Münsterer Kläranlage wird „ausgezeichnete“ Arbeit bescheinigt

Keine Chance den resistenten Keimen

Die Odenwälder Wasser- und Abwasser-GmbH bescheinigt Münsters Kläranlage ausgezeichnete Arbeit. Foto: Th. Meier

Münster – Vor Kurzem hat die Nachricht, dass in vielen deutschen Gewässern – so auch in der Gersprenz – multiresistente Erreger nachweisbar sind, für Verunsicherung gesorgt. Als mögliche Quelle der Keime können auch Kläranlagen infrage kommen.

Bürgermeister Gerald Frank hatte deshalb umgehend die zuständige Wasserschutzbeauftragte um eine Einschätzung der Situation in Münster gebeten. Der Befund bescheinigt der Münsterer Kläranlage eine „ausgezeichnete Ablaufqualität“ des Wassers.

Multiresistente Keime, gegen die die meisten üblichen Antibiotika nicht mehr wirken, werden zu einem immer größeren Problem. Der in den letzten Jahren stark gestiegene Einsatz von Antibiotika in der Medizin, aber auch in der Massentierhaltung befeuert diesen negativen Kreislauf. Zwar stellen die Erreger für Gesunde in der Regel keine akute Gefahr dar. Anders sieht das allerdings bei kranken, verletzten oder immungeschwächten Menschen aus. Auch in der Gersprenz konnten bei einer Wasserprobe in Dieburg multiresistente Keime nachgewiesen werden.

Bürgermeister Frank schaltete die für Münster zuständige Wasserschutzbeauftragte der Odenwälder Wasser- und Abwasser-GmbH ein, um Klarheit zur Wasserqualität zu bekommen. Mit dem bereits Eingangs erwähnten Erfolg.

Zwar lässt sich generell nie ganz ausschließen, dass Keime über das Abwasser von Kläranlagen in Flüsse gelangen. Aktuell gibt es noch kein standardisiertes Verfahren, um die Bakterien zuverlässig aus dem Wasser zu filtern. Auch gesetzliche Vorgaben zur Überprüfung des Abwassers auf multiresistente Keime gibt es bislang nicht.

Da das dem Bürger zur Verfügung stehende Trinkwasser jedoch nicht dem Oberflächenwasser entnommen wird, sondern aus aufgereinigtem Grundwasser besteht, werden Keime beim Durchlaufen der verschiedenen Bodenschichten größtenteils entfernt – auch multiresistente Erreger und Antibiotika-Resistenzgene. Das betont auch die Gewässerschutzbeauftragte: „Eine Gefährdung des Trinkwassers ist bei Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik nicht zu erwarten.“

Münsters Kläranlage hält sich aber nicht nur vorbildlich an alle bislang geltenden gesetzlichen Vorgaben, sondern geht auch schon einige Schritte weiter. Vor Kurzem hat ein Student der TU-Darmstadt seine Abschlussarbeit über das Klärwerk Münster geschrieben. Dabei ging es unter anderem auch um innovative Verfahren zur Beseitigung von Viren, Bakterien und Antibiotikarückständen mittels Ozon. Die Erkenntnisse können dazu beitragen, Münster zu einem Vorreiter der Abwasseraufbereitung zu machen. Münsterer Klärwerk sei „technisch stets am Puls der Zeit“ und ein Forschungslabor für neue, innovative Reinigungsverfahren, betont Frank.  tm

» Angemerkt 

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare