DJK-Traditionssitzung

Sellemols ist stets aktuell

Die Präsidentengarde glänzte klassisch-modern, ganz wie anno dunnemals. - Fotos: Friedrich

MÜNSTER - Zum Alten Eisen? Gehört in der Fastnachtsabteilung der DJK keiner. Im Gegenteil. Vor 400 begeisterten Gästen mischten die alten Haudegen der Narrengilde den Saal so richtig auf. Von Ursula Friedrich

Die Traditionssitzung unter dem Motto „Sellemols. . . “ in der zum Narrenbau umgerüsteten DJK-Halle lebte von Büttenreden, nach dem Motto: Je oller, je doller. Wie Opa mit den Tücken eines String-Tangas kämpft. Dampfstrahler, Nasssauger, Bolzenschneider und Co. durchaus im alltäglichen Haushalt zweckdienlich eingesetzt werden können. Der Massenverzehr von Bohnen zu Biogas – und damit einer preisgünstigen alternativen Energiequelle in Münster führen kann – all dies erfuhr ein bestens aufgelegtes Publikum in einem herzerfrischenden Feuerwerk der Büttenreden.

Statt Dauerparty und Kostümsitzung standen diesmal Tradition und Vortrag im Zentrum des närrischen Programms. Umringt vom Elferrat moderierte das Präsidentenduo Nicole Erdmann und Achim Schledt. Wer die Eröffnungssitzung mit der närrischen DJK-Familie Ende Januar feierte, freute sich jedoch auch über ein Wiedersehen mit den lachmuskel-intensiven Beiträge jüngerer Redner. Jäger(-meister) Matthias Matheis philosophierte aus dem Försterstuhl über das Pro und Contra eines Hasen am Rucksack und einem im Bett. Protokoller Jörn Müller warb als vereinseigener Kanzlerkandidat um Stimmen. Und das Naturkundlerduo Thomas Mack und Matthias Wolf blödelte sich von Ente zu Ente.

Als eingebildete kranke Tante war einmal mehr Nicole Erdmann zu erleben, während Gastredner Wolfgang Gondolf als Küchenchaot für die älteren Semester in der Bütt antrat. Sein närrisches Jubiläum feierte Friedel Seib, der zum 44. Mal in die Bütt stieg. Kein anderer hätte mit dem Beitrag „do sescht sie dann...“ ein paar Lacher kassiert – doch mit seiner unvergleichlichen Art sorgte Oldstar Seib auch diesmal für närrische Furore. Als „Mann von sellemols“ knüpfte DJK-Fastnachtsveteran Norbert Günther an diesen Erfolg an. Der Mann des schnellen Reimvortrags nimmt nach 55 Jahren Büttenkarriere nun seinen Hut.

Intergalaktische Knirpse

Gespickt mit so viel Wortwitz lockerte die Jugend mit flotter Beinarbeit die Sitzung auf. Noch einmal landeten die intergalaktischen Knirpse des Kinderballetts auf der Bühne – die Präsidentengarde glänzte klassisch-modern, die „Feen“ mexikanisch. Was sich mit Posaune, Tuba, Akkordeon und Schlagwerk „anrichten“ lässt, demonstrierten die Hinnergassebuwe mit ihrem kultverdächtigen Auftritt, während die DJK-Band Siebenschläfer aus dem blauen Bock zum großen Finale überleitete. Ein fulminantes Fastnachtsereignis, dass ganz in der Tradition von 66 Jahren närrischer Unterhaltung beim DJK stand.

Quelle: op-online.de

Kommentare