300 Kartons für Kita-Kinder

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Die letzten Dübel in der Pavillonanlage wurden gestern Nachmittag gesetzt: Am Dienstag kommen die Kinder.

Münster - Die Zusammenpackerei im Haus der Kinder für den großen Sanierungsumzug fanden die Kleinen schon etwas lästig. Einige seien gar ein wenig traurig gewesen, aus der vertrauten Umgebung umziehen zu müssen – auch wenn es nur für zunächst einmal ins Auge gefasste neun Monate ist. Von Thomas Meier

Doch als die Erzieherinnen das Spiel „Kinder aus dem Schuhkarton“ kreierten, „da kam auch beim letzten Kind Freude auf, Neugier aufs Neue“, erzählte gestern Nachmittag die Leiterin der Kindertagesstätte, Marion Kienzl. Sie, Bürgermeister Walter Blank, der kommissarische Leiter der Abteilung für Kinder, Jugend und Soziales, Olaf Salg, sowie die stellvertretende Bauabteilungsleiterin Luise Schmittke führten durch die frisch neben der Kulturhalle aufgeschlagene Pavillonanlage. Auf einer Gesamtfläche von 517,4 Quadratmetern sollen sich die 85 Kinder der kommunalen Kita tummeln, wenn ihre erst 17 Jahre alte Behausung in der Stettiner Straße ihre „vollumfängliche“ Sanierung erfährt (wir berichteten mehrfach).

Olaf Salg, Marion Kienzl, Bürgermeister Walter Blank und Luise Schmittke legen Hand an am letzten Karton.

Die Standards vom Haus der Kinder sollen komplett in das Containerdorf, zusammengesetzt aus insgesamt 39 Einzelmodulen, übertragen werden. „Alle unsere Leistungen werden aufrechterhalten“, betont Kienzl, die voller Lob für ihr 15-köpfiges Erzieherinnenteam ist. In nur einer Woche zogen sie mit fast dem gesamten Hausstand der Kita um. „300 Kartons haben wir ein- und wieder ausgepackt“, sagt Kienzl, und Salg bilanziert: „400 Kubikmeter an Möbeln und Einrichtung waren zu transportieren.“

Auslagerung verschlingt 200.000 Euro

Bürgermeister Walter Blank liefert die Eckdaten: Die Gesamtmaßnahme der Sanierung des Hauses der Kinder wird mit 915 .000 Euro veranschlagt, davon entfallen auf die eigentliche Sanierung 715 .000 Euro. Und 200. 000 Euro verschlingt die Auslagerung der Kita. Deren Kosten sind vielschichtig verteilt, den Löwenanteil macht die Miete für das Containerdorf aus. Die Gemeinde hat dafür eine Baugenehmigung auf zwei Jahre bekommen, hofft aber, in nur neun Monaten mit Sanierung und Rückumzug fertig zu sein. Klappt es nicht, wurden mit der Mietfirma bereits Verlängerungen vereinbart.

Glücklich nennt Blank den Umstand, neben der Kulturhalle an der Friedrich-Ebert-Straße einen idealen Aufstellplatz gefunden zu haben. Parkplätze gibt es, Bewegungsräume in der Halle können mitgenutzt werden, die Logistik ließ sich leicht aufbauen. Freilich mussten Zuwege zum Containerdorf asphaltiert werden, die Wiese wurde neu eingesät, Spielgeräte aus Lagerbeständen der Gemeinde herbeigekarrt. „Weil die Außenanlage in der Stettiner Straße erst vor eineinhalb Jahren mit viel Eigenleistung der Eltern liebevoll hergerichtet wurde, wollten wir dort nicht viel verändern“, sagt der Bürgermeister. Aussenanlage mit Spielgeräten und Sonnenschutz wurden so neu erstellt.

Es soll an nichts fehlen

Und mit einem Stabgitterzaun versehen, der bei einem Hersteller in Dieburg gekauft wurde. „Er machte das günstigste Angebot“, sagt Schmittke, und Blank ergänzt: „So etwas zu mieten ist teuer. Und weil unsere Gemeinde auch später dafür Verwendung haben wird, kauften wir diesen Schutz für die Kinder.“

Auch innen soll es der Containeranlage an nichts fehlen, versichern die Beteiligten. Die Gemeinde hatte sich zusätzlich für die Einrichtung von vier Ergänzungsräumen zu den vier Gruppenräumen für die Waschbären, Pandas, Koalas und Eisbären – so die Gruppennamen – entschieden. Damit solle auch im Provisorium pädagogische Arbeit auf höchstem Niveau gehalten werden, sagt Salg. Die Gruppenräume haben knapp 60 Quadratmeter Fläche, die kleineren etwa 30. Zwei Intensivräume sind für Theater- und Rollenspiele sowie für Bauen und Konstruieren gedacht. Es gibt eine Sprach- und Lernwerkstatt, versehen mit Schallschutzdecken und -türen. Die erst nach der letzten Sanierung vor einem dreiviertel Jahr eingebaute Küche wurde komplett aus der Stettiner Straße an der Kulturhalle verfrachtet und im Pavillon aufgebaut. Der gewohnte Tagesablauf soll unverändert bleiben, weiterhin frisches, gesundes Essen angeboten werden.

Quelle: op-online.de

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