„Hier schlummern Millionenwerte“

Werkstatt zum Städtebauförderprogramm reicht zahlreiche Projekte ein

+
Die in Workshops erarbeiteten Projekte, die im Kernbereich umgesetzt und bezuschusst werden können, wurden vor Einreichung auf Förderung nochmals besprochen.

Großes Interesse zeigten rund 60 Teilnehmer der Projektwerkstatt zum Städtebauförderprogramm „Aktive Kernbereiche“ in der Kulturhalle.

Münster – Sie beratschlagten in zwei Gruppen die von Bürgern und Experten in zwei vorangegangenen Workshops eingebrachten Ideen und Vorschläge für das Fördergebiet. Ein 34-seitiger Entwurf eines Maßnahmenkatalogs, der auf Stellwänden angepinnt im Foyer und in der Halle nochmals präsentiert wurde, wollte auf die Verwirklichungschancen in den kommenden zehn Jahren hin abgearbeitet werden.

Bürgermeister Gerald Frank freute sich über das große Engagement aus der Bürgerschaft an „ISEK“, dem integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept in der Städtebauförderung, wie das auf Nachhaltigkeit ausgelegte Projekt abgekürzt lautet. „Die Innenentwicklung ist ein riesiges Thema in Deutschland“, sagte Frank, sie habe bundesweit Vorrang gegenüber der Außenentwicklung. Mit 180 festgestellten Baulücken in Münster verzeichne die Kommune rund zehn Prozent aller derzeit ausgewiesener bebaubaren Fläche innerörtlich. Damit sei Münster ein Spitzenreiter, andernorts läge man bei fünf Prozent solcher in Zentren gelegenen Flächen.

„Im Kernbereich der Gemeinde schlummern Millionenwerte“

„Im Kernbereich der Gemeinde schlummern Millionenwerte“, weiß der Verwaltungschef, ein „riesiges Potenzial“ sei zu erschließen. Als positives Beispiel führte Frank die Altheimer Straße an. Dort würden Baulücken bereits vermehrt genutzt, es werde abgerissen, umgebaut, neu gestaltet. „Wir müssen den Eigentümern die Chance geben, etwas in ihrem Sinne zu ändern“, befand der Bürgermeister, betonend, niemand sage ihnen etwa, sie müssten etwas tun. Eigentum sei vom Grundgesetzt her geschützt, doch es gelte auch fürderhin: Eigentum verpflichtet.

Groß war das Interesse an den Stellwänden in Foyer und Saal der Kulturhalle. Auf ihnen wurden die Ideen und Vorschläge skizziert.

Die zu besprechenden Maßnahmen würden die Gemeinde über Jahre, teilweise ein Jahrzehnt und länger beschäftigen. Das sechs bis sieben Millionen Euro schwere Förderprogramm unterstütze Projekte, die das Wohnen, Leben und Arbeiten im Ortszentrum stärkten. „Für Münster bieten sich durch das Bund-Land-Förderprogramm riesige Chancen, um die Lebensqualität zu steigern und das Ortsbild attraktiver zu gestalten“, betonte Frank.

Anklang war beachtlich

Für ihn sei ISEK ein politisches Projekt. Und dafür habe man sich Partner gesucht. Zunächst einmal wurde eine lokale Partnerschaft gebildet: Die Gemeinde Münster schrieb Vereine, Verbände, Gewerbetreibende, Kirchengemeinden und politische Organisationen auf der Suche nach Mitstreitern an, die Lust haben, an diesem spannenden Entwicklungsprozess mitzuarbeiten. Der Anklang war beachtlich: Zum Auftakt kamen rund 20 Interessierte aus Vereinswelt, Gewerbe, Politik und Verwaltung im Sitzungssaal des Rathauses zusammen.

Nun waren es knapp 60 Bürger, die sich in der Werkstatt unter der Moderation von Stadtplanern der NH Projektstadt nochmals mit den wegweisenden Konzepten für Münster auseinander setzten, die nun an Bund und Land zur Überprüfung auf ihre Förderfähigkeit eingereicht werden.

Thomas Meier

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare