Vielseitigkeit ist seine Stärke

Schwimmer Chris Popii: Ein junger Mann für alle Lagen

Formvollendet: Chris Popii beim Brustschwimmen.
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Formvollendet: Chris Popii beim Brustschwimmen.

Der Münsterer Schwimmer Chris Popii hält zwei nationale Jahrgangs-Rekorde. Vielseitigkeit ist seine Stärke. In seiner Heimat Rumänien steht Schwimmen in der Schule nicht auf dem Stundenplan. 

Münster – Chris Popii ist ein (junger) Mann für alle Lagen: Für den 15-jährigen Schwimmer aus Münster ist die Vielseitigkeit im Wasser Trumpf. Vor einem halben Jahr machte er den nächsten Schritt in seiner Sportkarriere. Auf zwei Strecken ist der Teenager, der auf die Dieburger Goetheschule geht, sogar der aktuelle Rekordhalter seines Jahrgangs.

Denn über 200 Meter Brust und 100 Meter Rücken führt Popii derzeit die Bestenlisten seines Alters an. Über die 100 Meter Schmetterling fühlt er sich ebenfalls besonders wohl, was schon zeigt: Der Schüler beherrscht alle Lagen, zu denen auch noch der Freistil (Kraulen) zählt, auf hohem Niveau.

„Die Lagen-Rennen gefallen mir am besten“, verrät er dann auch. „Meine Stärke ist, dass ich vielseitig und bei den Stilen relativ ausgeglichen bin.“ Was ihn gerade für die Wettbewerbe, in denen die vier Disziplinen direkt hintereinander – zum Beispiel über insgesamt 200 oder 400 Meter – auszuführen sind, besonders prädestiniert.

Den einzelnen Stilen kann der Münsterer allen etwas abgewinnen: „Beim Brustschwimmen geht es darum, genug Luft zu haben“, zählt er auf. „Kraul ist am leichtesten, weil man es am häufigsten schwimmt. Beim Rückenschwimmen kommt es sehr auf die Beinarbeit an. Beim Schmetterling wird es mit der Zeit besonders für die Arme, die Seiten und die Brust anstrengend.“

Die kürzesten Lagenrennen gehen sogar nur über 100 Meter, dann, wenn auf der 25-Meter-Kurzbahn geschwommen wird. „Dort fühle ich mich noch wohler als auf der 50-Meter-Langbahn, weil ich die Kurzbahn bisher am häufigsten geschwommen bin.“ Konkret, seit er als Grundschüler beim SV Blau-Gelb Dieburg mit dem Vereinsschwimmen begann, und auch bei seiner zweiten Station, dem VfS Rödermark.

Von dort wechselte Popii im Sommer 2019 zum DSW Darmstadt, einem der stärksten Wassersportvereine Deutschlands, für dessen Erfolge beispielsweise Welt- und Europameister Marco Koch und aktuell auch die 2019er-WM-Finalistin Anna Elendt stehen. Seither geht der Münsterer unter Coach Alexander Kreisel in der zweitstärksten Trainingsgruppe des Vereins regelmäßig ins 50-Meter-Becken des Darmstädter Nordbads.

Dass das Bad momentan nur eine Interimslösung und von einer Traglufthalle umgeben ist, bis das neue Nordbad steht, bremst Chris Popii nicht aus. Nach der Schule und oft auch am Wochenende stehen für ihn wöchentlich sieben Einheiten im Wasser plus viermal Training an Land (etwa Kraftübungen und Yoga) auf dem Programm. „Talent ohne harte Arbeit ist nichts“, weiß der Schwimmer.

Sich buchstäblich über Wasser halten konnte er übrigens schon als Sechsjähriger – noch in Rumänien, woher seine Familie stammt, ehe sie wegen besserer beruflicher Perspektive nach Südhessen zog. „Im Wasser habe ich mich von Anfang an wohlgefühlt“, erzählt Popii. Was in Rumänien längst nicht allen so gehe: „Dort gibt es einen hohen Anteil an Nichtschwimmern. Schwimmen wird dort in der Schule nicht unterrichtet.“

Chris Popii allerdings ist längst ein Ass und eine weitere Hoffnung im Darmstädter Talentpool geworden. Der Schüler lässt keine Zweifel daran, dass er seinen Weg zu noch besseren Leistungen beim DSW forcieren will und sich trotz aller Fähigkeiten noch in allen Bereichen zu steigern vermag. Einen fünften Platz bei den Deutschen Meisterschaften des Jahrgangs 2004 hat er neben seinen aktuellen Topzeiten bereits erreicht, wird auch in diesem Jahr wieder an den DM teilnehmen. Die Form stimmt: Ende Januar steigerte der Münsterer unter anderem seine persönliche Bestzeit über 50 Meter Brust. Für die eine Langbahn brauchte er gerade einmal 32:13 Sekunden.

VON JENS DÖRR

Quelle: op-online.de

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