„Naturfüchse“ erkunden die Umwelt

Am Blöken wird die Mutter erkannt

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Wellen, fast wie am Meer, durchzogen das Gewässer in den Hergershäuser Wiesen. Lämmer gab es im Gehege „Auf dem Sand“ zu entdecken.

Münster - Wer in den vergangenen Tagen aus dem Fenster schaute, konnte sich über klaren Himmel und herrlichen Sonnenschein freuen. Das mag so manchen vor die Tür gelockt haben, um zu einem Spaziergang aufzubrechen. Von Peter Panknin

Spätestens nach Verlassen des windgeschützten Bereichs wurde es wegen des Windes aber eisig. Die „Naturfüchse“ des Nabu Münster ließen sich aber nicht abschrecken. Vom Beobachtungsstand des Naturschutzbundes (Nabu) in den Hergershäuser Wiesen aus gibt es viel zu entdecken. Bei Sonnenschein, aber eiskaltem Wind, trafen sich die „Naturfüchse“ des Nabu Münster dort, um unter Anleitung bewährter Nabu-Mitglieder die Natur in Münsters und Altheims Umgebung zu beobachten. Nach dem einige mitgebrachte Ferngläser an die jungen Beobachter verteilt waren, wurde die Entriegelung der Fensterklappen entfernt und der Wind drückte die hölzernen Schutzschilder sofort auf.

Ein herrlicher Anblick bot sich auf die sonnendurchflutete Landschaft der Hergershäuser Wiesen. Die Gewässer zeigten Wellen – fast wie an der Ostsee. Zahlreiche Vögel waren zu entdecken, sollten per Fernglas beobachtet und anhand der ausgehängten Bilder in der Schutzhütte identifiziert werden. Enten, Gänse und auch ein Storchenpaar, das sein Nest bereits bezogen hatte, konnten erkannt werden. Nabu-Mitglied Inge erzählte die interessante Geschichte des im Nest fröhlich mit den Schnäbeln klappernden Storchenpaares. „Sie“ wurde anhand der Ringnummer als alte Bekannte ausgemacht, während „er“ bisher unbekannt und neu in den Auen um Altheim ist. Wie man zwischenzeitlich herausgefunden hat, ist sein „Vorgänger“ nach Eppertshausen ausgewandert und hat dort eine neue Partnerin gefunden. Das viele Geklapper mit den Schnäbeln macht hungrig, sodass das Storchenpaar sich in die Lüfte erhob, um nach Fressbarem Ausschau zu halten.

Die jungen Naturfüchse des Nabu hatten sich ebenfalls auf den Weg gemacht, blieben dabei aber am Boden. Der 17-jährige Marius, neu im Verein, interessiert sich für die Arbeit mit Jugendlichen, weshalb er heute die Aufgabe übernommen hatte, die Führung zu den jungen Schafen zu übernehmen. Wenn er dabei bleibt und weiterhin Spaß an der Sache hat, kann er einen Jugendleiter-Lehrgang besuchen und bei der geplanten Erweiterung des Angebots des Nabu-Münster für Jugendliche Unterstützung leisten.

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Am Schafsgehege „Auf dem Sand“ erwartete sie bereits der Schäfer. Die kleine Herde durfte den offenen Stall verlassen und auf der Wiese umhertollen. Vor allem die zahlreichen Lämmer, alle im Laufe des Februar geboren, machten reichlich Gebrauch davon, während die etwas älteren Schafe sich eher zu den angebotenen Brotstücken hingezogen fühlten. Mit lautem Geblöke nahmen sie das ungewohnte Futter entgegen, während sich die Jungtiere immer wieder mal ihrer Mutter näherten, um dann mit kräftigen Kopfstößen die „Milchquelle“ zu aktivieren.

Verwechslungen gab es dabei keine, denn das Muttertier leckt das Neugeborene gleich ab und prägt sich dabei dessen Geruch ein. Das Lämmchen jedoch merkt sich ganz genau, wie die Mutter blökt, sodass sich beide jederzeit erkennen können.

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Den Sonnenschein jedenfalls genossen Tier und Mensch. Gegen den kalten Wind waren beide gut geschützt. Schafe und Lämmer durch ihren natürlichen Wollpullover, die Menschen durch warme Kleidung, Mützen und Schals.

Quelle: op-online.de

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