Im Takt synchronisiert

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Mathias Jäger leitet seit zwölf Jahren das Münsterer Jugendorchester, das derzeit 75 Mitglieder hat.

Münster - Auf seine erfolgreiche Arbeit im Nachwuchsbereich kann der Musikverein 1914 Münster stolz sein. Als einer der wenigen Musikvereine in der Region besitzt er ein Jugendorchester (JO), das motivierte 75 Nachwuchsmusiker zu seinen Mitgliedern zählt. Von Martina Emmerich

Wir sprachen mit den Überzeugungstätern. Das JO konnte schon zahlreiche erste Plätze bei Wertungsspielen erzielen, an Konzertreisen nach Holland und England teilnehmen sowie internationale Jugendtreffen besuchen. Darüber hinaus stützt das JO das Große Orchester des Vereins mit Nachwuchstalenten und jungen Musikern. Um diesen Erfolg zu erreichen, waren jedoch stets viel Engagement und ein ansprechendes, modernes Liederrepertoire gefragt. Mittlerweile bietet der Verein bereits für die ABC-Schützen in Zusammenarbeit mit der Schule erste Musikkurse an, die mit zunehmendem Alter der Teilnehmer vielfältiger und anspruchsvoller werden. Das begeistert die Kids und Jugendlichen.

Klassisch mit der Blockflöte angefangen

„Mich haben von Anfang an die Gemeinschaft und das Musizieren mit so vielen Gleichaltrigen und Gleichgesinnten fasziniert“, sagt Markus Danz (20), der mittlerweile schon zu den Oldies im Jugendorchester gehört. Klassisch mit der Blockflöte angefangen und dann relativ rasch zum Schlagzeug gewechselt, hält er nun seit 13 Jahren dem Verein die Treue.

Markus Danz gehört zu den „Oldies“ im Jugendorchester.

Als Schlagzeuger ist er oft gefragt, denn er spielt nicht nur für dieses. Darüber hinaus gibt er mal mit Pauken oder dem Xylophon den Takt vor, mal untermalt er das Zusammenspiel des Orchesters mit anderen Percussionsinstrumenten. Da seine Geschwister und sein Freundeskreis auch im JO sind, hat sich für den angehenden Informatikstudenten nie die Frage gestellt, das Jugendorchester gegen eine Band einzutauschen. „Wir spielen hier auch aktuelle, fetzige Stücke – unter anderem Filmmusik und Musicals“, berichtet der Aktive, der zudem im großen Orchester musiziert.

Erst seit einigen Wochen ist Marius Knöll vom Vororchester ins JO aufgestiegen. Der Zwölfjährige, der schon früher sehr an Musik interessiert war und Erfahrungen in einer Mandolinen-AG gesammelt hatte, verstärkt nun das Ensemble mit Saxophonklängen.

Durchgängiger Musikunterricht ab der Grundschule

„Wir bieten einen durchgängigen Musikunterricht ab der Grundschule an, um Nachwuchsmusiker für das Jugendorchester heranzuziehen“, erklärt Pressewartin Alina Dollheimer. In der Flötengruppe donnerstags von 15.15 bis 16 Uhr unter der Leitung von Gertraud Gonné können Erst- und Zweitklässler das Musizieren auf dem klassischen Holzblasinstrument erlernen. Für die Dritt- und Viertklässler bietet der Musikverein die Musik AG in der John-F.-Kennedy-Schule an. Hierbei haben die Schüler die Möglichkeit, ein Instrument ihrer Wahl zu erlernen. Verschiedene Blasinstrumente wie Trompete, Klarinette oder Flöte können dafür zunächst über den Musikverein geliehen werden.

Seit ein paar Wochen gehört nun auch Marius Knöll zum Jugendorchester.

In der Schule hatte beispielsweise Michael Kirch (12) die Tuba kennengelernt. „Ich war davon so begeistert, dass ich das Instrument erlernen wollte“, sagt der Junge, der mit dem Blechblasinstrument nun im Jugendorchester den Ton angibt.

Zur musikalischen Förderung kommen die Kinder und Jugendlichen nach der AG dann zwei Jahre in das Vororchester, das mit der „Kleinen Stimmgabel“ abschließt, einer Prüfung, mit der sie sich zugleich für die Teilnahme an dem Jugendorchester qualifizieren.

Unter der musikalischen Leitung von Mathias Jäger proben derzeit 75 Mitglieder des Jugendorchesters freitags von 17.30 bis 19.30 Uhr in der Kulturhalle. Bereits seit dem Sommer 2000 dirigiert der Fachmann die verschiedenen Instrumentengruppen, sorgt für den entsprechenden Takt und Rhythmus und ein ausgewähltes Musikprogramm, das allen Spaß macht.

Von der „coolen“ Auswahl an Songs begeistert

„Unser Dirigent sucht immer gute Stücke für uns aus“, bestätigt Daniel Braun (13), der seit anderthalb Jahren im JO Querflöte spielt, während Sarah Heinrichs (12, ebenfalls Querflöte) verrät, „Wonderful invention“ und „The rock“ seien ihre Lieblingsstücke. Auch die 14-jährige Klarinettistin Meike Arnold ist von der „coolen“ Auswahl an Songs begeistert, die sie mit ihren Musikkollegen bald dem Publikum zu Gehör bringen wird. Zum Repertoire gehören neben modernen Liedern wie einem Lady Gaga Dance Mix oder Filmmusik aus „Avatar“ auch viele klassische Musikstücke.

Meike Arnold ist von der Musikauswahl begeistert.

„Aktuell übt das Jugendorchester Lieder für die nächsten Konzerte ein“, sagt Martina Mathy, die eine der drei Jugendleiter neben Alexander Spieß und Anna-Maria Larem ist. Neben einem Konzert im Europapark Rust werden die Münsterer Nachwuchstalente am 1. Dezember zusammen mit dem großen Orchester ein Konzert unter dem Motto „Spanien“ geben.

„Wir musizieren zusammen, aber unternehmen auch viel“, erzählt Laura Grießmann, die seit neun Jahren im Orchester Altsaxophon spielt. Für die 18-Jährige war bisher das Wertungsspiel auf dem Hessentag in Oberursel das Highlight. Doch neben den Proben, Probewochenenden außerhalb Münsters und musikalischen Veranstaltungen wird zudem für gemeinsame Erlebnisse und Ausflüge gesorgt, die nichts mit Musik zu tun haben. So gab es kürzlich beispielsweise einen Besuch im Kletterwald.

Interessierte Kinder und Jugendliche, die gemeinsam mit anderen musizieren möchten, können gerne einmal bei den Proben reinschnuppern. Die Musik AG in der John-F.-Kennedy-Schule ist jeweils freitags um 14 Uhr. Als Ansprechpartnerin für die Flötengruppen und das Vororchester steht Christine Hinze (06071 303588) zur Verfügung.

Quelle: op-online.de

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