Neue Ausstellung des Heimat- und Geschichtsvereins

Babbscher und Pflästerer werkeln in Mühle

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Die Schusterwerkstatt im Museum wird zur neuen Schau mit Leben ausgefüllt werden.

Dem „Handwerk in Münster“ wird die kommende Ausstellung im Museum an der Gersprenz gewidmet, die am Sonntag, 7. April, um 14 Uhr eröffnet werden soll und für die sich der ausrichtende Heimat- und Geschichtsverein einiges hat einfallen lassen.

Münster – So sollen zu jedem Öffnungstag Handwerker in und an der der Langsmühle ihr Können demonstrieren. Dies und mehr berichtet auf Nachfrage Peter Waldmann, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit im Heimatverein.

Neben einer reichhaltigen gegenständlichen Dokumentation historischer Werkzeuge und Arbeitsabläufe werden in Text und Bild typische Handwerksberufe dargestellt, die für Münster prägend waren. Und welchem Handwerk wird dabei wohl größte Aufmerksamkeit geschenkt? Dem „Babbscher“. Die Portefeller oder Feintäschner stellten lange das größte Kontingent an Handwerkern im Ort. Lang ist es her, und für die Demonstration dieser altehrwürdigen Techniken ist der Heimatverein froh, „einen Nieder-Röder in unseren Reihen zu haben, der zeigt, wie trefflich einst gebabbscht wurde“, sagt Waldmann augenzwinkernd.

Doch auch den anderen Zünften wird im wahrsten Sinne breiter Raum gewidmet. Schon vor den Museumstüren soll es dabei an der Bahnhofstraße los gehen mit der Schau. Ein Pflästerer wird mit altem Werkzeug und Material, das zwei heimische Firmen beisteuern, den Vorplatz mit Katzenköpp und anderem bearbeiten.

Eher eng geht es in der museumseigenen Schusterwerkstatt zu, die wie das Museum an jedem ersten Sonntag im Monat für die Dauer der Ausstellung geöffnet hat. Auch hier soll einmal ein Schuster bei seinen Leisten bleiben und die alten Maschinen zu neuem Leben erwecken.

Peter Waldmann inmitten der Mühlentechnik.

Klar, dass in der ehemaligen Mühle dem Müller Referenz erwiesen wird: Was bei anderen Ausstellungen gern einmal verdeckt wird, soll die Blicke der Besucher der neuen Schau auf sich ziehen: Die verbliebenen Reste der Mühlenmechanik im Museum. Einige Transportriemen hängen noch von der Decke, die Siebtechnik lässt sich darstellen, und auch wenn die Gersprenz hier schon Jahrzehnte kein Wasserrad mehr antreibt, so finden sich dennoch große Mahlsteine im Innern der Langsmühle.

Peter Waldmann, gelernter Buchdrucker, wird sich mit Winkelhaken und Setzkasten in Szene zu setzen wissen, um vom Druckhandwerk zu künden. Steinmetze haben ihre Vorführungen bereits zugesagt und viele weitere Handwerksberufe, die in Münster zu finden waren oder noch sind, sollen beleuchtet werden.

Rund 50 Mitglieder hat der HGV, der 2004 zum großen Fest der 750-Jahrfeier Münsters gegründet wurde. Den Grund für die große kommunale Fete lieferte ausgerechnet eine Mühle, die vor mehr als sieben Jahrhunderten an der Gersprenz – im Jahr 1254 – urkundlich erwähnt wurde, die Langsmühle, die zwar immer noch in Privatbesitz und von der Gemeinde angemietet ist, doch als Sitz des Museums auch dem HGV Quartier bietet. Von den 50 Mitgliedern sind sechs im Ausschuss für Zeitgeschichte, der die Handwerker-Schau organisiert. Er zeichnete auch für vorangegangene Ausstellungen und Aktionen verantwortlich, die überregional Interesse erregten. Beispielsweise die Lutherpräsentation. Den größten Zulauf hatten die beiden Ausstellungen, die sich den sport- und kulturtreibenden Vereinen widmeten. „Da kamen die Münsterer jeweils ins Museum geströmt“, weiß Waldmann.

Und auch Kleinkunst bietet der HGV im Mühlen-Museum mit großem Erfolg. Nicht nur die Theaterstücke zum Lutherjahr von Elisabeth Förster begeisterten, auch die Jazz-Sessions und Kleinkonzertangebote ziehen immer mehr Fans an. So ist es nicht verwunderlich, dass vor dem Aufbau der Handwerker-Ausstellung erst einmal die River-Night abgewartet wird, an der sich der HGV von Angebinn beteiligt. So spielen heute im urigen wie geschichtsträchtigen Ambiente der Langsmühle erstmals „The Five“.

Von Thomas Meier

Quelle: op-online.de

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