Intensive Tage für The Pins

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„Rock meets Orchestra“: Auftritt mit zwei Orchestern und zwei Bands vor 500 Besuchern gerät zur gelungenen Show. Nur die Akustik in der Kulturhalle gelangt zum Wermutstropfen.

Münster - Es könnte schlechtere Zeiten geben für junge Bands wie The Pins aus Münster: Jetzt rockte das Quintett aus der Gersprenzgemeinde in einer ungewöhnlichen Koproduktion vor 500 Zuhörern die Kulturhalle. Von Jens Dörr

Am Donnerstag (29. Mai, ab Mitternacht, Sparkassen-Bühne in der Innenstadt) dürften es gar mehrere tausend Musikfans sein, die beim Auftritt von The Pins auf dem Darmstädter Schlossgrabenfest mitfeiern werden.

In Rockigem von Bon Jovi, Totos Klassiker „Africa“ und „We will rock you“ von Queen waren Stücke in der Kulturhalle zu hören, die man normalerweise nicht auf der Setlist von Orchestern vermuten würde. Zum mittlerweile fünften Mal veranstaltete der Musikverein Münster das Konzert „Rock meets Orchestra“ – und neben dem Jugendorchester mischte erstmals auch das große Orchester mit.

In der gut gefüllten Halle machte der Verein, der dieses Jahr 100 Jahre alt wird, gemeinsame Sache nicht nur mit The Pins, sondern auch mit Sushiduke um den Dieburger Frontmann Heiko Elger.

Verbesserungsfähige Akustik

Wermutstropfen an einem ansonsten musikalisch üppigen Abend war die verbesserungsfähige Akustik. Nach dem Solo-Auftakt des Jugendorchesters unter der Leitung von Matthias Jäger – hier waren neben dem Bon-Jovi-Rock-Mix auch Falco-Hits und die noch recht junge „Party Rock Anthem“ zu hören –klagten gerade die beiden The-Pins-Sängerinnen Michelle Bürner und Lena Rosenkranz über schwierige Bedingungen auf der Bühne. Sie hörten sich selbst nur sehr leise – und im Auditorium wirkte das Orchester im Zusammenspiel etwas zu dominant. Bürner wie Rosenkranz, neuestes Mitglied des Münsterer Quintetts, das auch im Vorjahr schon dabei gewesen war, meisterten die Herausforderung aber und ließen sich die unangenehme Situation kaum anmerken. Entsprechender Applaus etwa nach Liquidos „Narcotic“ war ihnen gewiss, auch wenn die meisten Gäste die gemütliche Variante auf dem Sitzplatz bevorzugten.

Später am Abend legte dann zunächst das Große Orchester des Musikvereins ohne Verstärkung los, widmete sich unter der Leitung von Piotr Konczewski beispielsweise Joe Cocker. Zusammen mit Sushiduke entführten sie gar in den Himmel: Die Ballade „Stairway to Heaven“, die die harten Jungs von Led Zeppelin paradoxerweise bekannter machte als alle ihre anderen Songs, verschaffte bei vielen Gänsehaut-Momente.

Für Sushiduke, die den Abend später mit einem Auftritt ohne Orchester abschlossen, war es eine alte und neue Erfahrung zugleich: Bei einem früheren „Rock meets Orchestra“ musizierte die Band, die vor einigen Jahren auch den Titel bei „Hessen rockt!“ abgestaubt hatten, bereits zusammen mit dem Jugendorchester. Das Große Orchester dürfte seine Premiere und den gemeinsamen Gig mit Sushiduke seinerseits kaum bereut haben – und an der Technik lässt sich feilen.

Quelle: op-online.de

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