Lange Wege für Senioren

Kritik an Halteverboten: Neuregelung sorge für Absterben von Betrieben

Die Friedrich-Ebert-Straße wie die Friedhofstraße (im Verkehrsspiegel) wurden für einen flüssigeren Busverkehr mit Halteverbotsschildern versehen. Nicht zur Freude von vielen Anliegern.
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Die Friedrich-Ebert-Straße wie die Friedhofstraße (im Verkehrsspiegel) wurden für einen flüssigeren Busverkehr mit Halteverbotsschildern versehen. Nicht zur Freude von vielen Anliegern. 

In Münster hat die Stadt neue Halteverbote festgelegt. Mit ihnen soll unter anderem der Nahverkehr flüssiger laufen. Jetzt werden kritische Stimmen laut.

  • In Münster beschloss die Stadt neue Halteverbote
  • Sie sollen vor allem den Nahverkehr verbessern
  • Jetzt hagelt es Kritik an Halteverbot

Münster – Um den öffentlichen Nahverkehr in Münster weiter voranzubringen, den Ortskern besser zu erschließen und für die neue Route der Buslinie MD wies das Rathaus jüngst viele neue Halteverbote aus (wir berichteten). Dies indes gefällt nicht allen Anliegern der betroffenen Straßenzüge. Manch einer macht gar mobil gegen die amtlichen Maßnahmen.

Halteverbot in Münster: Neuerungen für flüssigen Busverkehr

Von Dieburg kommend fährt der Münster-Dieburg-Bus (Linie MD) ab der Haltestelle Hallenbad weiter auf der Darmstädter Straße, bedient neu die Haltestelle „Münster Zentrum“ und verkehrt weiter über die Friedrich-Ebert-Straße zur Kulturhalle. Für die Bewohner des Inselviertels sowie des neuen Wohngebiets „Am Seerich“ bedeutet dies eine deutliche Verbesserung.

Nicht jedoch unbedingt auch für die Anrainer jener Straßen, die für einen flüssigen Busverkehr in ihrem ruhenden Verkehr Einschränkungen auferlegt bekommen. Um den Bussen eine möglichst gute Durchfahrt und damit das Einhalten der Fahrpläne und Pünktlichkeit zu gewährleisten, sind neue Halteverbotsregelungen erlassen geworden: 

In der Friedhofstraße im Abschnitt zwischen der Kreuzung mit der Rathenaustraße und der Einmündung in die Leskerstraße gilt montags bis freitags von 6.30 Uhr bis 21 Uhr ein eingeschränktes Halteverbot; in der Friedrich-Ebert-Straße ist zwischen den Einmündungen in die Rathenaustraße und Am Mäusberg montags bis freitags von 6.30 bis 21 Uhr ein absolutes Halteverbot.

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In Münster gibt es Kritik: Senioren und Kranke müssten weitere Wege gehen

Und dagegen schießt beispielsweise ein „F. Schulze aus der Friedrich-Ebert-Straße“ mit Flugblättern. Den Verfasser konnte die Redaktion trotz längerer Recherche in Münster nicht ausmachen. Die Maßnahmen schadeten mehr, als dass sie nützten, so der Kritiker, etwa „wenn ein bis zwei Fahrgäste im Bus profitieren, leiden gleichzeitig viel mehr Menschen an anderer Stelle, in den Nebenstraßen“. 

Die Friedrich-Ebert-Straße werde praktisch ganztägig zur Rennstrecke ohne Hindernisse gemacht. Und „Schulze“ zeichnet ein ganz düsteres Bild, sorgten doch die Neuregelungen „für ein Sterben der Dienstleistungs- und sozialen Betriebe“, weil man nirgendwo mehr halten dürfe. Senioren und Kranke müssten erheblich weitere Wege auf sich nehmen, heißt es im Schreiben.

Die Anwohner würden gegeneinander und gegen die Busfahrer ausgespielt, lautet eine Kritik, in Zeiten der allgemeinen Verkehrsberuhigung sende die Verwaltung falsche Signale. „Schulze“ rät zur Solidarität der Betroffenen: „Tragen wir eine Debatte zurück ins Rathaus“. Kontaktiert werden sollen Bürgermeister, Ortsvorstand und Dadina, die Parteien sollten Stellung beziehen.

Münster: Kritiker von Halteverbot sollten zusammen Lösung erarbeiten

Mittlerweile hat sich auch Peter Christ aus der Friedrich-Ebert-Straße 13 eingeschaltet. Mit korrektem Namen, Adresse und E-Mail-Adresse. Auch er sieht die Problemlage und rät, Interessierte sollten zusammenkommen, um an einer Lösung zu arbeiten. Unter der E-Mail-Adresse partygrillservice@t-online.de stehe er gern für Anregungen und Gespräche bereit.

Im Rathaus selbst habe es bislang wenig Reaktion zur neuen Regelung gegeben, heißt es auf Nachfrage. Allerdings sei der Bürgermeister noch im Urlaub: „Was sich in seinem elektronischen Postfach angesammelt hat, wissen wir nicht.“

Von Thomas Meier

Quelle: op-online.de

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