Seniorendienstleistung gGmbH Gersprenz

Drehorgel statt „Schneewalzer“

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Münsterer Gersprenz-Haus mobilisiert zum Sommerfest fast alle Bewohner und sucht nach Pflegekräften. Drehorgelspieler „Pitt“ erarbeitete sich alle Klänge per Hand.

Münster - 60 Plätze hat das Münsterer Haus der Seniorendienstleistung gGmbH Gersprenz - und Bewohner aller Pflegestufen, mehrheitlich der Stufen zwei und drei. Aktuell herrscht nahezu Vollbelegung, auch die beiden Plätze für die Kurzzeitpflege werden immer wieder rasch besetzt. Von Jens Dörr 

Erlebt man mit, dass am Samstag mehr als 50 Bewohner - teils mit ihren Angehörigen - am Sommerfest des Seniorenheims teilnahmen, wird deutlich: Fast alle konnten an einem der alljährlichen geselligen Höhepunkte in der Wilhelm-Lehr-Straße mitfeiern.

„Zurzeit haben wir kaum bettlägerige Bewohner“, sagt Michaela Hauf, Leiterin der Einrichtung der gemeinnützigen GmbH mit ihren Standorten Münster, Reinheim, Groß-Zimmern und Groß-Umstadt, wo Hauf vor ihrem Engagement in Münster tätig war. Jene, die es seien, würden - sofern irgendwie möglich - „für zwei, drei Stunden dennoch mobilisiert“. Das Sommerfest soll keinem entgehen, es ist der lockere Austausch zwischen Bewohnern, Angehörigen und Personal im Garten des Hauses.

Organisiert hat es auch in diesem Jahr wieder federführend Victoria Ebert, Leiterin der Hauswirtschaft. Vorerst ihr letztes Sommerfest mit den Senioren in Münster - „sie geht demnächst in Mutterschutz“, wie Hauf verrät. Eine Nachfolgerin steht schon in den Startlöchern, insgesamt verzeichnet das Münsterer Gersprenz-Haus derzeit keinen akuten Fachkräfte-Mangel. Nach examinierten Pflegekräften suche man dennoch ständig, so Hauf - denn Schlange stünden diese nun nicht gerade und eine gewisse personelle Fluktuation gebe es immer.

Ein buntes Unterhaltungsprogramm

Neben der Verpflegung mit Kaffee und Kuchen und - am frühen Abend - Leckerem vom Grill ersonn Ebert auch für dieses Jahr wieder ein buntes Unterhaltungsprogramm. Das leiteten am Samstag Hauf, Noch-Bürgermeister Walter Blank, der sich bis Ende September auf Abschiedstournee in seinem Amt befindet, sowie Münsters Seniorenbeauftragter Richard Stix ein, während aus den Lautsprechern „Und sie tanzten einen Tango“ schallte. Musik nicht nur von CD, sondern per Hand erarbeitet, hörten die Sommerfest-Besucher im Anschluss an die Begrüßung - mit dem Darmstädter „Pitt“ an der Drehorgel. Später am Nachmittag trat zudem eine Kindergruppe der Dieburger Dance Company auf. Ein Paar der Groß-Zimmerner Tanzschule Henrich hatte kurzfristig krankheitsbedingt absagen müssen.

Langweilig wurde es Bewohnern und Gästen also nicht - und die Spannung, wer an der Tombola abräumen würde, tat ihr Übriges. Unter den Preisen waren Kirschkern-Kissen ebenso wie Gutscheine für eine professionelle Zahnreinigung. Unabhängig vom Sommerfest wird und wurde es den Bewohnern in der Lehr-Straße derweil nicht langweilig: Neben einem regelmäßigen Beschäftigungs- und Unterhaltungsprogramm hatten sie erst in der Woche zuvor eine „Reise ins Glück“ zelebriert. Statt Drehorgel-Klängen spielte da der Posaunenchor aus Ginsheim-Gustavsburg, Haufs Heimatstadt, den Senioren den „Schneewalzer“ vor.

Quelle: op-online.de

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