Nabu-Streuobstwiesen nahezu ohne Früchte

Ohne Apfellese kein Pressen und kein Kelterfest

+
Der Nabu Münster betreut zwei Streuobstwiesen, beide sind in diesem Jahr wegen des Frosts vom Frühjahr nahezu obstlos geblieben. Auf dem Sand am Teich hängt gerade mal an einem Baum ein Mini-Äpfelchen. Und dort ist schon der Wurm drin.

Münster - Die Ernte der ersten Äpfel beginnt, doch wird sie landes- und bundesweit weit geringer als in den Vorjahren ausfallen. Das lässt nicht nur eine Preissteigerung erwarten. Es könnte auch das Aus für ein Traditionsfest in Münster bedeuten.

Diesmal ist es nicht der Obstklau, der dem Kelterfest des Münsterer Naturschutzbunds den Garaus zu machen droht, in diesem Jahr gibt es auf den vereinseigenen Streuobstwiesen einfach nichts zu ernten. Jedenfalls keine Äpfel, die man eben für Most oder Äppler braucht. Väterchen Frost machte bereits im Frühjahr alle Hoffnung auf ein gutes Obstjahr zunichte. Der Nabu-Nachwuchs, die Naturfüchse, werden nur wenig zu lesen haben bei dieser Äppel-Nullrunde.

Zwar sind die von den Nabu-Mitgliedern gesammelten Äpfel überwiegend für die Presse bestimmt, dennoch werden sie nicht einfach von den Bäumen geschüttelt, sondern sorgsam gepflückt und in Kisten gesammelt. Faule Äpfel werden sofort aussortiert, schließlich gibt es neben flüssigem Obstextrakt zum Fest auch Apfelwaffeln und Kuchen. Doch an derlei Leckereien ist in diesen apfelarmen Zeiten schon gar nicht zu denken.

Ob die Nabu-Aktivisten dennoch für den 24. September wie geplant zu einer Kelter-Fete aufrufen werden, muss noch aus den Apfelkernen jener wenigen Schrumpler ausgelesen werden, die vereinzelt im Geäst der beiden vereinseigenen Streuobstanlagen mit ihren zusammen rund 100 Bäumen ausgemacht werden können.

Geht es nach der stets sehr aktiven Nabu-Rentnertruppe, wird zumindest eine Minikelterei am Gersprenzstadion angeworfen. Man will ja schließlich was zu tun haben. Doch ein Kelterfest ohne jede Auspresserei mache eigentlich wenig Sinn, meint Matthias Kisling von der Naturschützern. Man sei im Verein bei der Ideenfindung. (tm)

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare