Partnerstadt aus Italien

Mehr als nur „Salute“

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Salute: Bürgermeister Walter Blank (links) begrüßte die italienischen Gäste im Rathaus. Gerlinde Herd-Huber (rechts) übersetzte.

Münster - „Man spricht es mit ,j’, schreibt es aber mit ,g’ und ,n’. Es gibt keinen Bindestrich“, erklärt Gemeindevorstandsmitglied Peter Waldmann zur richtigen Schreibweise von Lastra a Signa und damit jener italienischen Gemeinde, die nur rund zwölf Kilometer von Florenz entfernt am Zusammenfluss von Arno und Vingone liegt. Von Michael Just

Den Namen wird man sich merken müssen, denn die rund 20.000 Einwohner zählende Kommune schickt sich an, die neue Partnerstadt von Münster zu werden.

Dieser Tage schaute eine dreiköpfige Delegation aus Italien in der Gersprenzgemeinde vorbei. Zur Überraschung landeten die Gäste nicht in Frankfurt/Main sondern am Flughafen in Frankfurt/Hahn, wo sie Peter Waldmann abholte. Der Bürgermeister von Lastra a Signa war aufgrund eines Unfalls seiner Frau verhindert. Für seine Vertreter mit Marco Capaccioli, Leonardo Cappellini und Filippo Biancalani stand zuerst ein Empfang im Rathaus mit Münsters Bürgermeister Walter Blank sowie dem Gemeindevorstand an.

Es wurden kleine Geschenke überreicht, dazu lernte man sich näher kennen. Das war wegen der Sprachunterschiede gar nicht mal so einfach. Mit Gerlinde Herd-Huber verfügte die Runde über eine Dolmetscherin, die alle Unklarheiten gekonnt aus dem Weg räumte. Die Münsterin, die in Dieburg an einer Tages- und Internatsschule als pädagogische Leiterin arbeitet, zeigte sich als kompetente und galante Übersetzerin.

Gang über Gewerbemeile

Im Anschluss erfolgte für die Gäste ein Gang über die Gewerbemeile, wo sie der Eröffnung beiwohnten. Hier dürften sie gleich einen besonderen Eindruck von der Wirtschaftskraft von Münster bekommen haben. In Kontakt kamen die Gersprenzgemeinde und Lastra a Signa durch den Landkreis Darmstadt-Dieburg, der sich seit 2005 mit der Region Florenz austauscht. Das erste Beschnuppern erfolgte schon 2012, als mit Norbert Schewe, Elisabeth Happel und Gerhard Dahms drei Mitglieder des Münsterer Gemeindevorstands nach Italien reisten und dort Interesse nach einer Verbindung bekundeten.

Ein Jahr später fand nun der zweitägige Gegenbesuch statt. „Lastra a Signa ist kein Touristenort. Das war uns von Anfang an wichtig“, hebt Peter Waldmann hevor. Die Gemeinde zählt fast 20.000 Einwohner. Besonders ist, dass sie sich über 43 Quadratkilometer erstreckt und über eine Vielzahl kleiner Ortsteile verfügt. Insgesamt sind es fast 20 an der Zahl. Stolz ist der Verbund vor allem darauf, dass der weltberühmte italienische Opernsänger Enrico Caruso (1873-1921) dort ein Haus hatte und zum Teil im Ort lebte.

Bisher pflegte Münster nur Partnerschaften im deutschsprachigen Raum zu Abtenau in Österreich und zu Reinsdorf in der Nähe von Zwickau. Der Kontakt ins Salzburger Land besteht seit Anfang der 70er Jahre und damit seit über vier Jahrzehnten. Regelmäßige Besuche der Feuerwehren sowie der Vereine und Musikkapellen haben die Partnerschaft immer wieder geprägt.

Der nicht ganz so intensive Kontakt zu Reinsdorf kam nach der Wende zustande, als man forcieren wollte, dass Ost- und West-Deutschland besser zusammenwachsen. Wie Bürgermeister Blank sagte, möchte er die Freundschaft zu Lastra a Signa von kommunaler Seite langsam angehen. „Bisher haben sich die Gremien der Gemeinde noch nicht mit der Sache beschäftigt“, sagte er. Zuguterletzt sei dafür auch die Zustimmung des Gemeindeparlaments nötig.

Bilder von der Gewerbemeile

Ansturm auf Gewerbemeile

Das sieht der Vorsteher der Gemeindevertretung, Günter Willmann, ähnlich: „Für eine solche Partnerschaft ist es wichtig, dass die kommunalen Vertreter auf beiden Seiten erstmal Inhalte und Ziele festlegen.“ Soweit sei man noch nicht. Für den Altheimer ist es zudem wichtig, dass die Verbindung nach Italien sich nicht als ein Konstrukt von Politikern zeigt, sondern von den Bürgern mitgetragen wird. So bezeichnete er es als löblich, dass sich diesen Monat noch ein Partnerschaftsverein aus der Taufe heben will.

Dessen Gründung samt Feier steht am 24. Juni um 19.30 Uhr im Restaurant „Zum Goldenen Barren“ in Münster an. Derzeit bekunden schon 30 Bürger Interesse an einer Mitgliedschaft. Für die Zukunft heißt es dann auf italienischer sowie auf deutscher Seite, die Sprache der neuen Freunde zu lernen, das man zukünftig bei Feierlichkeiten und Empfängen über das „Salute“ und „Prost“ ein Stück hinauskommt.

Quelle: op-online.de

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