Erneut Wechsel im Kreistierheim

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Katze Tierheim

Münster - Wäre es nach dem Vorstand des Kreistierheims in Münster gegangen, bliebe Anja Peters wohl auch zukünftig die Leiterin dieser Einrichtung: Ihr Arbeitszeugnis fällt beinahe schon überschwänglich aus. Von Jens Dörr

Neben dem Trägerverein von 13 Städten und Gemeinden, die außer Rödermark alle dem östlichen Teil des Kreises Darmstadt-Dieburg angehören, bescheinigen ihr auch ehrenamtliche Mitarbeiter des Tierheims immensen Einsatz und Kompetenz für Hunde, Katzen und Nager. Doch trotz alledem: Anja Peters hört auf. Bereits Mitte August hat sie nach eigenen Angaben dem Vorstand die Kündigung auf den Tisch gelegt, gestern war ihr letzter „richtiger“ Arbeitstag. Bis zum 15. Oktober wird sie noch provisorisch mitarbeiten, noch etwas länger außerdem auf dem Gelände wohnen bleiben. Bereits am 16. Oktober tritt indes Peters’ Nachfolgerin den Dienst an: Ursula Schuster aus Roßdorf, unter anderem Collie-Züchterin. Den Weggang von Peters bedauern viele - doch 500 Überstunden und regelmäßig vergebliches Betteln um eine personelle Aufstockung waren für sie letztlich zu viel.

Mit einer weiteren Vollzeit- und einer 400-Euro-Kraft stemmte Anja Peters zuletzt den Betrieb, in dem sie bis zu zehn Hunde, 40 Katzen und weitere Kleintiere auf Trab halten. „Man kann aber nicht Hunde, Katzen, Nager und Büro gleichzeitig machen“, sagt sie, die sich mehrfach eine weitere Halbtagskraft zur Verstärkung erbat. Vergeblich, obwohl das aus ihrer Sicht durch ein verbessertes Angebot wieder hätte eingespielt werden können: „Durch eine weitere Kraft hätten wir mehr Pensionstiere aufnehmen können und mehr Einnahmen gehabt.“ Schließlich sei Raum genug, das Heim biete riesig Platz.

Auf „wenig Einsicht und Ahnung“ gestoßen

Dem Vorstand, an dessen Spitze sich Münsters Bürgermeister Walter Blank als Vorsitzender befindet, macht Peters im persönlichen Umgang keinen Vorwurf – das sei alles menschlich in Ordnung gewesen. Verstanden fühlte sie sich allerdings selten. Ansonsten sei sie mit ihrem Personalanliegen auf „wenig Einsicht und Ahnung“ gestoßen. Persönliche Vorwürfe macht sie den handelnden Personen nicht, bezweifelt aber, ob insbesondere Bürgermeister aufgrund ihrer hohen sonstigen Belastung geeignet seien, über Wohl und Wehe des Tierheims und damit seiner Vierbeiner zu entscheiden.

Zwar sei Peters bereit, ihre Kündigung zurückzuziehen, sofern eine weitere Halbtagskraft bewilligt würde. Wahrscheinlich ist das aber nicht – Ursula Schuster als neue Leiterin hat bereits den Vertrag bekommen. Da ändert es vermutlich wenig, dass die Ehrenamtlichen – neun Frauen – Unterschriften für den Verbleib von Peters sammeln und vereinzelt sogar ankündigen, bei einem Wechsel der Leiterin nicht mehr zu helfen. Das hat auch mit dem Ärger über die drastisch erhöhten Gebühren zu tun: Ein unkastrierter Rüde konnte bis vor einiger Zeit beispielsweise für 80 Euro abgegeben werden, nun sind es 280. Auch bei Katzen gibt es dramatische Sprünge. „140 Euro wird keiner zahlen“, bedauert Peters.

Quelle: op-online.de

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