vor elf Jahren zeitgleich mit dem ambitionierten Schulbau- und Schulsanierungs-Programm beschlossen hatte. Das Großprojekt Aue-Schule wird von einem vierköpfigen Team des Da-Di-Werks betreut: Die Fäden laufen bei Barbara Herbert (Hochbau), Elke Kaliski, Heinfried Jaßmann (beide Haustechnik) und Manuel-Werner Lohnes (Elektrik) zusammen. Eine wichtige Rolle nimmt vor Ort Hausmeister Bledar Kallfa ein. Und natürlich die Schulleitung um die Aue-Schul-Chefin Sabine Behling.

Wobei die Schulleiterin betont, dass in der Planung des faktischen Neubaus der Bildungsstätte mit Gymnasium, Haupt- und Realschule, Förderschulangebot und täglicher Ganztagsbetreuung von 7 bis 16 Uhr „alle Kollegen“ eingebunden gewesen seien. Zudem kümmere sich eine zehnköpfige Steuerungsgruppe kontinuierlich um den jahrelangen Prozess.

Planung begann 2008 

Die Planung für die neue Schule auf der Aue begann bereits 2008; Ende 2014 reichte das Da-Di-Werk den Bauantrag ein und erhielt zehn Monate später die Baugenehmigung. Im Juni 2016 begannen – abgesehen vom neuen Gebäude für die Naturwissenschaften, das bereits 2014 eingeweiht wurde – die Arbeiten am ersten Abschnitt. Der wird am Montag seiner Bestimmung zugeführt.

Das Verwaltungsgebäude (vorn) soll ebenfalls noch neu gebaut werden; wo genau ist noch offen.

Dann nämlich dürfen die ersten Schüler die insgesamt vier Lernlandschaften des fertigen Bauabschnitts in Beschlag nehmen. Eine Lernlandschaft besteht aus vier Klassenräumen, einem Differenzierungsraum für individuelle Kleingruppen-Betreuung, Sanitäranlagen sowie einem „Marktplatz“. Darunter ist ein foyerartiger Aufenthaltsbereich zwischen den Klassenräumen, die zudem über große Fenster mit Sitzmöglichkeit verfügen, zu verstehen. Alles mit dem Ziel, die Schüler besser fördern und ihnen besseres, effektiveres und modernen Konzepten entsprechendes Lernen zu ermöglichen, wie Sabine Behling herausstellt.

Zudem teilen sich zwei Lernlandschaften einen Lehrerraum. „Erstmals können wir unseren Pädagogen einen Arbeitsplatz in der Schule bieten“, sagt die Leiterin. Zuvor drängelten sich die Lehrer – derzeit 90 an der Zahl –in einem Lehrerzimmer, das ihnen kaum mehr als einen Stuhl zum Verschnaufen und keine adäquate Infrastruktur fürs Arbeiten in der unterrichtsfreien Zeit bot. Nun stehen pro Raum acht großzügige Arbeitsplätze – unter anderem für die Arbeit am Computer – und eine kleine Küchenzeile zur Verfügung.

Smartboard und Schallschutz

Trotz der nun viel attraktiveren und zeitgemäßen Aufenthaltsmöglichkeiten in den Lernlandschaften werden die Aue-Schüler auch künftig zuvorderst in ihren Klassenräumen unterrichtet. Die haben im ersten fertigen Gebäude modernen Standard: Smartboard, Schallschutz und fahrbares Mobiliar zum schnellen Arrangieren von Gruppen- oder Einzelarbeit. Die Schulranzen werden in Fächern an der Seite verstaut, sodass die Schüler am Tisch nur die aktuell benötigten Materialien vor sich haben. Eine Nachtlüftung sorgt bei bestimmten Witterungsbedingungen automatisch dafür, dass die Schüler am Morgen in optimal temperierte Klassenräume kommen. Die Informationen liefert eine Wetterstation auf dem Dach. Sowohl der bis auf Kleinigkeiten fertige erste Bauabschnitt mit den vier Lernlandschaften und 16 Klassenräumen als auch die noch folgenden Gebäudeteile werden haustechnisch zentral versorgt. So etwa bei der Heizung, die Holzhackschnitzel verfeuert.

Auch der zweite und dritte Bauabschnitt, die bis Ende 2020 fertig werden sollen, sind begonnen worden.

Der zweite Bauabschnitt, begonnen im Frühjahr, und der parallel dazu realisierte dritte Abschnitt – begonnen in den Sommerferien – sollen bis Dezember 2020 ebenfalls fertig gestellt werden. Danach wird die Schule auf der Aue im Zuge des vierten Bauabschnitts ein neues Gebäude für die Verwaltung erhalten. Ob es am Standort des derzeitigen und wohl nur unwirtschaftlich zu sanierenden Verwaltungsgebäudes oder am Ort der „Mobiskul“ entstehen wird, ist laut Auskunft von Da-Di-Werk-Mitarbeiterin Barbara Herbert noch offen.

Ebenso unklar ist noch, wo genau der fünfte Bauabschnitt weiteren Raum für die Aue-Schüler schaffen soll. Derzeit gehen 1 050 Schüler der fünften bis zehnten Klasse auf die Schule auf der Aue. Der Großteil von ihnen kommt aus Münster und Eppertshausen; doch auch junge Dieburger machen rund zehn Prozent der Schülerschaft aus.

Für die nächsten Jahre hat der Landkreis Darmstadt-Dieburg der Schule ein Wachstum auf bis zu 1 200 Schüler prognostiziert. Dieser Steigerung will man unter anderem mit dem fünften Bauabschnitt, aber auch schon eingearbeiteten Umplanungen in den anderen Abschnitten, gerecht werden.

VON JENS DÖRR

Quelle: op-online.de

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