NABU begrüßt neues Schülerbewusstsein für Natur und Umwelt

Solidarisch mit Freitags-Klima-Protestlern

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Letzte Einsätze vor der Brut-und Setzzeit im Münsterer Naturschutzgebiet Am Sand: Die älteren NABU-Mitglieder freut es, dass sich die Jugend verstärkt für die Belange des Umweltschutzes einsetzt und erklärt sich solidarisch mit der „Friday for Future“-Bewegung.

Münster – „Wir sind froh zu sehen, dass die jungen Leute erkannt haben, was die Uhr geschlagen hat“, sagt Thomas Lay, Öffentlichkeitsbeauftragter des Naturschutzbundes Münster. Von Thomas Meier 

Auch wenn der Ortsverband derzeit eine nur sehr kleine Naturschutz-Nachwuchsgruppe habe, erkläre man sich dennoch solidarisch mit den Jugendlichen, die in der „Fridays for Future“-Bewegung aktiv seien.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erklärt, die Organisation begrüße den notwendigen Schritt der jungen Generation als ein Zeichen lebendiger Demokratie. Und so sieht es auch der NABU Münster: „Wir sind da etwas pragmatischer, wir nehmen die Kinder schon von klein auf mit in die Natur und vermitteln unser Naturbewusstsein“, sagt Lay.

An der Münsterer Schule auf der Aue gab es laut Schulleiterin Sabine Behling noch keine „Fridays-for-Future“-Aktionen, nicht einmal im Ansatz. Aber sollte es dazu kommen, werde die Schulleitung diese sehr ernst nehmen. „Wir stehen da ganz hinter der Haltung von Kultusminister Alexander Lorz“, sagt Behling.

Der erklärte zwar kürzlich anlässlich einer aktuellen Stunde zu den freitäglichen Schülerdemonstrationen im Landtag: „Das Engagement der Schüler für den Klimaschutz rechtfertigt nicht das Fernbleiben vom Unterricht“, fügte aber an, er habe großen Respekt vor dem politischen Engagement von Schülern. Und sicherlich hätten die Demonstrationen und die Tatsache, dass diese während der Unterrichtszeit stattfanden, eine große und vielleicht genau deshalb größere mediale Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Lorz plädiert für eine Portion Gelassenheit. Er vertraue voll und ganz auf die pädagogische Erfahrung der Schulleitungen und Lehrkräfte, mit Fingerspitzengefühl zu reagieren.

Die älteren Mitglieder im Münsterer NABU freuten sich überwiegend, dass sich auf politischer Seite etwas bewege und dass nicht zuletzt der Anstoß seitens Jugendlicher dazu geführt habe: „Es ist richtig, dass junge Menschen nun aufstehen und sich für ihre Zukunft einsetzen“, sagt Lay, einige in der Ortsgruppe beteuerten schon lange, es tue ihnen in der Seele für ihre Enkelkinder leid, was in und mit der Natur passiere. Denn sie seien ja diejenigen, die die Entscheidungen der Politik und die Versäumnisse beim Klimaschutz ausbaden müssten.

Warum uns die Natur so gut tut

„Aber wir müssen uns an die eigene Nase fassen und umsteuern“, sagt NABU-Sprecher Lay. Der Ortsverband sei sehr daran interessiert, die geschrumpfte eigene Kinder- und Jugendgruppe wieder zu verstärken. Doch sei es schwierig, vor allem Jugendliche ab einer gewissen Altersgruppe zu gewinnen. „Bis etwa zwölf Jahre sind die Kinder voll dabei und mit und vor allem in der Natur zu begeistern“, sagen Vorständler des NABU. Doch dann werde die Schule arbeitsintensiver. Und auch die Pubertät lasse den Naturschutzgedanken bei den Heranwachsenden wohl etwas hintanstehen.

Den Aufstand wider die Politik zum Klimawandel bei der Jugend könne man auch bei der Werbung ums eigene Wirken im Naturschutzbund nutzen, meinen Verantwortliche. Sie wollen die Jugendarbeit im Verein intensivieren.

Quelle: op-online.de

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