Münster über Altheim?

Unterschriftenliste gegen die neuen Ortsteilschilder angekündigt

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Kritiker erinnern an einen Beschluss für die Beschilderung von Ortsteilen, demzufolge regionalen Befindlichkeiten Rechnung getragen werden soll. Die neuen Schilder ärgern sie.

Altheim - Die Hauptgemeinde liest sich seit kurzem auf neuen Ortsschildern „Münster (Hessen)“. Doch mit den neuen Hinweistafeln am Ortseingang bekam auch Altheim eine neue Beschilderung – und steht plötzlich klein als Anhang unterm neuen Münster Schriftzug. Das gefällt einigen Altheimern nicht, die eine Unterschriftenaktion planen. Von Thomas Meier 

Verwechslungen mit der gleichnamigen Stadt in Westfalen sollten „künftig so gut wie ausgeschlossen“ sein, erklärte Bürgermeister Gerald Frank die von ihm initiierte Umbenennung Münsters. Um die Neuerung umgehend offiziell zu machen, ziert die Namenserweiterung seit geraumer Zeit auch die Ortsschilder des „Hauptortes“. Bürgermeister Gerald Frank und die Landtagsabgeordnete Heike Hofmann haben die erste Ortstafel gar offiziell ihrer Bestimmung übergeben und in der Ortspresse darüber berichten lassen.

Was indes eher unbemerkt geschah, war die Auswechslung der Ortsschilder an den Ortseingängen des altehrwürdigen Altheims. Dort prangt nun in großen Lettern oben das neue „Münster (Hessen)“, um etliche Schriftgrößen kleiner darunter erst „Ortsteil“ und endlich „Altheim“ lesen zu lassen. So unbemerkt, wie die neuen Schilder an den erstmals im 12. Jahrhundert erwähnten Ortsteil kamen (Münster ist jünger), nehmen dies wohl etliche Ur-Altheimer nicht hin. Einige wandten sich bereits an die CDU, diesen Schildbürgerstreich rückgängig zu machen.

Die Protestler begründen ihr Ansinnen gar mit einem 1987 beschlossenen Antrag zur Beschriftung der Ortsschilder in der Gemeindevertretung, der damals aufgrund eines Ministerialerlasses herbeigeführt wurde. Nach den kommunalen Gebietsreformen in Hessen machte sich vielerorts Unmut breit. Man bekomme durch Zuweisung an oftmals gar ungeliebte Nachbarorte die Identität geklaut, hieß es damals. Um regionale Gefühle nicht zu verletzen, sollten die Ortsschilder auch zuerst den Ortsnamen, dann die dazugehörige Gemeinde nennen, lautete die Empfehlung im Land. Münster und Altheim hielten sich daran. Bis jetzt.

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Besser: Bis vor eineinhalb Jahren. Damals wurde ein Ortsschild Altheims geklaut und das neue entsprach schon nicht genau dem alten Vorbild von 1987, weswegen es Nachbesserungen gab. Doch das war nichts zu dem, was heute an den Ortseingängen Altheims den Zorn betroffener Gemüter erregt. Münster ist seinen für manche Bürger leidigen Zusatz „bei Dieburg“ jetzt zwar los, „schließlich ist Münster ja kein Stadtteil von Dieburg“, argumentierte Bürgermeister Frank, doch weht dem Verwaltungschef jetzt der Sturm der Entrüstung aus Altheim entgegen.

Quelle: op-online.de

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