Juni steht der Rückumzug der Kinder an

Sanierungsende der Kita Im Rüssel ist in Sichtweite

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Noch ist viel zu tun in der Rüssel-Kita. Hier schauen sich Bürgermeister Gerald Frank, Architektin Luise Schmidtke, Elternbeirätin Corinna Thom und Kita-Leiter Peter Harenberg im Sanitärbereich um. Auch das Janosch-Bild wird bald Geschichte sein.

Münster - Auf einem Rundgang durch die seit Juli 2015 wegen Schimmelbefalls geschlossene und in Sanierung befindliche Kita Im Rüssel informierte Architekt Rudolf Happel über den Stand der Bauarbeiten. Erfreulich: Mitte Mai sollen sie abgeschlossen sein. Für 30. Juni ist ein großes Sommerfest angesetzt. Von Thomas Meier

Die zahlreichen Berichte über die Kita und ihre Zukunft, sie sollen bald der Vergangenheit angehören und keine weiteren Verzögerungen bis zum geplanten Rückumzug der 82 seit Schließung im ehemaligen Jugendzentrum untergebrachten Rüssel-Kinder mehr eintreten. Das wünschten sich nicht nur Bürgermeister Gerald Frank, die Elternbeiratsmitglieder Remigius Wodnion und Carinna Thom, Kita-Leiter Peter Harenberg oder Detlev Pröve, im Rathaus zuständig für Soziales, Kinder- und Jugendförderung, das will auch Architekt Rudolf Happel keinesfalls. Wenngleich er zu Beginn des Rundgangs im Foyer der Kita sagt: „Wenn alle Handwerker und beteiligten Betriebe mitziehen, bekommen wir den nun gesteckten Zeitplan hin.“ Die für die Gemeinde das Bauprojekt begleitende Architektin Luise Schmidtke nickte zu dieser Aussage heftig.

Die Dachwandverkleidung im Kindergarten ist im Werden, deutete der Architekt aus Reichelsheim auf die Decken. Heizung, Sanitär und Lüftung werden installiert, der Trockebau kann bald beginnen. Für die jüngsten Problemlagen und die doch arg schlechte Witterung habe man das Ganze doch noch prima gemanagt, meinte der Planer, endlich könne man derzeit so arbeiten, wie man es sich schon vor einem halben Jahr gewünscht habe.

Der Bürgermeister vernahm die Worte wohl und erleichtert beim Gang durch die vier Gruppenräume für zwei Unter- und zwei Über-Dreijährigen-Gruppen. Besichtigt wurden die Schlafräume für die Krippenkinder, Sozialraum, Küche, Mehrzweckraum und Bistro. Letzteres gab es vor dem Schimmelbefall noch nicht, es wurde jedoch geschaffen im Hinblick auf eine zunehmende Zahl an Ganztagskindern, die dort auch Mahlzeiten zu sich nehmen sollen. Zwar wandte Kita-Leiter Harenberg ein, dass in einem solch kleinen Bistro wohl nicht alle 40 bis 50 zu erwartenden Ganztagskinder verpflegt werden können und wohl künftig auch in den Gruppenräumen gespeist werden müsse. Doch ob Schichtbetrieb oder Gruppenraumservice – das sind kleine Probleme, die derzeit noch keine große Rolle spielen. Die Lüftung im Bistro ist jedenfalls schon mal angeschlossen.

Mit 1,25 Millionen Euro wird die Sanierung der Kita mit ihren 525 Quadratmetern Nutzfläche und 2500 Kubikmeter umbauten Raum zu Buche schlagen, sagt Bürgermeister Frank auf Nachfrage. Damit käme man rund eine Millionen Euro günstiger weg als bei einem auch zeitweise ins Auge gefassten Neubau. Geld, das man jetzt für einen Anbau für eine U3-Gruppe in Altheim zur Verfügung habe, der mit 550.000 Euro veranschlagt werde und zwölf Kindern zur Betreuung dienen solle.

Von außen wirkt sie schon wie neu, die Rüssel-Kita. Architekt Rudolf Happel (links) erläuterte den Baustand.

Die Gemeinde, so Frank, schaffe in der nächsten Zeit 22 weitere Vollzeit-Erzieherstellen. Allein diese schlügen pro Jahr mit rund 1,5 Millionen Euro Kosten im Haushalt nieder. „Bis 2020 werden wir eine bedarfsgerechte Kinderbetreuung in Münster anbieten können“, ist sich der Verwaltungschef sicher, der dem Bedarf seit Amtsantritt hinterhereilen muss.

Das kostet freilich viel Geld. Ob der Anteil an den realen Kosten für einen Kindergartenplatz für Eltern bei derzeit acht Prozent Beteiligung bleiben kann, ist dabei eher fraglich. Eher wahrscheinlich, dass auch sie für die Betreuung ihrer Sprösslinge tiefer in die Tasche werden greifen müssen, denn die Gemeinde muss auf einen ausgeglichenen Haushalt achten.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

„Nur sehr wenige Kommunen im Kreis sind so günstig wie wir“, sagt Frank. Und diesmal ist es Detlev Pröve, der zustimmend nickt und sagt, man müsse bei der Preisentwicklung auch schauen, wie Bundes- und Landespolitik sich künftig zur Kita-Betreuung stellen.

Kinder zur Schule zu schicken, kostet nichts. Der Kindergarten hat auch einen Bildungsauftrag, aber hier hat die Politik sich anders entschieden und bittet die Eltern mit Kindergartenbeiträgen zur Kasse. Mal mehr und mal weniger. Die Höhe des Kindergartenbeitrags variiert je nach Bundesland, Kommune und Träger.

Nun ist aber erst einmal der Rückumzug ins Auge gefasst, auch wenn das Außenareal auf dem 2700 Quadratmeter großen Grundstück bis Juni noch nicht fertig sein wird. Die Gestaltung dessen wird sicher noch weit ins kommende Jahr hineinreichen. Aber hier wollten sich ja auch „Erzieher und Eltern mit einbringen“, weiß Pröve. Eine AG habe sich schon gebildet und plane eifrig, berichtet der Abteilungsleiter.

Quelle: op-online.de

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