Kampf für neuen Ortszusatz von Erfolg gekrönt

Münster macht Schluss mit ungeliebtem Beinamen

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Nach und nach sollen die alten, aber nicht von jedem akzeptierten Zusätze „b. Dieburg“ aus dem Ortsbild und von Schriftstücken in Münster an der Gersprenz verschwinden. Der Ort darf jetzt den Zusatz „in Hessen“ tragen. Beim alten, schmucken Bahnhofsgebäude muss wohl noch der Denkmalschutz zur Änderung gefragt werden.

Münster -  Angekündigt hatte es Bürgermeister Gerald Frank schon vor langem, jetzt meldet er Vollzug: Münster bei Dieburg war einmal, jetzt darf der Ort den Zusatz „in Hessen“ tragen.

„Ein neues Kapitel in der 763-jährigen Geschichte Münsters wird aufgeschlagen“, heißt es in der Meldung aus dem Rathaus. Ab sofort führt die Gemeinde den Zusatz „Hessen“ im Namen. Und weiter: „Verwechslungen mit dem an Einwohnern gemessen rund 20 mal größeren Namensvetter in Westfalen scheinen zukünftig ausgeschlossen.“ „Der Namenszusatz drückt eine größere Eigenständigkeit aus, wird dem Stellenwert unserer Gemeinde mit rund 15.000 Einwohnern endlich gerecht und sorgt für Eindeutigkeit“, freut sich Bürgermeister Frank.

Einstimmig hatten sich die Vertreter des Gemeindevorstands, des Haupt- und Finanzausschusses sowie der Gemeindevertretung im Dezember für die Namenserweiterung ausgesprochen. Clemens Laub, Leiter der Haupt- und Personalverwaltung, erinnert an den bürokratischen Aufwand. Stellungnahmen des Hessischen Statistischen Landesamtes, des Hessischen Staatsarchivs und des Hessischen Landesamtes für Bodenmanagement und Geoinformation mussten eingeholt werden und waren allesamt positiven Inhalts. Daraufhin sandte die Gemeinde Ende Januar den Antrag auf dem Dienstweg über den Landrat und das Regierungspräsidium an den Hessischen Innenminister. Alle Stationen wieder zurück erreichte die am 6. März von Innenminister Peter Beuth unterschriebene Urkunde Ende März das Rathaus.

Die ursprüngliche Idee, Münster um „an der Gersprenz“ zu erweitern, fand zwar lokal Zustimmung, schied jedoch rasch aus, da die Verantwortlichen des Hessischen Innenministeriums in Vorgesprächen die Aussichtslosigkeit des Unterfangens signalisiert hatten. Als nicht schiffbares Gewässer zweiter Ordnung sei der linke Nebenfluss des Mains zu unbedeutend und damit überregional zu unbekannt, um als Namenszusatz akzeptiert zu werden.

Bilder: Fest in der Kulturhalle

Reiner Werner, Leiter der Abteilung Finanzen im Rathaus und ein echter Münsterer Bub, hatte bereits vor 20 Jahren den richtigen Riecher. Werner ließ die Domain „muenster-hessen.de“ für die Gemeinde reservieren und deutete damit bereits an, was nun der Hessische Innenminister offiziell beglaubigte.

„Um den Aufwand so gering wie möglich zu halten, werden wir Briefköpfe, Siegel, Stempel und Formulare nach und nach umstellen“, verrät Gerald Frank. Bereits im Mai sollen die Ortstafeln den neuen Namen tragen. Anekdoten wie die folgende werden dann allerdings keine Ergänzung mehr finden: Der Anruf einer Spedition im Rathaus, ihre Mitarbeiter fänden die Kulturhalle an der Friedrich-Ebert-Straße nicht, in der sie das bestellte Päckchen abgeben wollten, brachte auf Nachfrage schnell Licht ins Dunkel. Die Spediteure waren im rund 300 Kilometer nördlich gelegenen Münster in Westfalen gelandet, wo es an der Friedrich-Ebert-Straße zwar einen Fitness- und Gesundheitspark, aber keine Kulturhalle gibt. (tm)

Quelle: op-online.de

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