Neuer Kopf für kulturelle Events

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 Stefanie Lange und Bürgermeister Walter Blank schauen sich auf Münsters Internetseiten an, was alles an kulturellen Ereignissen in Münster läuft und noch laufen wird.

Münster - Stefanie Lange soll den gemeindlichen Veranstaltungsreigen und die Hallen Münsters beleben. Und durch Eintrittsgelder möglichst noch was in die Haushaltskasse spülen. Von Thomas Meier 

Was haben Michael Trischan, Tim Becker, Lucille’s Lumbago, Andy Ost, Marion Metternich und Denis Wittberg gemeinsam? Sie alle verdanken ihren baldigen Auftritt in Münster der Neuen in der Gemeindeverwaltung. Stefanie Lange hat sie als Mitarbeiterin der Abteilung V im Rathaus, zuständig für Wirtschaftsförderung, Öffentlichkeitsarbeit, Sport und Kultur, als „gemeindliche Events“ verpflichtet. Die 47-Jährige hat von oben die Lizenz zur kulturellen Belebung bekommen. Allerdings mit Auflagen, denn kosten soll die Aufwertung des Programmangebots freilich möglichst nichts. Im besten Falle gar Geld in relativ leere Haushaltskassen herein spülen.

Die „Kulturbeauftragte“ hat ihren Halbtagsjob in der Verwaltung seit Oktober – und allerbeste Voraussetzungen, die Probezeit mit Ablauf kommenden Monats auch zu bestehen. Was nicht Usus sein muss.

Die gelernte Bankkauffrau bewarb sich auf die Teilzeitstelle, weil ihr das Aufgabengebiet sehr interessant erschien, sie die Herausforderung reizte und sie die Liebe in den heimischen Raum lockte. Beheimatet war sie in Wesel am Niederrhein, wo sie ihren mittlerweile erwachsenen Sohn großzog und zehn Jahre im Personalbereich eines mittelständischen Betriebes tätig war.

Neues Konzept

Ihren Job machte, mit etwas anders gesetzten Schwerpunkten, zuvor Thilo Becker. Doch mit dem Haushaltskonsolidierungskonzept, das der Verwaltung angesichts unausgeglichenen Etats übergestülpt worden war, veränderten sich die Aufgabengebiete. Die Kulturhalle etwa soll sich möglichst selbst tragen. Seit ab 1. Januar die im vergangenen Jahr beschlossene neue Nutzungssatzung greift, müssen auch die Hallenräume buchenden Vereine tiefer in die Tasche greifen.

Nur eine gebuchte Halle spült auch Geld in die Gemeindekasse. Deshalb verfielen die kommunalen Politiker auf die Idee, sie durch von außen hinzu geholte kulturelle Veranstaltungen stärker auszulasten. Kein leichtes Unterfangen, wie Stefanie Lange berichten kann. Obwohl sie ihren Job so gut machte, dass bereits sieben solcher publikumsträchtigen Veranstaltungen im Jahreskalender der Gemeinde platziert werden konnten.

Nur eine (gleich die erste am 19. April mit Michael Trischan) fällt auf ein Wochenende. Denn zwischen Freitag und Samstag nutzen die heimischen Vereine, Parteien, Institutionen oder Firmen gern die Kultur- oder die Gersprenzhalle für Veranstaltungen. So liegen jetzt alle weiteren von der Kommune organisierten Highlights auf Donnerstagen.

Zauberei, Rock und Kabarett

Rund 550 Besucher fasst die Kulturhalle Münster. Womit können im heimischen Raum bei sieben Events genügend Menschen motiviert werden, sich aufzumachen, um Karten zu kaufen und ein kulturelles Schmankerl außer der Reihe zu genießen? Diese Frage stellte sich Stefanie Lange und beantwortete sie mit Hilfe einer in Aschaffenburg beheimateten Konzertagentur. Gemeinsam wurde in Kürze ein kommunales Kulturprogramm erarbeitet, das möglichst vielen Geschmäckern etwas bietet. Zauberei, Rock’n’Roll und Kabarett sind Schwerpunkte, ein bisschen Varieté und etwas Comedy hinzu, so soll es funktionieren.

Die Messlatte liegt hoch, aber der Anspruch von Stefanie Lange an sich selbst auch. Sportlich geht sie die Hürden an, so wie sie auch privat an ihrer Kondition arbeitet: „Man wird schließlich nicht jünger“, sagt die Skaterin, die auch ins Fitnessstudio geht, ihre langen Haare dabei lässig aus der Stirn werfend. Wenn sie genug Step-Aerobic betrieben hat, widmet sie sich gern der eigenen Kreativität, die sich in selbstgemachtem Schmuck, gemalten Bildern oder figürlichen Plastiken aus unterschiedlichsten Werkstoffen niederschlägt. Letztere haben dann schon mal Titel (und das Aussehen) wie „Wilde Köpfe“.

Bürgermeister Walter Blank meint nach solcher Vorstellung anerkennenden Blickes: „Wenn man dies so hört und sieht, da muss sie ja für ihre Aufgabe bei uns geeignet sein.“

Quelle: op-online.de

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