Viele Kinder bleiben außen vor

Münsters acht Kitas öffnen ab Dienstag einzig im „eingeschränkten Regelbetrieb“

Das rot geschriebene Wort „vermissen“ auf der Grußbotschaft des katholischen Kindergartens in Münster ist schon lang verblichen. Und auch heute wissen Erzieher, Eltern und Kinder nicht, wie es kommende Woche weitergeht. Einzig der „eingeschränkte Regelbetrieb“ wird aufrecht erhalten. Doch wie, für wen und wann, weiß niemand so genau. Foto: Th. Meier
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Das rot geschriebene Wort „vermissen“ auf der Grußbotschaft des katholischen Kindergartens in Münster ist schon lang verblichen. Und auch heute wissen Erzieher, Eltern und Kinder nicht, wie es kommende Woche weitergeht. Einzig der „eingeschränkte Regelbetrieb“ wird aufrecht erhalten. Doch wie, für wen und wann, weiß niemand so genau. 

Der heftige Streit in der Landesregierung um die Öffnung der Kitas hat seine Auswirkungen bis in die kleinsten Kommunen. 

Münster – Auf die Frage, wie es beispielsweise in Münster wenige Tage vor der Aufnahme des eingeschränkten Regelbetriebes am kommenden Dienstag weiter gehe, hieß es bis gestern am späten Nachmittag: „Leider ist jetzt immer noch vieles offen, da die neuesten Verordnungen des Landes Hessen erst am Mittwochabend eingetroffen sind. “ Dann gab es doch noch einige erste Details fürs geplante Vorgehen.

Die Vorgaben des Landes sind recht vage gehalten und den Trägern vor Ort wird bei der Umsetzung größtenteils freie Hand gelassen. Dies erfordert aber natürlich auch einen enormen Abstimmungsbedarf mit den Leitern der einzelnen Einrichtungen, den Elternbeiräten, den anderen Kreisbürgermeistern, dem Jugendamt und anderen.

Auch heute werden dazu weitere Abstimmungsgespräche stattfinden, heißt es aus der Verwaltung, da man sich „für die Einrichtungen in Münster um eine möglichst einheitliche Vorgehensweise bemühen“ wolle.

Fest steht allerdings weiterhin, dass es auch ab dem von vielen Eltern und auch Kindern heiß ersehnten Dienstag, 2. Juni, keinen normalen Kita-Betrieb mit täglicher Betreuung für alle Kinder geben wird: „Wir wissen natürlich, wie schwierig die Situation für die Eltern ist, aber wir müssen uns an die Vorgaben des Landes Hessen halten.“

Ab Dienstag gibt es also den eingeschränkten Regelbetrieb. „Auch in dieser Zeit wird weiterhin nur eine begrenzte Anzahl von Kindern betreut werden können. Auf Basis der Vorgaben vom Land Hessen und in Rücksprache mit dem Landkreis hat sich die Gemeinde mit den freien Trägern über die Vorgehensweise abgestimmt“, informiert gestern Nachmittag die Verwaltung auf Nachfrage. Die Eltern würden in einem Schreiben über die Details informiert

Für Münsters beiden kommunalen Einrichtungen – die freien Träger würden sich aber im Wesentlichen an diesen Regelungen orientieren, können einzelne Punkte wie Betreuungszeiten aber auch anders regeln – bedeutet dies: Im Kindergarten wird es maximal zwölf Kinder pro Gruppe geben, in der Krippe maximal acht pro Gruppe. Einen Anspruch auf Notbetreuung in Kindertagesstätten haben laut des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration nur Kinder, die die entsprechenden Voraussetzungen der zweiten Verordnung zur Bekämpfung des Corona-Virus erfüllen. Die restlichen freien Plätze werden von den Kindertageseinrichtungen im Rahmen der Betreuungskapazitäten,eventuell in Absprache mit dem Jugendamt vergeben. Die Kapazitäten sind aufgrund der Abstands- und Hygieneregelungen begrenzt und es wird eine Reduzierung der täglichen Betreuungszeiten geben müssen: In den beiden kommunalen Kitas wird dies von 7 bis 14.30 Uhr sein. Die freien Träger können auch davon abweichen.

Ansonsten gelten Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen, über die die Eltern ebenfalls in dem Schreiben informiert werden, zum Beispiel: Die Übergabe der Kinder findet direkt an den Gruppentüren zum Außengelände statt, somit müssen die Eltern die Einrichtung nicht betreten. Es gelten Abstandsregelungen und Maskenpflicht beim Betreten des Kindergartengeländes. Fest zugewiesene Gruppenräume bleiben bestehen, offene Gruppenarbeit und übergreifendes Arbeiten findet nicht statt. In den Kinderbädern werden feste Toilettenkabinen eingeteilt, um auch hier eine mögliche Ansteckungsgefahr zu umgehen.

VON THOMAS MEIER

Quelle: op-online.de

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