Von Abriss bis „nur das Nötigste“

Rathaussanierung: Planungen werden nochmals auf Null gestellt

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Es wird düster um die Zukunft des Münsterer Rathauses.

Münster – Was seit Jahren diskutiert und debattiert wird, die endgültige Sanierung des Rathauses, wird die Gemeindevertreter wohl noch weitere Jahre beschäftigen.Von Thomas Meier 

Die Präsentation der Kostenentwicklung zur sogenannten Revitalisierung des einst in drei Etappen errichteten Verwaltungsgebäudes ließ die Lokalpolitiker das Thema vor jedweder Beschlussfassung jetzt erst einmal wieder zurück in die zuständigen Ausschüsse befördern.

4,3 Millionen verschlingt allein die Mindestertüchtigung mit brandschutztechnischer Aufrüstung und energetischer Sanierung. Auf 5,6 Millionen kommt man, setzt man den von Bürgermeister und Mehrheit aus SPD und ALMA favorisierten zweistöckigen Anbau dorthin, wo derzeit noch der zuletzt angebaute Foyerbereich steht, dem der Abrissbirne zum Opfer fiele.

ALMA-Fraktionsvorsitzender Gerhard Bonifer-Dörr berichtete aus dem Bau- und Planungsausschuss, in dem man sich darauf verständigt habe, wegen weiteren Planungs- und Informationsbedarfs den bereits zuvor aufgestellten Beschlussvorschlag nochmals hinantzustellen. Hierzu erläuterte Bürgermeister Gerald Frank kurz die neues Zahlen. Er sei sicher, dass nicht alle Gelder für die Runderneuerung der Verwaltung aus der Gemeindeschatulle entnommen werden müssten: „Da sind einige Förderungen möglich, bei einer Laufzeit von bis zu zehn Jahren könnten bis zu 70 Prozent bezuschusst werden,“ verwies er etwa auf das Programm „Aktive Kernbereiche“.

Die Planung für den bislang angedachten Anbau vom Projektmanagement Petschow und Thiel.

Für die CDU machte Fraktionsvorsitzender Thorsten Schrod zum wiederholten Male deutlich, dass sich die Union strikt gegen die Abrisspläne des Foyers wende, sie nur zu einer „wirtschaftlichen Lösung“ bereit sei: „Was gemacht werden muss, soll erledigt werden, mehr nicht.“ Bislang sei noch keine Wirtschaftlichkeitsberechnung vorgelegt worden, sie würde erst erarbeitet, nachdem die Union sie beantragt habe. Man habe indes eingewilligt, sich den neuesten Sachstand im Ausschuss nochmals von den Experten darlegen zu lassen.

Für die SPD signalisierte Edmund Galli, dass man erpicht auf neue Informationen sei. Und die Sozialdemokraten folgten nicht etwa dem Druck der Opposition, sondern fordere umfassende Informationen, um eine Basis für die endgültige Entscheidung zu bekommen.

Bürgermeister und Landräte aus der Region

Aus den Reihen der Genossen meldete sich auch Jürgen Kreher mahnend zu Wort: „Wir müssen uns gut überlegen, was sinnvoll und machbar ist.“ Dafür gab es Beifall von der Union.

Gerhard Bonifer-Dörr suchte die Einigung, man stünde gemeinschaftlich vor schwerwiegendem Problem. Er erinnerte, dass es jetzt teuer käme, dass einst bestimmte Bauvorschriften nicht eingehalten worden seien. Er dankte der CDU dafür, zumindest gewisse Zusammenarbeit signalisiert zu haben. Jetzt kommt die Rathaussanierung zur nächsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses am 1. April wieder aufs Tablett.

Lesen Sie auch: Rathaus sanieren oder doch gleich neu bauen?

Quelle: op-online.de

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