Vorwürfe an Bürgermeister Frank seien heuchlerisch

SPD kündigt breiten Kita-Ausbau an

Münster - Die SPD erfüllt ihr Wahlversprechen: Bis 2020 sollen neue Kinderbetreuungsplätze entstehen. Und das nicht zu knapp.

„Wir halten Wort“, kündigt SPD-Gemeindevertreterin Erika Fritsch an. Durch den Kita-Entwicklungsplan der Gemeinde – er wurde im Sozialausschuss bestätigt – beendet die SPD zusammen mit der ALMA „einen eklatanten jahrelangen Mangel an Kinderbetreuungsplätzen“. Besonders für Kinder unter drei Jahren hinkte Münster bisher hinterher. Schrittweise werden die Plätze nun bis 2020 ausgebaut, sodass 40 Prozent – das entspräche der Quote, die vom Landkreis Darmstadt-Dieburg festgesetzt wurde – gedeckt wird.

„Damit lösen wir ein Wahlversprechen ein, für das wir schon lange gekämpft haben“, teilt Fritsch in einer Pressemitteilung mit. Eine faktische Vollversorgung für Kinder über drei Jahre – sprich 98 Prozent – wird ebenfalls erreicht.

Angelika Dahm, Vorsitzende Sozialausschuss, bezeichnete die Vorwürfe seitens der CDU als heuchlerisch und verlogen. Wie berichtet, unterstellte die CDU, dass Bürgermeister Gerald Frank seit zwei Jahren nichts unternommen habe, um die fehlenden Kita-Plätze anders als mit dem Juz aufzufangen. Denn der Mangel bestünde bereits, bevor Frank sein Amt antrat. Immer wieder habe Dahm Zahlen und eine konkrete Bedarfsplanung von den damals Verantwortlichen angefordert. Allerdings ohne Ergebnis. Erst Frank habe nach seinem Amtsantritt für belastbare Zahlen gesorgt.

„Die CDU hat jahrelang genebelt. Es gab keine Zahlen“, sagt die Sozialausschussvorsitzende Dahms. Der festgestellte Bedarf habe seit Jahren auf dem gleichen Niveau gestanden. Dies gehe aus den stabilen Geburtszahlen hervor.

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„Entweder ist es mangelnder Realitätssinn oder Demagogie, wenn man fordert, dass der Mangel holterdiepolter sofort behoben werden kann“, sagt Dahms. Zunächst musste geprüft werden, wo Kitas aus- und wo neu gebaut werden können. Auf dem Plan stehe nun ein Anbau am evangelischen Kindergarten in Altheim. Dort soll es dadurch eine zusätzliche U3-Gruppe geben. Die Kinderinsel war bisher eine Einrichtung rein für Kinder unter drei Jahren. Dort soll es zwei zusätzliche Elementargruppen geben. Auf dem Frankenbach-Areal wird eine komplett neue Kita entstehen.

Im Juni kehren die Rüssel-Kindergarten-Kinder zurück in ihre Kita „Im Rüssel“. Danach wird das Juz weiter als Kindergarten dienen bis der Neubau auf dem Frankenbach-Gelände fertig ist. Nur durch die weitere Nutzung kann vielen Familien geholfen werden. Zudem ist es finanziell ohne großen zusätzlichen Aufwand zu stemmen. Denn Alternativen wie Container sind sehr kostenaufwendig.

Die Kosten für den Ausbau sind in die mittelfristige Finanzplanung übernommen. Die Daten sind öffentlich bekannt. Mittel stehen bereits in diesem Jahr zur Verfügung, weitere werden mit dem Haushalt 2018 bereitgestellt. Mit dem Ausbau werden bis 2020 22 neue Stellen für Erzieher geschaffen. Um die Personalkosten von 1,5 Millionen Euro stemmen zu können, muss der Haushaltsplan umgestellt werden. „Kinder sind unsere Zukunft. Und den Familien gehört unsere volle Solidarität und Unterstützung“, sind sich Fritsch und Dahms einig. (yfi)

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

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