Mehr als nur Dekoration

Kunst in der Mühle: Premiere des neuen Ausstellungsformats

Zur Vernissage von „Kunst in der Mühle“ kamen zahlreiche Kunstinteressierte nach Münster. Foto: zeta

Der Begriff „Upcycling“ ist gegenwärtig in aller Munde. Gemeint ist damit der kreative Umgang mit vermeintlichen Abfallprodukten.

Münster – Vielen Materialien, die üblicherweise achtlos weggeworfen werden, kann man – mit dem entsprechenden Ideenreichtum –  noch eine neue, Verwendung geben, die ganz von dem ursprünglichen Zweck abweicht.

Lange, bevor es das Wort „Upcycling“ gab, hatte die Altheimer Künstlerin Nadja Eitner bereits ausgediente Produkte als Ausgangsmaterial für ihre Kunstwerke entdeckt. Plastikstrohhalme, Folien und Etiketten kommen bei ihr nicht in den Abfalleimer, sondern auf die Leinwand. „Summer feeling“ oder „Wohlfühlmoment“ heißen die Werke, die Eitner erschafft und die nun in der ersten gemeinsamen Ausstellung von zwölf Künstlern aus Münster und Altheim in der Mühle an der Gersprenz gezeigt werden. „Kunst in der Mühle“ heißt das Kunstprojekt, das die kulturelle Vielfalt in der Gemeinde nun um ein Element erweitert.

„Skulpturen, Pixel und Pigmente“ lautet der Slogan der ersten Auflage von „Kunst in der Mühle“. Der griffige Untertitel soll verdeutlichen, dass die Künstler in ihrer Arbeit frei waren, sich nicht an ein vorgegebenes Thema halten mussten. Ob Kunstwerke aus ausgedienten Verpackungen, wie bei Eitner, ob Skulpturen mit zweideutigen Aussagen, wie die von Manfred Minten oder Gemälde mit starker Symbolkraft wie jene von Hans-Peter Schmücker – die Ausstellung zeigte, welches große künstlerische Potenzial in der Gemeinde vorhanden ist.

In der Mühle hat der Heimat- und Geschichtsverein (HGV) sein Domizil. In Zusammenarbeit mit dem HGV, der Gemeinde und den beteiligten Künstlern konnte das Projekt erst entstehen. HGV-Vorsitzender Kai Herdt betonte, dass der Verein und alle Kunstinteressierten dankbar für die Realisierung der gemeinsamen Ausstellung seien.

„Kunst ist mehr als pure Dekoration. Sie ist mehr, als etwas, worauf man notfalls auch verzichten könnte. Kunst ist auch eine Reflexion und Interpretation der Umwelt und des eignen Seins“, erläuterte Herdt in seiner Eröffnungsansprache. Auch das Kunsthandwerk habe seinen Platz und sei mit der Kunst eng verwandt. „Denn auch das Handwerk hat einen Sinn für das Schöne im Detail. Beispielsweise ist die Schrift nicht nur die Weitergabe von Information, sondern sie transportiert auch Emotion.“

Münsters Bürgermeister Gerald Frank bekräftigte, dass Münster und Altheim Orte der Kreativität und der Kunst seien, die eine angemessene Plattform brauchten. Nachdem die „Kunst zwischen der Kerb“ eingestellt worden war, fehlte eine solche Plattform. Diese sollte sich durch ein hohes künstlerisches Niveau auszeichnen und nicht beliebig werden.

„Ziel ist es, einmal im Jahr eine Ausstellung mehrer Künstler in der Mühle zu etablieren. Diese können später auch unter einer Themensetzung stehen“, sagte Frank. Beim Betrachten der Kunstwerke solle man sich durchaus herausgefordert und auch angeregt fühlen, selbst kreativ zu werden. Die Malerin Erika Giehl sieht in einer Ausstellung eine Inspiration, neue Werke zu erschaffen. „Es ist aus künstlerischer Sicht schön, ein Ziel zu haben und zu wissen, dass man Kunst für ein interessiertes Publikum erschafft“, sagt sie.

Das Kunstevent bietet den Künstlern nicht nur eine Plattform für die Präsentation ihrer Werke, sondern schafft auch die Möglichkeit, sich kennenzulernen und einen kulturellen Austausch zu fördern. zeta

Immer sonntags

Die Ausstellung ist bis 10. November, immer sonntags, von 14 bis 17 Uhr zu sehen. Am 3. November bewirtet der Heimat- und Geschichtsverein die Gäste.

Quelle: op-online.de

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