Preisträger auf dem Trockenen

Wegen Umbauarbeiten: Grundschülern fehlt Alternative zum Hallenbad

Die letztjährigen Zweit- und Drittklässler der Altheimer Regenbogenschule, die erfolgreich das „Jugend-Schwimmabzeichen“ absolviert haben. Ihnen gratulierte Schulleiterin Natascha Heiß (links) und Sportkoordinatorin Rebecca Mantey (rechts).

Die Regenbogenschule hat den Preis „Sicher schwimmen“ gewonnen. Aber wegen der Umbauarbeiten fehlt ihnen das Münsterer Hallenbad zum üben.

Altheim – Entsprechend ausgelassen jubelten die Kinder der Altheimer Regenbogenschule über jenen Erfolg, zu dem sie teils höchstpersönlich beigetragen hatten: Die Grundschule am Rande des Münsterer Ortsteils hat den Preis „Sicher schwimmen“ der Arbeitgeberstiftung Südhessen für das Schuljahr 2018/19 sowohl auf Kreis- als auch auf südhessischer Ebene gewonnen. Erschwommen wurde der noch im Münsterer Hallenbad – wegen dessen derzeitiger Schließung die Bildungseinrichtung jetzt jedoch in der Bredouille ist.

„So lange das Münsterer Hallenbad auf war, war es dort super für uns“, verdeutlichte Schulleiterin Natascha Heiß, dass den Kollegen zwar aufgefallen sei, dass die Liegenschaft schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel hat, diese dem Schwimmunterricht der Regenbogenschule aber dennoch gute Dienste erwies. „Wir waren immer mit zwei Klassen und drei Lehrern gleichzeitig dort“, sagt Heiß, die die Grundschule seit Sommer 2018 leitet. Den Bustransfer organisierte der Landkreis als Schulträger; abzüglich Hin- und Rückfahrt sowie Umziehen blieben den Schülern von der Doppelstunde 45 Minuten reine Wasserzeit. Begonnen wird an der Regenbogenschule mit dem Schwimmunterricht bereits in der zweiten Klasse. „Das Ziel ist es, dass die Schüler bis zum Ende des vierten Schuljahres mindestens zwei Halbjahre Schwimmunterricht bei uns hatten“, so Heiß.

Hallenbad Münster: Alternativen sind weiter weg

Aktuell springt jedoch kein Regenbogenschüler ins Nass: Noch ist die Grundschule auf der Suche nach Ersatz für die weggefallenen Wasserzeiten im Münsterer Bad, dessen technische Ertüchtigung Bürgermeister Gerald Frank (SPD) zwar zur Chefsache erklärt hat, bei der momentan aber noch niemand seriös den Termin für die Wiedereröffnung zu prognostizieren wagt.

„Es ist schwierig“, antwortete Heiß auf die Frage zur Suche nach Ersatzzeiten. Prinzipiell müsse man in einem Hallenbad unterkommen, da sich der Schwimmunterricht der Schüler etwa im Dieburger Freibad wegen dessen Saisonzeiten sowie der unsicheren Wetterlage nicht umsetzen lasse. Mit dem Hallenbad der Gemeinde Groß-Zimmern habe man schon in Kontakt gestanden, „doch dahin wollen wir eigentlich nicht, weil wir dann weiter fahren müssten“, so Heiß.

Die Hoffnungen ruhten deshalb vor allem auf dem Hallenbad im Dieburger Neubaugebiet „Am Campus“, das ebenso nah an Altheim liegt wie das Münsterer Bad. Das Dieburger Bad wird vom dortigen Wassersportverein betrieben und steht – nach einer einjährigen Verlängerung – noch bis Ende 2020 zur Verfügung. Dann wird es abgerissen und weicht einem halben Dutzend Einfamilienhäuser, die das Baugebiet komplettieren. Im September 2021 will der WSV Dieburg sein neues Sportbad neben dem Freibad eröffnen. Ende September sollen die Mitglieder den Bauauftrag für das Sechs-Millionen-plus-x-Vorhaben erteilen.

Sichere Unterbringung noch nicht erreicht

Eine sichere Unterbringung im alten WSV-Bad hat die Regenbogenschule derweil noch nicht sicher erreicht, befindet sich laut Natascha Heiß aber in Gesprächen mit dem Dieburger Verein. „Wir hoffen, dass es für uns dort nach den Herbstferien klappen könnte“, blickte die Schulleiterin voraus. Grundsätzlich hoffe man freilich auf eine rasche Instandsetzung des Münsterer Hallenbads.

Dort war es den Lehrern im vergangenen Schuljahr gelungen, 41 damalige Zweit-, Dritt- und Viertklässler zum „Jugend-Schwimmabzeichen“ zu bringen – wofür die letztjährigen Zweit- und Drittklässler sowie Sportkoordinatorin Rebecca Mantey am Freitag im Wochenabschlusskreis geehrt wurden. Der Schule brachte dies und der prozentuale Spitzenwert in Südhessen – 40 Prozent der Kinder besitzen bereits „Freischwimmer“-Niveau – insgesamt ein Preisgeld von 450 Euro ein. Die Prozentzahl bezieht sich auf alle Kinder der Schule, also auch die noch gar nicht vom Schwimmunterricht erfassten Erstklässler. Dass auch die ihre Schwimmfertigkeiten ab dem zweiten Schuljahr möglichst bald wieder im Münsterer Hallenbad verbessern können, ist an der Altheimer Regenbogenschule großer Wunsch.

VON JENS DÖRR

Quelle: op-online.de

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