Frank zieht Vorlagen aus dem Parlament zurück

Noch einiger Diskussionsbedarf zu Kitabau: Förderanträge gestellt

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St. Michaels alte Kita soll einem Neubau weichen. Doch noch gibt es keine konkrete Planung. Fördergelder wurden indes beantragt.

Die beiden Beschlussvorlagen für die geplanten Kita-Neubauten des katholischen Familienzentrums St. Michael und der Kita-Blumenkinder in Altheim wurden zur Sitzung der Gemeindevertretung am Montagabend von Bürgermeister Gerald Frank zurückgezogen.

Münster –  Keine Diskussion über die Projekte, die zur Beseitigung der Betreuungsknappheit als so dringlich eingestuft sind (wir berichteten). Grund: „Damit soll dem noch bestehenden Diskussionsbedarf in den politischen Gremien der Gemeinde Rechnung getragen werden“, sagte Frank.

Rund zwei Dutzend Besucher waren in die Sitzung gekommen, zahlreiche unter ihnen wegen der Kita-Projekte. Allein: Vertagt die Debatte auf die Dezember-Sitzung. Und: Die ausstehenden Ausschreibungen werden erst gestartet, sobald Förderzusagen für den Kitaausbau durch das Land vorliegen.

Wichtig: Die Anträge auf Zuschüsse für die Projekte beim Land sind gestellt. Die Frist hierfür läuft diesen Monat ab. Doch weil dem Land die Kommunen die Fördertopftüren für Kitaprojekte einrannten, Hessen nochmals 40 Millionen zusätzlich beisteuert, verzögern sich die Bewilligungsbescheide. Zeit, die in Münster gut genutzt sein sollte. Zeit, nach theoretischen Planungen, die einer ersten Kostenanalyse dienen, nun Nägel mit Köpfen, sprich reale Planungen zu machen.

Frank ging auf den Stand der Dinge ein. Seit 2018 haben Verwaltung, Kirchengemeinde, Kita-Leitung und Planer in vielen Zusammenkünften über das bauliche und pädagogische Anforderungsprofil für den Neubau der katholischen Kita nebst Familienzentrum beraten. Aufgenommen wurde der Wunsch der Kirche, die Kapazität des Familienzentrums auszuweiten. Die Verwaltung brachte ein, dass trotz des Ausbaus an Kita-Betreuungsplätzen zusätzlicher Bedarf besteht und daher der Ausbau auf sechs Gruppen sinnvoll wäre. Die Kirche habe laut Frank angeführt, dass durch eine Ausweitung auf fünf Gruppen bereits eine Herausforderung an das pädagogische Konzept bestehe, man über eine sechste Gruppe noch abwägen wolle. Einig war man sich, den Neubau um eine fünfte Gruppe zu ergänzen, unter der Voraussetzung, dass das Bischöfliche Ordinariat dem Vorhaben zustimmt.

Frank: „Die Planungen für die Kita-Blumenkinder kam als zweites Ausbauprojekt hinzu. Auch hier wurde mit dem Träger ein Anforderungsprofil erarbeitet.“ In diesem Fall für eine dreigruppige Einrichtung.

Die Gemeinde hatte ein Büro beauftragt, Machbarkeitsstudien für beide Kita-Neubauten zu erstellen. Frank sagt: „Diese Planungen wurde als Fußabdruck auf ein Grundstück projiziert, um zu verdeutlichen, welcher Flächenbedarf dafür notwendig ist.“ Bei den „Typologien“, die in den vergangenen Ausschusssitzungen vorgestellt worden seien, handele es sich „nicht um fertige Entwurfsplanungen“. Diese müssten noch erarbeitet und „im kommenden Jahr zur Verabschiedung“ vorgelegt werden.

Eine Ausschreibung von konkreten Bauplanungen fand noch nicht statt. Die Studien lieferten nur Zahlen, über die zu beraten seien. Frank resümierte: „In den Ausschüssen wurde festgestellt, dass die Investitionskosten als zu hoch angesehen werden und ein Vergabeverfahren anzuwenden ist, das auf kostengünstigere Angebote hinausläuft.“

Eben Letzteres gilt es, jetzt in den Ausschüssen zu erarbeiten. Die minimierte Baukostenlösung solle dann am 9. Dezember durch die Gemeindevertreter verabschiedet werden.

Doch ist laut Bürgermeister zuvor noch abzuklären, ob es aus Mainz von der Diözese grünes Licht für eine sechste Gruppe gibt oder nicht.

Die Ausschreibungen werden gestartet, sobald die Landes-Förderzusage vorliegt. Laut Frank „wahrscheinlich im Januar“. Und er schloss seine Erklärung zur Absetzung der Tagesordnungspunkte: „Das vorgeschlagene Verfahren passt nach Einschätzung der Planer in die Zeitplanung mit Fertigstellung im April 2022.“

Das sollte es auch, denn die Bauten müssen laut Förderbedingungen bis spätestens 30. Juni 2022 fertig sein.

VON THOMAS MEIER

Quelle: op-online.de

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