Sonnenaufgang mit den Störchen

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Dank einer aktiven und engagierten Nabu-Ortsgruppe haben sich in den Naturschutzgebieten rund um Münster viele seltene Vögel angesiedelt. Die Störche sind eine von vielen Tierarten, die sich in Münster wohlfühlen.

Münster - Was haben Biber, Störche, Reiher, Kiebitz und Eisvogel gemeinsam? Sie sind wieder da.

„Diese und andere Tiere haben in Münsters Naturschutzgebieten eine Heimat gefunden“, freut sich Wolfgang Kleinheinz, stellvertretender Leiter der Münsterer Kläranlage und aktives Mitglied in der Nabu-Ortsgruppe. Der engagierte Münsterer fügt hinzu: „Die beliebten und gut zu beobachtenden Tiere sind Stellvertreter für viele weniger bekannte oder versteckt lebende Arten, beispielsweise die Amphibien. Hinzu kommen Pflanzen, wie Orchideen, die sich hier vor Ort erneut zu Hause fühlen.“ Möglich wird das alles durch die Arbeit der Nabu-Gruppe, zu deren fördernden Mitgliedern auch Verwaltungschef Walter Blank gehört. „Was in dem Biotopverbund Hergershäuser Wiesen, Auf dem Sand, der kleinen Qualle von Hergershausen und der renaturierten Gersprenz alles bewirkt werden konnte, freut uns als Gemeinde sehr. Wir helfen mit, wo immer es geht“, erläutert der Noch-Bürgermeister.

Nicht zuletzt durch die gute Zusammenarbeit von Verein und Kommune war es möglich, schon im Jahr 1995 die gut sichtbare Nisthilfe an der Kläranlage anzubringen. „In den ersten Jahren inspizierten die Störche das Nest nur, seit dem Jahr 2000 brüten sie hier regelmäßig. Insgesamt sind seither 47 Jungstörche ausgeflogen“, berichtet Kleinheinz, der das Nest von seinem Arbeitsplatz aus bestens beobachten kann. Die Kläranlage selbst ist ebenfalls ökologisch gut aufgestellt: Sie hat eine Vorreiterrolle in Sachen Energiesparen inne.

Die Gemeinde Münster unterstützt die Maßnahmen rund um die Störche bei der Reinigung des Nestes und der Beringung der Großvögel. „Direkt an der Kläranlage wurde auf einem Grundstück ein Nahrungsteich angelegt, der von Tieren aller Art genutzt wird“, freut sich Blank. Mittlerweile gibt es außer dem bekannten Storchennest, das sogar von einer Kamera der HSE gefilmt wird, noch drei weitere Nester an der Gersprenz.

Dort fühlt sich seit dem Jahr 2008 auch ein Biber wohl, der zur Freude einiger Spaziergänger bereits gesichtet wurde. „Wir freuen uns über die zahlreichen Besucher der Naturschutzgebiete, die sich auch meistens an die Regeln halten. Das bedeutet vor allem, auf den Wegen zu bleiben – nicht nur als Mensch, sondern auch als Hund“, schmunzelt Kleinheinz und erklärt: „Gerade während der Brutzeit können Hunde, die über die Wiesen rennen und Vögel aufstöbern, großen Schaden verursachen.“

Hinter dem erfolgreichen Naturschutzprojekt steht für die engagierten Nabu-Mitglieder auch einiges an Arbeit: Neben mähen und Gehölzen zurückschneiden werden Nistkästen angebracht und gereinigt, damit sich Fledermäuse, Wiedehopf und Steinkauz wohl fühlen. Mit einer Steilwand zum Nisten konnten sogar Uferschwalben von Münsters Wiesen angelockt werden. „Uns ist es wichtig, das alles zu bewahren und in den nächsten Jahren weiter dafür zu sorgen, dass Münster für zahllose Tiere ein Zuhause und für die Bürger Naherholungsgebiete bereithält“, fasst Blank zusammen.

(chi)

Quelle: op-online.de

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