Muse küsst in der Badewanne

+
Ihr Lieblingsschreibplatz ist das heimische Sofa, erzählt die junge Autorin Sofie Capasso.

Münster ‐ Geschrieben hat sie schon immer gern, nur hat Sofie Capasso es eine lange Zeit nicht getan. „Als Kind und Teenager habe ich schon Geschichten geschrieben“, erzählt die junge Frau. An der Schule auf der Aue – sie ist ein Münsterer Eigengewächs – besuchte sie die Schreibwerkstatt. Und sie gewann den schuleigenen Schreibwettbewerb. Von Jenny Westphal

Irgendwann habe ich es dann aus den Augen verloren“, sagt die blonde Frau mit dem warmherzigen Lächeln. Vor einem Jahr fand Capasso wieder zurück zu ihrer alten Leidenschaft aus vergangenen Jugendtagen. Inzwischen hat sie zwei Bücher bei Books on Demand veröffentlicht.

Es sind Kinderbücher – naheliegend bei einer Mutter von zwei Sprösslingen. Und wer einmal Bekanntschaft mit der manchmal vorwitzigen, manchmal zaghaften Lila Lockenkopf macht und sich dabei an Capassos kleine Tochter Angelina erinnert fühlt, täuscht sich nicht. „Lila ist durch meine Tochter inspiriert“, erklärt die junge Hobby-Autorin mit einem liebevollen Schmunzeln. In dem Erzählband hat sie Erlebnisse ihrer Tochter verarbeitet – vom dritten Geburtstag über den ersten Tag im Kindergarten bis zu den ersten Ferien am Meer. „Aber auch meine eigenen Gefühle als Mutter sind eingeflossen“, ergänzt Sofie Capasso.

„Mir fiel die Decke auf den Kopf“

Seit über vier Jahren hütet die Münstererin ihre und fremde Kinder. Vor der Geburt ihrer beiden Zöglinge arbeitete sie als Marketing- und PR-Assistentin für einen japanischen Computerspiele-Publisher. Irgendwann brauchte sie mehr, als Mutter und Tagesmutter zu sein. „Mir fiel die Decke auf den Kopf“, sagt Capasso. Das war der Moment, als sie zum Schreiben zurückfand. Stundenlang in ihrer Schreibkammer einschließen, geht nicht. „Es ergibt sich immer eine Möglichkeit“, fügt Capasso gelassen hinzu. So nutzt sie die halbe Stunde, wenn ihre Tochter aus der Schule heimkehrt und erst einmal fernsieht, um abzuschalten, ehe sie sich an ihre Hausaufgaben macht.

Und dann ist auch die Mama wieder gefragt. Oft schreibt sie abends, wenn die Kinder bereits tief und fest schlafen. „Statt den Fernseher einzuschalten, nehme ich mir die Zeit zum Schreiben“, erzählt sie. Und es gibt jene Momente, wenn die Worte förmlich in ihren Fingerspitzen brennen und heraus wollen. Dann setzt sich die Münstererin schnell ans Netbook und tippt die Zeilen runter, die sie später in aller Ruhe nochmal überarbeitet. Wenn es aber gar nicht geht oder der Computer fern ist, notiert sie ihre Ideen rasch in ihrem Terminplaner. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Ideen verschwinden, wenn ich sie nicht gleich festhalte“, erzählt Capasso mit einem humorvollen Lachen. Üblicherweise aber kommen die Ideen in der Stille. „In der Badewanne oder im Bett kann ich am besten nachdenken“, verrät die junge Mutter schmunzelnd. Ihre ersten Leser sind zwei Freundinnen, darunter eine Deutschlehrerin.

Kita-Leiterin war angetan

Mehr über die Autorin auf ihrer Internetseite: http://www.sofiecapasso.de

Ihr zweites Buch „Teddy Tinos Weihnachtstagebuch“ hatte Sofie Capasso eigentlich schon vor langer Zeit geschrieben. „Meine Mutter hat diese Geschichte, die ich als Kind geschrieben habe, wiedergefunden. Ich fand die Grundidee so süß, dass ich sie unbedingt neu aufschreiben musste“, erzählt die 32-Jährige. Gesagt, getan. Ein Bekannter machte sie dann auf den Online-Verlag „Books on Demand“ aufmerksam. Dort verlegte sie ihre ersten beiden Bände und schenkte zwei Exemplare dem Kindergarten ihres Sohnes. Die Kita-Leiterin war angetan. „Sie fand die Geschichten pädagogisch wertvoll und zeitgemäß“, erzählt Capasso. Das machte der jungen Autorin Mut, die sich nun an Größeres wagen will. Ein Fantasyroman für Jugendliche und Junggebliebene soll es werden, verrät sie. Wohin die Reise geht, weiß sie noch nicht. „Manchmal verändert sich der Weg beim Schreiben. Und die Charaktere entwickeln eine Eigendynamik“, sagt Capasso, die gern mal einen Roman vom Schlage einer Hera Lind schreiben möchte, sich selber dabei auf die Schippe nehmen. „Parallel arbeite ich aber noch an einem zweiten Lila-Lockenkopf-Band“, ergänzt die 32-Jährige. Im Storchenschulhaus (Frankfurter Straße 3) liest Sofie Capasso am Montag, 25. Januar, zum ersten Mal aus ihren beiden Kinderbüchern. Die Lesung beginnt um 15 Uhr. Der Eintritt ist frei. Spenden sind jedoch willkommen, diese gehen an den katholischen Kindergarten St. Michael in Münster, teilt die Autorin mit.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare