Neues Dach für Quarantänestation

Umzugs- und Ausbaupläne des Kreistierheimes liegen derzeit auf Eis

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Die Quarantänestation des Kreistierheims an der Munastraße bekommt ein neues Dach. Ein Umzug der alten und nicht mehr zeitgemäßen Institution, wie zum Antritt der neuen Leitung noch groß angekündigt, ist in absehbarer Zeit nicht mehr vorgesehen.

Am Kreistierheim an der Munastraße wird derzeit kräftig gewerkelt: Das Dach der Quarantäne-Station war undicht und eine Reparatur duldete nach den jüngsten Stürmen keinen weiteren Aufschub mehr.

Münster – Eigentlich wollte die neue Leiterin, Barbara Mosch-Schlösser, die im Januar 2016 auf die wegen Unstimmigkeiten entlassene Vorgängerin mit dem Management der für Fund- und beschlagnahmten Tiere betraut wurde, schon längst mit der gesamten Herberge nach Dieburg oder Darmstadt umgezogen sein. Doch wurde dieses Projekt erst einmal hintangestellt.

Finanziert wird die Sanierung des Quarantänehauses vom Trägerverein des Kreistierheimes, dessen Rechner Friedhelm Saal die Summe „im fünfstelligen Bereich“ beziffert. Die Kreistierheim-Gemeinschaft, die einst aus fast allen Gemeinden des ehemaligen Ostkreises bestand, setzt sich noch aus zehn Kommunen zusammen: Münster, Eppertshausen, Dieburg, Rödermark, Groß-Umstadt, Roßdorf, Groß-Bieberau, Groß-Zimmern, Otzberg und Schaafheim. Der Trägerverein, der bis 2016 den Betrieb der Tierherberge in Eigenverantwortung leistete und durch einen Pauschalbetrag finanzierte, der von den Mitgliedskommunen nach einem Einwohnerschlüssel kam, legte die Geschicke des Heimes 2016 in die externen Hände Mosch-Schlössers. Der Betrieb des Kreistierheims ist seitdem anders organisiert als bisher: Waren die hauptamtlichen Mitarbeiter zuletzt noch direkt beim Trägerverein angestellt, so ist das nun nicht mehr der Fall. Der Verein bezahlt dem Tierhotel stattdessen eine fixen und für die Mitgliedskommunen damit kalkulierbaren Betrag, aus dem Mosch-Schlössers Unternehmen die nun bei ihr angestellten Mitarbeiter bezahlt, den Betrieb aufrecht erhält und auch die Instandhaltung finanziert. „Von unserer Arbeit berichten wir dem Verein monatlich, überhaupt ist alles transparent bei uns“, sagte Mosch-Schlösser zum Amtsantritt.

Große Pläne präsentiert

Und sie und ihr Team präsentierten zum Neustart des Heimes an der Munastraße große Pläne, zu denen auch der Neubau an anderer Stelle gehörte. Die neue Leiterin, die in Langen auch das Tierhotel Rhein-Main betreibt und Doggen züchtet, und ihr Mann Frank Schlösser, der sie von der betriebswirtschaftlichen Seite her berät, erklärten beim Antritt, die Tage der Unterkunft am Rande Münsters seien gezählt. Und auch Bürgermeister Gerald Frank, der zugleich ehrenamtlicher Vorsitzender des Trägervereins ist, gestand 2016 ein, dass die Räumlichkeiten am Rande des Breitefeldes nicht mehr auf der Höhe der Zeit seien. Massive Investitionen, so Frank damals, seien notwendig, die der Verein selbst schwerlich leisten könne.

2016 hörte sich das so an, als stehe der Umzug direkt vor der Tür und würde aus der Tasche des Mosch-Schlösserschen Unternehmens bezahlt. Dieburg war 2016 favorisierter Standort, für den eine Bauvoranfrage lief, der die Betreiber optimistisch entgegensahen, eine Alternative lag in Darmstadt-Eberstadt. Sogar die Inbetriebnahme war noch für 2016 ins Auge gefasst worden. Neben dem Kreistierheim sollte am neuen Standort auch das in Langen ansässige Tierhotel untergebracht werden, ergänzt um eine Tierarzt-Praxis und Tierphysiotherapie.

Allein: Aus den ganzen, in unserer Zeitung auch vorgestellten Ideen wurde bislang nichts. Nach Auskunft aus dem Rathaus Münster sei derzeit „wohl auch kein Um- oder Auszug“ absehbar. Letzteres bestätigte auch Mosch-Schlösser, die sich derzeit aber nicht weiter zu den Projekten äußern wollte und an die Verwaltung Münsters verweist.

Wenigstens die Quarantäne-Tiere haben bald schon ein dichtes Dach über ihrem Kopf.

VON THOMAS MEIER

Quelle: op-online.de

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