Münsterer schenkt Reliquie

Ein Splitter von Sankt Martin

+

Münster/Dieburg - Behutsam streicht Alexander Vogel, Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Peter und Paul, über die goldene Oberfläche des Reliquiars. „Das ist etwas ganz besonders“, sagt er.

Gemeint ist der winzig kleine Knochensplitter, der in dem Gefäß aufbewahrt wird. Er soll vom heiligen Martin stammen, jenem Bischof von Tours der einst mit einem Bettler den Mantel geteilt haben soll und dem nun immer am 11. November gedacht wird. Für Dieburg spielt der Heilige eine wichtige Rolle. Nicht nur, dass er als Schutzpatron der Stadt im Wappen dargestellt ist, „er ist auch Patron des Bistums Mainz und der Bischofskirche“, erklärt Vogl. „Wir als Pfarrgemeinde sind sehr stolz darauf, jetzt eine Reliquie von St. Martin zu besitzen.“

Bis September befand sich das Reliquiar im Besitz eines Münsterers. „Er wollte, dass es einen würdigen Platz findet“, sagt Vogl. „Eines Tages kam er deshalb auf uns zu und fragte, ob die Pfarrgemeinde schon eine Reliquie vom heiligen Martin hat.“ Da dem nicht so war, schenkte er ihr seine.

Eine Urkunde aus Rom, datiert auf Januar 1985, gab’s dazu. Sie soll bestätigen, dass die Überreste im Reliquiar wirklich vom Bischof von Tours stammen. Im unscheinbaren, auf Lateinisch geschriebenen Dokument heißt es sinngemäß: „Allen, die diesen Brief betrachten, bescheinigen wir, dass wir ein kleines Stückchen von den Knochen des heiligen Martin von Tours weggenommen und hier hingebracht haben.“ Pfarrer Alexander Vogl stellt das nicht in Frage. „Im Vatikan gibt es eine Stelle, die darauf achtet, dass mit den Reliquien kein Missbrauch getrieben wird“, erklärt er. „Ich habe keinen Grund daran zu zweifeln, dass diese Reliquie echt ist.“ Wo sie künftig aufbewahrt werden soll, steht noch nicht fest. „Sie bleibt aber in der Kirche von St. Peter und Paul“, sagt Vogl.

ljö

Quelle: op-online.de

Kommentare