Ortsrat für Ein-Pfarreien-Vorschlag

Münsters Katholikenvertretung berät Vorgehen auf pastoralem Weg

Diskussion über den pastoralen Weg
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Nur am Bildschirm aber doch ganz nah waren sich die Mitglieder des Ortsrats bei der Diskussion über den pastoralen Weg.

Einen neuen pastoralen Weg hat der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf ausgerufen. Er will damit dem eklatanten Priestermangel und dem nicht minderen Fehlen an weiteren hauptamtlichen Kräften bis zum Jahre 2030 begegnen.

Münster – Im heutigen Dekanat Dieburg wird es in Zukunft nur noch eine bis drei Pfarreien geben. Das ist die Vorgabe. Wie viele Pfarreien werden es dann wirklich? Wie sind diese dann mit Personal ausgestattet? Wie wird die Beteiligung der Katholiken über die Gremien Pfarrgemeinderat, Ortsrat und Verwaltungsrat in Zukunft aussehen? All diese Fragen hat Kohlgraf in die Hände der Dekanate gelegt. Dort sollen die Vorschläge erarbeitet werden, die dann zu einem möglichst großem Konsens in den Reihen der Gläubigen führen. Im Dekanat Dieburg wurden Arbeitsgruppen eingerichtet, deren Ideen jetzt auf Ortsebene diskutiert werden.

„Es sind erste Ergebnisse, die noch nicht in alle Einzelheiten ausgereift und die noch veränderbar sind“, stellte Sabina Kallendorf, die Vorsitzende des Ortsrates von St. Michael, zu Beginn der Sitzung fest. Die Mitglieder der Vertretung der Münsterer Katholiken saßen sich bei diesem wichtigen Zusammentreffen zwar gegenüber, Corona geschuldet aber nur am Bildschirm. Dennoch entwickelte sich auch via Bildschirm eine ebenso lebhafte wie fruchtbare Diskussion.

Wie zuvor der Gesamtpfarrgemeinderat Eppertshausen-Münster (PGR), sprach sich der Ortsrat für nur eine Pfarrei auf Dekanatsgebiet aus. Diese sollte mit einem leitenden Pfarrer und drei weiteren Priestern ausgestattet werden, so der „Ein-Pfarreien-Vorschlag“ des Arbeitskreises.

„Wir sehen die Lösung mit den vier Priestern als sehr optimistisch an. Gleichzeitig sind wir aber dennoch dafür, den radikalen Schnitt der Zusammenführung auf einmal und nicht in mehreren Schritten zu wagen“, lautet der einstimmige Tenor des Ortsrates. Das Münsterer Gremium befürchtet, dass sonst in wenigen Jahren nachgebessert werden müsste, bis es schließlich doch auf nur eine Pfarrei hinauslaufe. „Und das überfordert die Gläubigen mehr, als das Unausweichliche auf einmal umzusetzen“, so die Meinung der Münsterer.

Einen breiten Raum nahm auch die Diskussion über die Wahl der Katholikenvertreter in den einzelnen Gremien von der Großpfarrei bis zum Ortsrat ein. Vehement setzten sich die Mitglieder des Ortsrates für eine Wahl von „unten nach oben“ ein. Eine Ernennung der Ortsratsmitglieder durch den Pfarreirat der Großpfarrei lehnen die Münsterer kategorisch ab. „Wir sind dafür, dass die Katholiken vor Ort ihre Vertretung wählen und diese dann wiederum ihre Vertreter in den Pfarreirat entsendet“, fasst Sabina Kallendorf die Diskussion ihres Ortsrates zusammen.

Diese Lösung hätte den entscheidenden Vorteil, dass die Wähler die Kandidaten kennen und jeder Kirchort auch im großen Gremium vertreten ist. „Wie soll zum Beispiel ein Münsterer Katholik wissen, ob der Kandidat aus Dieburg seiner Meinung nach besser geeignet ist als die Kandidaten aus Groß-Zimmern?“, untermauert Ortsratsmitglied Peter Waldmann die Ausführungen seiner Vorsitzenden.

Die Zwischenberichte aus allen jetzigen Pfarreien des Dekanats werden gesammelt und in den Arbeitskreisen weiter besprochen. Danach kommen die Ergebnisse wieder auf die Ortsebene zurück. Es ist damit ein sehr demokratisches und basisnahes Verfahren, das Bischof Kohlgraf für den pastoralen Weg gefunden hat. (tm)

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