Muse der Melodien

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Mit ihren musischen Künsten verzauberte das Schulorchester der Schule auf der Aue immer wieder die Zuhörer.

Münster ‐ „Schule mit Schwerpunkt Musik“ - mit solch wohlklingendem Titel kann sich die Münsterer Schule auf der Aue mit Beginn des Schuljahres 2010/11 schmücken. Mit diesem Prädikat verbindet sich die Idee, möglichst viele Kinder und Jugendliche auf professioneller Basis für Musik zu begeistern. Von Ellen Jöckel

Doch um sich „Schule mit Schwerpunkt Musik“ nennen zu dürfen, muss diese einiges aufweisen können. Dazu hat das Hessische Kultusministerium ein entsprechendes Anforderungsprofil festgelegt. Demnach muss eine Schule für solche Auszeichnung beispielsweise eine Mindestanzahl an Wochenstunden erreichen, in denen Musik unterrichtet wird, sowie über eine ausreichende Anzahl an Musiklehrern, Instrumenten und geeigneten Fachräumen verfügen. Zudem sollte eine gute Ausbildung für Schüler im individuellen Instrumentalunterricht zum Beispiel durch „freie“ Instrumentallehrkräfte gewährleistet sein.

Diese und zahlreiche weitere Voraussetzungen kann die Kooperative Gesamtschule in vollem Maße erfüllen. „Es gibt den breiten Konsens von Kollegium, Schulleitung und Eltern, die musikalische Erziehung als wesentliches Element von Bildung und persönlicher Entwicklung besonders zu fördern“, sagt Schulleiterin Sabine Behling-Schmidt. Dadurch sei die Chance für alle Schüler gegeben, im Musikunterricht ein Instrument zu erlernen, gemeinsam zu musizieren und damit das kulturelle Leben der Schule zu gestalten.

Violine, Viola, Cello, Kontrabass und Querflöte

„Dabei müssen besonders Begabte wie auch Schüler aus Musik fernen Elternhäusern gleichermaßen gefördert werden“, verdeutlicht Musiklehrerin Cornelia Krones, die alle Musikklassen der Aueschule leitet. In den Jahrgangsstufen fünf, sechs und neun haben die Schüler zwei Stunden in der Woche Musikunterricht. Durch die Einführung des G8 (achtjähriges Gymnasium) wird in der siebten Klasse ein einstündiger, epochaler Musikunterricht gehalten. Sechs Musikfachlehrer gewährleisten, dass die Schüler in diesem Fach kontinuierlich arbeiten können und ein fundiertes Grundwissen erhalten. In den Jahrgängen fünf und sechs können Schüler zusätzlich zum normalen Musikunterricht in einer Musikklasse Instrumente wie Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass oder Querflöte erlernen.

„Diese Instrumente eignen sich besonders zum Musizieren in der Klasse, da die Streichinstrumente wegen der ähnlichen Spieltechnik gleichzeitig erlernbar sind. Die Querflöte lässt sich hervorragend in die Streichergruppe integrieren“, erklärt Cornelia Krones.

Unterstützt wird die Musiklehrerin vom Geiger des Staatstheaters Darmstadt, Horst Willand, und der Flötistin Sabine Willand. „Beim Musizieren in einem Klassenverband lernen die Schüler viele Inhalte der Musiklehre mühelos - durch eigenes Erleben“, stellt Krones fest. Inzwischen sei es Tradition, die zweijährige Instrumentalarbeit in ein selbst geschriebenes Hörspiel zu verpacken. Mit diesen Kostproben waren die Musikklassen bereits etliche Male Preisträger bei Bundeswettbewerben, wie „So klingt es in Deutschlands Klassenzimmern“ oder „Kinder zum Olymp“.

Geeignete Räume auf der Wunschliste

Die Schüler, die den zweijährigen Musikklassenunterricht erfolgreich absolviert haben, können ab der siebten Klasse in das Nachwuchsorchester wechseln. Das große Orchester richtet sich an fortgeschrittene Instrumentalisten aus allen Klassen. Acht außerordentlich begabte Schüler spielen in einer Kammermusikgruppe. Bei der regionalen Begegnung „Schulen in Hessen musizieren“, einer Veranstaltung des Verbandes der Schulmusiker, nehmen beide Orchestergruppen mit insgesamt 49 jungen Musikern der Aueschule einmal im Jahr teil. Seitdem Cornelia Krones 2006 zur Regionalkoordinatorin ernannt worden ist, richtet die Schule auf der Aue diese Veranstaltung in der Kulturhalle aus.

Aber auch noch in anderen Bereichen können die Aueschüler musikalisch aktiv werden: Der Schulchor, der von Musiklehrer Rudolf Hebermehl geleitet wird, richtet sich an die Kinder der Klassen fünf und sechs. In der Schulband von Musiklehrer Peter Lehmler können die Teenies richtig abrocken. Die Band begleitet aber auch die Aufführungen der Theatergruppe musikalisch. In weiteren Stunden am Nachmittag können sich die Schüler am Klavier, an der Gitarre oder im Tanzen ausbilden lassen.

„Für die Zukunft würde ich mir für unsere Musikklassen und das Orchester geeignete Räume und einen schuleigenen Aufführungsort wünschen“, sagt Musiklehrerin Cornelia Krones. Vielleicht kann der neue Titel der Schule dazu verhelfen, dass solche Träume wahr werden.

Quelle: op-online.de

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