Viel besser als Astronautenkost

„Rocket to Space“ – festliches Konzert des MV Münster

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Im Gegensatz zum Weltall ist die Bühne in der Kulturhalle nicht unendlich (groß), aber wenn alle zusammenrücken, haben Großes und Jugend-Orchester gemeinsam Platz für die Abschluss-Melodien 

Der MV Münster hat in der Kulturhalle in Münster (Hessen) ein festliches Konzert gegeben. 

Münster – In diesem Jahr konnte der 50. Jahrestag der ersten Landung von Menschen auf dem Mond begangen werden. Am 21. Juli 1969 standen die amerikanischen Astronauten Neil Armstrong, Edwin Aldrin und Michael Collins auf dem Mond, 500 Millionen Menschen verfolgten weltweit das Geschehen am Fernseher.

„Nur“ gut 500 Leute waren am Samstag in die Kulturhalle Münster gekommen, um den örtlichen Musikverein bei seiner Reise ins All zu folgen. Mit Spannung verfolgten sie einen Filmausschnitt, der an der Seitenwand des Saals die Zündung des Triebwerks einer Ariane-Rakete und den nachfolgenden Start zeigte. Dem folgte der Start des Jugendorchesters des MV Münster, das zum Auftakt des Konzertes „Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauss intonierte. Ein schönes Bühnenbild zeigte in blauem Licht zahlreiche Raketen und Himmelskörper und Jürgen K. Groh, Moderator des Abends, betrat die Bühne. In lockerer Form brachte er Wissenswertes über die Raumfahrt, über Ariane als Rakete und als griechische Göttin der Fruchtbarkeit an die Ohren des Publikums.

Das Jugendorchester, unter der Leitung von Felix Meinusch, setzte die Reise musikalisch fort mit symphonischen Werken für Blasorchester, die aus den Federn von Komponisten wie John Williams („The Last Yedi“, bekannt aus der Filmreihe „Starwars“) oder Otto M. Schwarz stammen. Otto M. Schwarz beschreibt die erste bemannte Raumfahrtmission mit Mondlandung mit eindrucksvollen Tönen.

Das Stück wurde unter dem Titel „Apollo 11“ bekannt. Passend dazu „schwebte“ Astronaut Albert Matheis auf die Bühne, allerdings ohne seine Posaune, die er sonst in der Formation „Horsch-e-mol (l)“ des MV Münster spielt.

Den Musikern und dem Publikum war auch eine Pause vergönnt, um Sauerstoff nachzutanken oder einen Imbiss zu sich zu nehmen. Auf Astronautenkost musste dabei aber verzichtet werden, Essbares und Getränke waren eher auf irdische Verhältnisse abgestimmt.

Nach der Pause wurde die Reise durch die Galaxie fortgesetzt, das „Große Orchester“ hatte die Jugend abgelöst. Geblieben waren aber symphonische Werke für Blasmusiker, wie zum Beispiel das „Stargate Theme“, im Original von Joel Gold-smith. Hier werden Abenteuer aus der gleichnamigen Sience-Fiction-Fernsehserie musikalisch dargeboten. Dirigent Piotr Konczewski verstand es, seine Begeisterung für Blasmusik auf seine Musiker zu übertragen und sie mitzureißen. Entsprechend war das Ergebnis, wie nicht nur bei dem Titel „Guardians oft he Galaxy“ von Tyler Bates zu hören war. Es ist die Musik zur Verfilmung der Geschichte von Weltraumhelden, die als Beschützer der Galaxis schwierige Abenteuer zu bestehen haben.

So hervorragend gespielte Stücke, wie vom Großen Orchester praktiziert, fordern natürlich ihren Tribut in Form von Applaus. Das Publikum bemühte sich eifrigst, den Schall des Klatschens durch die eigentlich lautlose Weite des Alls zu schicken. Das Orchester hat den Beifall vernommen und gewährte voller Freude eine Zugabe. Zum Abschluss rückten alle zusammen – auf der Bühne, denn da ist der Raum nicht unendlich – um dem Jugendorchester Platz zu schaffen. Gemeinsam spielten dann beide Ensembles mehrere Zugaben, die vom Publikum mit Begeisterung vernommen und mit reichem Beifall belohnt wurden.

Weniger Belohnung, mehr als Geste des Dankes gedacht überreichten die Vorsitzenden des MV Münster, Niko Löbig und Martina Mathy, kleine Präsente an die Dirigenten des Jugendorchesters (Felix Meinusch) und des Großen Orchesters (Piotr Konczewski) sowie an Moderator Jürgen K. Groh.

Zum Abschluss des Konzertes erklangen Zugaben wie „Major Tom“ von Peter Schilling, 99 Luftballons und „Sternenhimmel“. Mit den letzten Tönen des Abends wurde allen der Marsch geblasen, nämlich der „Radetzky Marsch“, bevor der Vorhang sich endgültig senkte.

VON PETER PANKNIN

Quelle: op-online.de

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