Direktkandidatin Dr. Mannes referiert beim Neujahrsempfang zur Lage der Nation

CDU stimmt sich auf Wahlkampf ein

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Vor rund 40 Gästen des CDU-Neujahrsempfangs stimmte Unions-Direktkandidatin Dr. Astrid Mannes im Foyer der Kulturhalle auf die Bundestagswahl ein.

Münster - Seinen Neujahrsempfang feierte der CDU- Gemeindeverband. Im oberen Foyer der Kulturhalle stießen die Christdemokraten auf 2017 an. Dazu stimmte die Direktkandidatin für die Bundestagswahl, Dr. Astrid Mannes, auf den bevorstehenden Wahlkampf ein. Von Michael Just 

Für 60 Personen hatte die Partei Tische und Stühle gestellt, 50 wurden erwartet. Letztlich sah man sich 40 Interessierten gegenüber. Zunächst begrüßte Peter Waldmann im Namen des Gemeindeverbands die Besucher, darunter auch Ex-Bürgermeister Walter Blank, der sich über das Lob freuen durfte, 18 Jahre eine gute Politik gemacht zu haben. Mittlerweile regiert in Münster ein Genosse, der allerdings, genauso wie die Lokalpolitik, nicht als Empfangs-Thema diente.

Die Christdemokraten überließen das Mikrofon in Gänze Dr. Astrid Mannes. Die 50-Jährige schaute vor allem über den Tellerrand und damit auf die Bundespolitik. Die Bürgermeisterin von Mühltal, die das Direktmandat im Wahlkreis 186 für Berlin gewinnen will, begann ungewöhnlich: So stieg sie mit dem Verweis auf 500 Jahre Reformation ein und lobte, dass Protestanten und Katholiken zusammen feiern. Die Bedeutung von Zusammenhalt hob sie kurz darauf bei der angeschlagenen EU ein weiteres Mal heraus: „Europa hat sich bewährt, der Frieden ist keine Selbstverständlichkeit.“

Zum gegenwärtigen Terror befand die Konservative, er trete anders als einst bei der RAF zutage. Waren damals Führungskräfte im Visier, sei es nun jeder. „Hier müssen wir Solidarität entgegensetzen und unsere Werte aktiv und bewusst leben“, führte die Politikerin an. Mit dem Blick auf leere Kirchenbänke ergänzte sie, dass man Werte nur verteidigen könne, wenn man diese auch lebe.

Die Sicherheit im Land sieht Mannes bei der Bundesregierung in guten Händen. Und die Videoüberwachung nach dem Anschlag in Berlin werde endlich in anderer Form diskutiert. „Darf Datenschutz über der inneren Sicherheit stehen?“ und „Wollen wir mit angezogener Handbremse agieren?“, fragte sie in die Runde. Trotz turbulenter Zeiten erachtet sie die Zukunft als positiv: Deutschland habe die niedrigste Arbeitslosenquote in der EU, auch bei der Jugend. Die ökonomischen Perspektiven seien gut, die Altersarmut aus ihrer Sicht „überschaubar“. Momentan stehe Deutschland wirtschaftlich so gut da, dass man andere unterstützen könne.

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Damit griff sie das Thema Flüchtlinge auf. Mit dem Integrationsgesetz und dem Stichwort „fördern und fordern“ habe man eine gute Handhabe erzielt. Dennoch gebe es Aufnahmekapazitäten und es gelte zu überlegen, Asylverfahren in den Fluchtländern durchzuführen. Wie das aussehen könnte und ob das mit den derzeitigen Vorstellungen in Berlin harmoniert, ließ sie offen.

Zum Bewältigen der gegenwärtigen Herausforderungen lobte Mannes die integrative Wirkung der Vereine und des Ehrenamts in Deutschland. Als verändert nimmt sie den Umgangston zwischen den Menschen wahr: Aggressive Autofahrer oder Anfeindungen in den sozialen Medien seien bedenklich, genauso wie die Meinungsbildung: Immer weniger Menschen verfügten über eine Tageszeitung, hinzu komme der Einfluss vom politischen Rand. Mit Blick auf den Populismus rief sie zur Verteidigung der Demokratie auf. Hier sollten die etablierten Parteien an einem Strang ziehen.

Zu diesen Worten passte dann auch der Besuch von Bernd Fritsch und Elke Müller vom Münsterer SPD-Ortsverein beim Empfang. Auch wenn CDU und SPD derzeit in der Gemeindevertretung so zerstritten sind wie selten zuvor, ging davon – zumindest für die Bundestagswahl – ein kleines Signal aus.

Quelle: op-online.de

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