Mysteriöser Hundetod nach dem Gassi

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Besser den Wau-Wau an die Leine legen: Zumindest bis der rätselhafte Tod der Labradore geklärt ist.

Münster - Beide sind leinenlos unterwegs, tollen fröhlich umher. Der eine Labrador holt Stöckchen auf der Wiese zwischen Hergershausen und Harpertshausen, der andere knabbert an der Wildschweinpfote in der Nähe des Freizeitgeländes Rotkäppchen in Münster. Wenige Stunden später sterben beide einen qualvollen Tod: Erbrechen, Schwindel, Kollaps und innere Blutungen. Von Kathrin Rosendorff

Das geschah am vergangenen Wochenende. „Die eine war eine elf Monate alte Labradorhündin, der andere ein fünf Monate alter Labradorrüde“, erzählt eine besorgte Leserin am Telefon, die beide Hundehalter persönlich kennt. „Beide sind völlig am Boden zerstört“, sagt die Frau, die lieber anonym bleiben möchte. Auf Internetseiten für Hundefreunde hat sie schon Alarm geschlagen. „Wir vermuten, dass jemand bewusst Gift gestreut hat, die Hunde es dann gefressen haben und daran gestorben sind. Was für ein Albtraum.“ Und so hat sie nun auch um ihre zwei Hunde sehr große Angst. „Ich habe ihnen jetzt Maulkörbe angelegt.“

„Maulkörbe helfen aber wenig, denn sie können immer noch durch sie durch etwas abschlecken“, erklärt der Münsterer Tierarzt Achim Klumpp. Insgesamt habe es seit Mitte letzter Woche 15 Verdachtsfälle auf Vergiftung bei Hunden in seiner Tierarztpraxis gegeben. Auch die beiden Labradore waren in seiner Gemeinschaftspraxis, bevor sie als Notfall in die Tierklinik eingewiesen wurden und dort nicht mehr gerettet werden konnten.

„Es gibt noch keinen Tatverdacht. Aber die Information, dass sie vergiftet worden sein könnten“, sagt Pressesprecher Karl Kärchner vom Polizeipräsidium Südhessen auf Nachfrage unserer Zeitung. Am Montag seien die zwei Strafanzeigen gestellt worden. „Jetzt wird ermittelt. Bislang haben wir keine konkrete Spur.“ Eine gezielte Vergiftung durch einen Hundehasser könnten sie so weder ausschließen, noch bestätigten. „Aber was schon auffällt ist, dass es sich in beiden Fällen um Labradore handelt“, sagt Kärchner.

Doch der Polizeipressesprecher betont: „Man sollte schon sensibel mit dem Thema umgeben, aber das heißt auf keinen Fall, dass man panisch wird und die Hunde jetzt nicht gar nicht mehr in dieser Gegend rauslässt.“ Tierarzt Klumpp rät: Die Pfoten nach dem Lauf in der Natur abputzen. So können sie auch nach dem Gassi-Gang nicht mehr etwas Giftiges ablecken. „Und seine Hunde sollte man in den nächsten Wochen erstmal besser an der Leine lassen.“ Danach wird sich hoffentlich alles wieder beruhigen.“ Wer sachdienliche Hinweise hat, meldet sich beim Polizeipräsidium Südhessen unter    061519690.

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