Uraufführung des Oratoriums ist Höhepunkt

Stehende Ovationen für Santa Caecilia

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Der Kirchenchor Cäcilia Münster im Überblick, davor die Musiker, die überwiegend aus Darmstadt kamen.

Münster - Die Uraufführung des Oratoriums Santa Caecilia in der katholischen Kirche war ein Höhepunkt auch im Jubiläumsjahr des Dirigenten vom Kirchenchor Cäcilia von St. Michael, Norbert Müller. Es geriet zum viel umjubelten Ereignis. Von Peter Panknin 

 Am 22. November wird der Heiligen Cäcilia gedacht. In Münster gab es in diesem Jahr gleich zwei besondere Anlässe, den Gedenktag der Schutzpatronin der Kirchenmusik aufwändig zu begehen. Die Feier fand daher nicht am eigentlichen Datum, sondern am Sonntag statt. Mit dieser Feier wurde zum einen der Abschluss des Dirigentenjubiläums von Norbert Müller, seit 40 Jahren musikalischer Leiter des Kirchenchore, begangen, zum anderen das Oratorium „Santa Caecilia“ in St. Michael uraufgeführt.

Komponist dieses modernen Werkes ist Thomas Gabriel, der die Erstaufführung seines Werkes an der Orgel begleitete. Gabriel studierte bis 1983 in seinem Heimatort Essen katholische Kirchenmusik, danach wirkte er als Kantor an der Liebfrauenkirche Recklinghausen. Weitere Stufen seiner beruflichen Entwicklung nahm er als Bezirks- und Regionalkantor, um dann seit 1998 als Regionalkantor für das Institut für Kirchenmusik im Bistum Mainz mit dem Schwerpunkt neues geistliches Lied für die Dekanate Rodgau und Seligenstadt tätig zu sein. Als Komponist zahlreicher Werke der Kirchenmusik erlangte er hohen Bekanntheitsgrad.

Müllers Bekanntschaft mit Gabriel ließ im vergangenen Jahr die Idee reifen, ein Oratorium zu Ehren der Patronin der Kirchenmusik, der Heiligen Cäcilia, ein Oratorium zu schaffen. Gabriel komponierte, Müller erstellte das Layout von Partitur und Chor- und Orchesterstimmen. Am Sonntag war es soweit, das Werk hatte Uraufführung.

Weit vor Beginn der Veranstaltung warteten viele Menschen vor dem Eingangsportal von St. Michael, um dem angekündigten Ereignis beizuwohnen. Im Inneren der Kirche wurden die Besucher von einem an die Wand projizierten Bild der Cäcilia empfangen, eine Fahne mit der Darstellung der Patronin zierte einen anderen Teil der Wand. Kurz vor Beginn waren alle Plätze im Gotteshaus besetzt. Pfarrer Bernhard Schüpke begrüßte, anschließend gab Norbert Müller einen kurzen Einblick in die Entstehungsgeschichte des Werkes.

Die Ouvertüre wartete gleich mit einer Überraschung auf, denn für ein Oratorium ungewohnt, ertönte zwischen den anderen Instrumenten klar und hell ein Xylophon (gespielt von Udo Diegelmann) und zog die Aufmerksamkeit auf sich. Ein weiteres, nicht unbedingt im Oratorium herkömmlicher Art vorkommendes Instrument war das Akkordeon, gespielt von Petra Krause-Hartmann. Weniger überraschend waren die anderen begleitenden Instrumente, wie Violine, Viola, Violoncello. Auch an Flöte, Horn, Oboe sowie Harfe ist man gewöhnt. Selbstverständlich fehlte auch die Orgel nicht, der der Komponist Thomas Gabriel persönlich die wohlklingenden Töne entlockte.

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Unterteilt in 15 Abschnitte wurde vom Kirchenchor Cäcilia, von sieben Solisten in verschiedenen Rollen sowie einem Sprecher (Bernhard Schetter) über die Geschichte der Heiligen von Rom musikalisch berichtet. In der Abschlussszene trat ein Engel, dargestellt von der kleinen Anouk Hebel, zu Cäcilia (Sophie van der Smissen, Sopran) und überreichte ein Musikinstrument.

War bis zu diesem Zeitpunkt nichts vom Publikum zu vernehmen, mit Verklingen des letzten Tones erhob sich riesiger Beifall, der sich zu stehenden Ovationen steigerte. Schließlich gelang es den Verantwortlichen doch noch, Blumensträuße an die Protagonisten zu überreichen, bevor die Zugabe durch den Chor kam.

Quelle: op-online.de

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