Extra-Gekrähe für die Feuerwehr

Sonderaufführung als Dankeschön: Kikeriki sorgt dreimal für volle Kulturhalle

Den „Sieg“ kann man sehen, das folgende „fried“ auf der anderen Seite der Burg wird vom hüpfenden Sänger Detlef Kühner, dem blechernen Siegfried bewegenden Roland Hotz (Mitte) und Erzähler Bernd Körner verdeckt.
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Den „Sieg“ kann man sehen, das folgende „fried“ auf der anderen Seite der Burg wird vom hüpfenden Sänger Detlef Kühner, dem blechernen Siegfried bewegenden Roland Hotz (Mitte) und Erzähler Bernd Körner verdeckt.

Gleich dreimal hintereinander gastierte das Kikeriki-Theater in der Kulturhalle in Münster. 

Münster – Und mussten sich die Besucher der beiden ersten Vorstellungen geschwind um die begehrten Karten bemühen, so sollte die Zunft der Floriansjünger zum Dank für ihren Einsatz an der Muna im vergangenen Jahr reich mit Freikarten beschenkt werden.

Es ist beinahe ein Glücksspiel, Karten für das beliebte Mundarttheater in Darmstadt zu bekommen. Daher war die Freude groß, als bekannt wurde, dass das Bühnenensemble für ein Gastspiel nach Münster kommen wird. An zwei Tagen sollte es Aufführungen des Stückes „Nibelungenentzündung“ geben. Freitagabend war es soweit, knapp 550 glückliche Besitzer einer Eintrittskarte kamen des Abends „in die Alte Oper von Münster“, wie Roland Hotz, Gründer des Theaters, die Kulturhalle von Münster bezeichnete. Dies brachte ihm den ersten Lachsturm.

In seiner Begrüßung der Gäste behauptete Bürgermeister Gerald Frank, dass alten Sagen immer ein Stück Wahrheit anhaftet, die volle Wahrheit über die Geschichte vom heldenhaften Siegfried aus der Nibelungensage sollten die Zuschauer an diesem Abend vom Kikeriki-Theater erfahren. Der vollen Wahrheit entsprach auch, dass Theatergründer Hotz am Freitag seinen 68. Geburtstag feierte. Das Publikum gratulierte mit kräftigem Applaus und freute sich, als Frank um Verzicht „des Absingens von Happy Birthday“ bat und stattdessen das Schauspiel beginnen ließ.

Bis auf den Geburtstag wiederholte sich fast alles am Samstag, als wiederum mehr als 500 Besucher die abendliche Aufführung besuchten und sich an den mittelalterlichen Späßen, an ebensolcher Kleidung der Darsteller und deren teils altertümlich geschraubten Sprechweise (hört ihr Leut´ und lasst euch sagen …) erfreuten. Sprechende und hüpfende Darsteller waren neben Roland Hotz auch Bernd Körner und Detlef Kühner, während Steffen Schütz dem E-Piano Töne entlockte. Als einziger, angeblich der Sprache nicht mächtiger Isländer brachte er ohne Instrument nur deren von der EM 2016 bekannten donnernden Schlachtruf „Hú“ hervor, der sofort vom Publikum aufgenommen wurde und von Hotz nur mühsam zu stoppen war.

Das Bühnenbild zur „Nibelungenentzündung“ nutzten Bürgermeister Gerald Frank (rechts) und Gemeindebrandinspektor Florian Kisling für erneute Danksagung an alle Helfer beim Großbrand nahe der Muna.

Am Sonntag war der Parkplatz vor der Kulturhalle dicht belegt mit roten Feuerwehrfahrzeugen. An den Aufschriften konnte man erkennen, dass sie aus allen Teilen der Landkreise Darmstadt-Dieburg, Offenbach, Bergstraße, Groß-Gerau, Odenwald und der Stadt Darmstadt gekommen waren. Nicht etwa, um eine Katastrophe in Münster zu bewältigen, es stand „nur“ ein Theaterbesuch im Einsatzbefehl. Die Gemeinde Münster hatte als Zeichen der Dankbarkeit Hilfskräfte, die bei der Bekämpfung des Waldbrandes nahe der ehemaligen Muna zum Einsatz kamen, zu einer Sondervorstellung des Kikeriki-Theaters eingeladen.

Bürgermeister Frank konnte sich nochmals bei mehr als 500 Kräften für deren Einsatz bedanken und vergaß nicht zu erwähnen, dass diese Einladung erst durch das Sponsoring der Sparkasse Dieburg ermöglicht wurde. Die Brauerei Schmucker spendierte „Löschwasser“ und das Kikeriki-Theater bewies seine Wertschätzung der ehrenamtlichen Hilfskräfte durch seine Bereitschaft zur Sondervorstellung und einem preislichen Entgegenkommen.

Gemeindebrandinspektor Florian Kisling hielt ebenfalls eine kurze Ansprache, bei der er auch zum Gedenken an den kürzlich verstorbenen Feuerwehrkameraden Joachim Selzer aus Langstadt aufrief. Heiko Schecker richtete Grußworte an die versammelten Kameraden, bevor Roland Hotz mit Fanfaren und Glöckchenklang den „Einsatzbefehl“ für das Kikeriki-Theater gab. Lobende Worte der Wehrmänner in der Pause: „Wer hier nicht dabei sein konnte, hat echt was verpasst.“

VON PETER PANKNIN

Quelle: op-online.de

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