Kläranlagen: Ersparnis bei fast 56.000 Euro pro Jahr

Münster kooperiert auch mit Messel

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Blick in Münsters Kläranlage: vorn das Becken mit Sandfang (links) und Fettfang (rechts), hinten das Belebungsbecken.

Münster - Interkommunale Zusammenarbeit (IKZ): Was in Rathäusern und Bevölkerung gern in den Mund genommen wird, wenn es um die Ausschöpfung von Synergieeffekten mit den Nachbarkommunen und damit oft um Geldersparnis geht, erweist sich in der Praxis oft noch als zartes Pflänzchen. Von Jens Dörr 

Der zusammengelegte Standesamts-Bezirk für Münster, Eppertshausen, Messel, Dieburg und Groß-Zimmern ist ein Positivbeispiel für IKZ; die Dieburger (mit ihrem Freibad) und Zimmerner (mit ihrem Hallenbad) nutzen zudem neuerdings gemeinsam Personal für ihre Bäder und stimmen sich bei den Öffnungszeiten ab.

Münsters Freiwillige Feuerwehr steht tagsüber auch für Eppertshausens Gemeindegebiet mit in der Verantwortung, weil dort zu den Kernarbeitszeiten im Falle größerer Einsätze nicht immer genügend Kräfte vor Ort sein könnten. Seit Februar dieses Jahres läuft zudem eine IKZ zwischen Münster und Eppertshausen hinsichtlich der gemeinsamen Sache bei den Kläranlagen. Vier Tage vor Heiligabend unterzeichnete für Münster Bürgermeister Gerald Frank (SPD) eine solche IKZ-Vereinbarung auch mit seinem Messeler Amtskollegen Andreas Larem (ebenfalls SPD).

Die öffentlich-rechtliche Vereinbarung ist – zunächst einmal – auf die nächsten fünf Jahre angelegt. Im Kern sieht sie die Bildung eines gemeinsamen Personalpools vor. In Münster, wo die Kläranlage unter der Leitung von Kilian Huther steht, stehen fünf Vollzeit-Kräfte sowie ein 450-Euro-Jobber zur Verfügung. Sie arbeiten aber nicht nur in der Kläranlage, sondern sind für das Kanalsystem der Gemeinde und zugleich auch noch für das Gersprenzstadion zuständig. Eppertshausen und Messel bringen jeweils eine Vollzeitkraft ein.

Künftig sollen nach erstem Ansatz wöchentlich zwölf Arbeitsstunden interkommunal erbracht werden, konkret meist von Mitarbeitern aus Münster bei Einsätzen in Eppertshausen und Messel. Dafür erhält Münster einen finanziellen Ausgleich. Auch Eppertshausen – nach der im Februar begonnenen und im Oktober über eine IKZ-Vereinbarung fixierten Zusammenarbeit – sowie Messel – nach der Unterschrift am gestrigen 20. Dezember – profitieren finanziell: Sie müssen Arbeitskraft nicht mehr teuer extern einkaufen, wie es etwa bis Ende Januar dieses Jahres in Eppertshausen der Fall war, oder weitere eigene Stellen schaffen. „Für manche Aufgaben, zum Beispiel die Beckenreinigung, sind aus Sicherheitsgründen mindestens zwei Mitarbeiter vonnöten“, erläuterte Huther. Dabei können Eppertshausen und Messel nun auf Hilfe aus Münster zurückgreifen.

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Die kalkulierten Ersparnisse, die über Gebührensenkungen bei der Abwasserbeseitigung an die Bürger zurückfließen, sollen 2018 erheblich ausfallen: In Münster wären es knapp 56.000 Euro weniger an Kosten als bisher, in Eppertshausen 49.000 Euro und in Messel 71.000 Euro. Urlaubs- und Krankheitsvertretungen sowie Bereitschaftsdienste ließen sich nun ebenfalls besser organisieren, blickten Frank und Larem voraus.

Zudem setzen die Kommunen durch ihre IKZ auf Einsparungen bei der Materialbeschaffung – durch größere Bestellmengen – und günstigere Konditionen bei der Abfuhr des Klärschlamms. Allein in Münster produzieren die knapp 15.000 Einwohner jährlich rund 1300 Tonnen davon.

Quelle: op-online.de

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