Neue Urnenwand

Mehr Raum für die letzte Ruhe

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Die Gemeinde Münster hat das Urnengrabfeld auf dem Friedhof um 72 zusätzliche Begräbnisnischen erweitert. Jeweils zwei Urnen passen in so eine Grabnische. Mit einer Marmorabdeckung werden sie verschlossen.  

Münster - Es ist eine Entscheidung für die Ewigkeit. Bei der Wahl der letzten Ruhestätte haben Menschen heute zahlreiche Wahlmöglichkeiten. Zu den häufigsten Varianten gehört die Beisetzung in einer Urne. Von Sebastian Schwarz 

Auch in Münster lassen sich mittlerweile mehr Menschen auf diese Weise als in einem Sarg bestatten. Die Gemeinde Münster hat auf diesen Trend reagiert und auf ihrem Friedhof eine neue Urnenwand geschaffen. 72 Grabnischen stehen dort ab sofort zu Verfügung, von denen jede Platz für jeweils zwei Verstorbene bietet.  Bereits im Jahr 2011 war der Plan für eine neue Urnenwand auf dem Friedhof im Bau- und Planungsausschuss der Gemeinde vorgestellt worden, wie Tatjana Maier von der Münsterer Friedhofsverwaltung erläutert. Angedacht war eine Wand, bestehend aus zwei Bauteilen, die gemeinsam eine L-Form bilden.

Im Jahr 2012 wurde der erste Schenkel der Konstruktion mit 54 Grabnischen fertiggestellt. Diese sind aber mittlerweile größtenteils belegt, weiß Maier. „Die Urnenbestattung ist bei uns momentan die beliebteste Form der Beisetzung“, sagt sie. Ihre Aussage kann sie mit aussagekräftigen Zahlen untermauern. So haben im Jahr 2014 in Münster bisher 22 Erdbegräbnisse stattgefunden. Dem gegenüber stehen 50 Urnenbeisetzungen. Die erste Bestattung dieser Art gab es auf dem Münsterer Friedhof im Jahr 1990. Seit dem haben 754 Menschen dort auf diese Weise ihre letzte Ruhe gefunden. Doch wieso ist die Bestattung in den kleinen Nischen eigentlich so beliebt? „Das liegt vielleicht auch daran, dass die Angehörigen heutzutage einfach nicht mehr soviel Zeit für die Grabpflege haben“, vermutet Tatjana Maier.

Betonmauer mit 72 Nischen

Um dem Trend Rechnung zu tragen, hat die Gemeinde nun also die neue Wand errichten lassen. Seit Montag sind die Bauarbeiter auf dem Friedhof damit beschäftigt, die Betonmauer mit den 72 Nischen darin aufzustellen. In drei langen Reihen sind die Öffnungen, in die später die Urnen kommen werden, angeordnet. Vor jeder Reihe gibt es einen kleinen Balkon aus rötlich-schwarzem Marmor, auf dem die Angehörigen Blumenschmuck und Dekorationsgegenstände ablegen können. Wenn die neue Ruhestätte einmal genutzt wird, werden außerdem alle Grabnischen, so wie in der bereits bestehenden Wand, mit einer Marmorplatte in der selben Farbe verschlossen.

20 Jahre beträgt die Ruhedauer für die Grabstellen, also genau so lange wie bei einem Erdgrab. Eine Verlängerung ist allerdings möglich. Um den Angehörigen den Zugang zu den neuen Grabstätten zu erleichtern wurde beim Bau zudem auf einen barrierefreien Zugang Wert gelegt. Über eine eigens eingebaute Rollstuhlrampe können auch Besucher mit eingeschränktem Bewegungsvermögen ohne Probleme dorthin gelangen.

Quelle: op-online.de

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