Nach Blues Brothers regnet es Luftballons

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Kam stilecht als Blues Brothers daher: das Jugendorchester des Musikvereins.

Münster ‐ Was haben die Blues Brothers mit Nostradamus gemeinsam? Eigentlich gar nichts, doch so weit angelegt war die Bandbreite an Themen, in welcher sich die Musikbeiträge beim Festlichen Konzert des Musikvereins 1914 Münster am Samstagabend bewegten. Von Ellen Jöckel

Auch in diesem Jahr boten das Jugendorchester unter Leitung von Matthias Jäger und das große Orchester mit seinem Dirigenten Piotr Konczewski vor rund 600 Konzertbesuchern in der Kulturhalle ein buntes Programm, das viele Überraschungen parat hielt: Beim Stück „Virginia“ von Jacob de Haan, in dem es um die Kolonisation, Sklaverei und Bürgerkrieg im amerikanischen Bundesstaat des 17. Jahrhunderts geht, liefen Fahnenträger durch die Kulturhalle und schwenkten zu den ausdrucksstarken Klängen des Jugendorchesters die Flaggen von Virginia und den Südstaaten. Amerikanisch ging es mit den coolen Songs der Blues Brothers weiter. Dazu trug das 76-köpfige Jugendorchester ganz im Stile der Brüder Jake und Elwood Blues schwarze Sonnenbrillen und Hüte.

Nach der Pause entführte das große Orchester aus 54 Musikern die Zuschauer mit der Ouvertüre „Die schöne Galathée“ von Franz von Suppé in die Welt der griechischen Mythologie. Im darauf folgenden Stück von Otto M. Schwarz ging es um einen Arzt und Astrologen, der im 16. Jahrhundert Geschehnisse prophezeite, die bis in heutige Zeit und weiter hineinreichen: Nostradamus. So passte es auch, dass mit Mitteln moderner Technik Bilder einer explodierenden Erde auf eine Leinwand projiziert wurden, eine Voraussage, die Nostradamus für das Jahr 3797 festgelegt hat. „Dieses Stück ist sicherlich eines der Höhepunkte des Abends, weil es musikalisch eine echte Herausforderung bedeutet“, sagte MV-Pressewart Niko Löbig, der als Mitglied im großen Orchester aus eigener Erfahrung spricht.

Damit die Themensprünge nicht ganz so heftig ausfielen, sorgte Jürgen K. Groh mit seiner charmanten Moderation für elegante Übergänge. Denn ging es im vorherigen Werk um den Weltuntergang, drückte das folgende pure Lebensfreude aus: Für „Os Pássaros do Brasil“ von Kees Vlak hatte der Musikverein den kubanischen Schlagzeuger Robby Perez gewonnen, der mit Hilfe von Perkussionsinstrumenten wie Bongo, Conga und Timbales der Darbietung des großen Orchesters den passenden Rhythmus verlieh. Ein weiterer Gastmusiker unterstützte das Münsterer Ensemble beim nächsten Beitrag: Bei einem Song von Carlos Santana darf eine E-Gitarre nicht fehlen. Dieses Instrument wusste David Konczewski, Sohn des Dirigenten, beim Stück „Europa“ atemberaubend zu bedienen. Mit Liedern der deutschen Pop-Ikone Nena verabschiedete sich das große Orchester mit einem Regen aus bunten Luftballons beim begeisterten Publikum.

Schon bald steht der nächste Auftritt des Münsterer Musikvereins an: In einer Weihnachtsmatinee am 11. Dezember haben die Flötengruppe und das Vororchester eine besondere Überraschung für die Gäste vorbereitet. Um 15.30 Uhr im Foyer der Kulturhalle wird „Weihnachten mal anders“ gefeiert.

Quelle: op-online.de

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