Musikalisch nicht eingegrenzt

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Ralf Schneider stand für Bee Flat auch am Freitagabend an der Bühnenfront.

Münster - War es die Konkurrenz durch das Fußball-Länderspiel am Freitagabend? Oder die Tatsache, dass die beiden Bands Bee Flat und Sushiduke – jeweils mit Mitgliedern aus Münster, Dieburg und der näheren Umgebung – in der hiesigen Region relativ häufig zu erleben sind? Von Jens Dörr

Der Besuch des Doppelkonzerts in der Münsterer Kulturhalle war zum Auftakt des Wochenendes ordentlich besucht, ließ aber doch etwas Spielraum nach oben. Gegen 21 Uhr war von 250 verkauften Eintrittskarten die Rede. Da hatten Bee Flat gerade den Auftakt gemacht. .

An mancher Stelle mag man bei Bee Flat fast glauben, Joe Cocker oder James Brown stünden auf der Bühne – zumindest, wenn man nur hinhört. Denn beim Hinsehen handelt es sich vielmehr meist um Sänger und Gitarrist Ralf Schneider, der die Hits mit einer bewundernswerten Selbstverständlichkeit und gesanglicher Präzision darbietet. Schneider wäre ohne seine Bandkollegen aber nur wenig wert. Zur Gruppe gehören aktuell neun weitere Musiker, allesamt Könner auf ihrem Gebiet. An der Bühnenfront leistet unter anderem Madalena Da Silva Rebolo starke Leistungen. Ein Bläsersatz trägt ebenfalls dazu bei, dass Bee Flat einen Wiedererkennungswert hat. Denn eigene Lieder hat die Gruppe nicht im Programm, hat sich ausschließlich auf Coversongs spezialisiert. Mit Erfolg: Nicht umsonst gibt es die Band schon zwei Jahrzehnte, wurde sie „HR1-Band des Jahres“ und spielte schon auf etlichen namhaften Veranstaltungen.

Zwar sind die Mitglieder der Startphase und die heutige Besetzung nicht mehr komplett deckungsgleich, der Musik-Mix, für den die Band steht, blieb bis heute aber recht konstant: Er beinhaltet vor allem die Genres Rock, Pop, Soul, Blues und Disco – vom fast schon nostalgisch angehauchten Blues-Brothers-Schinken über Lieder von Toto und The Police bis hin zu aktuellen Hits ist alles dabei. Bee Flat lassen sich musikalisch kaum eingrenzen und spielen vor allem das, was dem Publikum gefällt. Am Freitag überraschten Bee Flat die altersmäßig gemischten Zuhörer etwa mit Nummern von Jan Delay.

250 Besucher kamen zum Doppelkonzert in die Kulturhalle.

Das Konzert ließen sich auch viele Gesichter der regionalen Musikszene nicht nehmen. Thorsten Keil, ehemaliges Mitglied der Münsterer Irish-Folk-Band Kerrygold, zählte ebenso zu den Kiebitzen wie Markus Krämer vom jungen Dieburger Chor Poco Loco, der in diesem Jahr auch das Abschlusskonzert des Martinsmarkt in der Kirche St. Peter und Paul bereichern wird. Münsters Bürgermeister Walter Blank war ebenfalls gekommen, auch Konzertorganisator Thilo Becker durfte bei aller Arbeit das ein oder andere Lied genießen. Die Gemeinde Münster insgesamt freute sich, dass die Einnahmen des Abends dem Jugendzentrum zugute kommen. Den Dienst am Freitag schoben entsprechend auch Gemeindemitarbeiter.

Wie Bee Flat proben Sushiduke ebenfalls im Münsterer Jugendzentrum. Ihre Fans nennen sie auch mal „Sushi-Maniacs“ oder sprechen sie auf ihrer Website als „Brothers and Sisters of Rock“ an. Auf jeden Fall haben Sushiduke eine besonders innige Beziehung zu ihrem Anhang, der seit der Bandgründung 2001 stetig wächst. Das zeigte sich auch am Freitag wieder, als Sushiduke das Publikum noch einmal näher an die Bühne treten und in Wallung geraten ließen. Die sieben Musiker – an der Front der charismatische Dieburger Sänger und Gitarrist Heiko Elger – machten 2008 Schlagzeilen durch ihren Sieg beim Wettbewerb „Hessen rockt!“. Damit wurden sie als beste Coverband von Rocksongs in Hessen in diesem Jahr gekürt. Das alles habe der Gruppe einen weiteren Schub verliehen, auch weitere Gigs gebracht, berichtete Heiko Elger. Damals wie heute zahle sich aus, dass Sushiduke sich viel Gedanken um die Playlist mache. Unter den „Sushis“ sind bis heute dennoch keine Profimusiker zu finden.

Quelle: op-online.de

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