Schüler-Theater

Theater-AG der Schule auf der Aue präsentiert ihr neues Stück 

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Schrecksekunde: Der Unfall in „Runnin’ Blue“ ist eine Schlüsselszene. Lehrer und Regisseur Andreas von der Heyden gibt letzte Tipps. 

Die Theater-AG der Schule auf der Aue begeistert regelmäßig ihr Publikum. Heute Abend erfolgt die Premiere des neuen Theaterstücks „Runnin’ Blue“.

Münster – Heute um 20 Uhr ist Premiere von „Runnin’ Blue“ in der Kulturhalle, des neuesten Stücks der Theater-AG der Schule auf der Aue. Morgen werden nochmals zwölf Schüler-Schauspieler das Publikum mit dem frischen Drama zu unterhalten wissen. Den wenigsten Theaterbesuchern dürfte dabei indes bewusst sein, welch eine harte und vor allem engagierte Arbeit hinter den beiden zweistündigen Aufführungen (mit Pause) steckt. Schon ihr allein gebührten stehende Ovationen.

In den vergangenen 15 Jahren gab es zehn Aufführungen des Aue-Theaters, wie sich die AG nennt. Und wie der Leiter der immer wieder wechselnden Mimentruppe, Deutsch- und Englischlehrer Andreas von der Heyden, weiß, ist nach jeder Aufführung der Ansturm auf die Arbeitsgemeinschaft groß: Viele möchten nochmals oder neu hinzustoßen, um beim neuen Stück dabei zu sein. Dies trotz der in Schulkreisen bekannten Arbeitsbelastung für die kurze Schauspielerei auf der Bühne, die dennoch so viel bedeutet.

35 Schüler der Klassen fünf bis zehn wollten bei „Runnin’ Blue“ mitwirken. Als klar war, dass es nur zwölf Rollen im Stück von Anouk Saleming gibt, lichteten sich die Reihen. Aber nicht so stark, denn einbringen kann man sich in die Produktion nicht nur als Darsteller. Da gibt es viel an Technik, Logistik, Bühnenbild, Werbung und mehr zu bewältigen.

Auf alle Beteiligten erwartete ein großes Pensum zu bewältigender Aufgaben. Zwei Doppelstunden pro Woche setzt sich die AG seit diesem Schuljahr für das Drama zusammen. Zwei Intensiv-Wochenenden von Freitag bis Sonntag wurden investiert, wobei der Freitagnachmittag „nur“ mit vier Stunden der Probenzeit verbucht wird, samstags und sonntags mindestens die doppelte Zeit draufgeht. Und seit Montag dieser Woche gehört die Kulturhalle Münsters ganz der „Intensivprobenwoche“. Von 8 bis 20 Uhr wird geprobt, beleuchtet, beschallt, inszeniert, verworfen, nochmals vorgetragen, mit Kostüm, ohne, ungeschminkt und aufgetakelt. 12 bis 14 Uhr ist Mittagspause, doch auch sie verbringen einige Unentwegte im seit gestern mit 400 Sitzplätzen bestuhlten Saal vor und auf der Bühne.

Gestern Abend war Generalprobe. Die beiden Tage zuvor wurden dem ersten und zweiten Akt besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Das Lampenfieber grassierte, keiner meldete sich krank.

Der komplette Aufwand aller Beteiligten schlägt sich dabei nicht einmal in irgendeiner Schulnote nieder. Einzig der Verweis im Zeugnis einer Teilnahme an einer AG bringt den Einzelnen bei seinem Notendurchschnitt keinen Zehntelpunkt weiter. Warum also das alles?

Von der Heyden sagt: „Es ist der Applaus, der antreibt. Das Erlebnis des Theaterspiels, die Aufregungen, die Erfahrungen – alle Beteiligten werden das nie vergessen.“ Und der Regisseur und Stücke-Bestimmer weiß nicht nur, wovon er spricht, er kann es auch belegen: An „Runnin Blue“ wirken zahlreiche Ex-Aue- und Theater-AG-Schüler mit. Viele Mimen halten auch nach Verlassen der Schule der Schauspielertruppe die Treue. Beispielsweise Jannick Pistauer, heute Leiter der Technik-AG, der vor acht Jahren selbst noch als Darsteller mitwirkte. Er begann ein musiktechnisches Studium, war oft als Gastmusiker in zahlreichen Tonstudios präsent und entdeckte seine Affinität zur Bühnen- und Veranstaltungstechnik neu. Ein Glücksfall für die Aue-AG, denn er vermittelt fast ein Jahrzehnt nach seiner Aueschulzeit nun seinen motivierten Schülern das Wissen in Theorie und Praxis. Und er freut sich, dabei noch hinzuzulernen.

Auch Verena Weitsch ist Wiederholungstäterin. Sie ist heute Abend als Erzählerin auf der Bühne unterwegs, war aber auch schon beim letzten AG-Theater „Melodys Ring“ vor zwei Jahren Darstellerin. Sie sagt: „Sobald das Stück vorbei ist und man es hinter sich gebracht hat, löst sich die ganze Anspannung in Glücksgefühle auf. Ich kann gar nicht beschreiben, wie schön es sich anfühlt.“ Nicht nur sie selbst habe jedesmal weinen müssen.

Die Kosten für die aufwendige Unternehmung finanziert die Theater-AG aus Einnahmen des Kartenverkaufs und der Werbung im umfangreichen Programmheft. Viele heimische Geschäfte sponsern so seit Jahren den Betrieb. Es gibt übrigens für beide Aufführungen heute und morgen 20 Uhr noch Restkarten an der Abendkasse in der Kulturhalle.

von Thomas Meier

Quelle: op-online.de

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