Nach der Beseitigung der Vandalismus-Schäden

Altes „Moddekreuz“ neu gesegnet

+
Pfarrer Bernhard Schüpke segnete das wieder errichtete Flurkreuz am Wasserweg nahe der Munastraße, das im Februar vergangenen Jahres einem Vandalismus zum Opfer fiel. Die Gemeinde ließ es restaurieren und teilweise neu aufbauen. Eine Anzeige bei der Polizei verlief bislang im Sande.

Münster - Das Flurkreuz am Wasserweg wurde im Februar 2016 von Vandalen verwüstet. Für rund 1 600 Euro ließ es die Gemeinde größtenteils neu errichten, da einiges der historischen Bausubstanz nicht mehr rekonstruierbar war. Jetzt wurde das Wegekreuz neu gesegnet. Von Thomas Meier 

Dafür, dass der Termin für die Segnung auf 11.30 Uhr am späten Vormittag gelegt war, fand sie mit knapp drei Dutzend Teilnehmern doch eine recht hohe Beachtung. Zu groß war aber auch voriges Jahr der Zorn auf den Frevel, auf den Leser unserer Zeitung aufmerksam gemacht hatten (wir berichteten). Die Vandalen zerschmetterten nicht nur das Kreuz, auch der sandsteinerne Sockel aus den 1870-er Jahren wurde demoliert. Dass auch noch der Mülleimer entleert und Flaschen auf dem kleinen Platz um den Gedenkstein zerschlagen worden waren, gab damals dem Bild der Verwüstung den letzten Rest an Geschmacklosigkeit.

Bürgermeister Gerald Frank betonte vor der Segnung durch Pfarrer Bernhard Schüpke, dass sich die Gemeinde bei der Restaurierung des Kreuzes in der Pflicht gesehen habe, obwohl die Besitzumstände der sechs einst von der katholischen Kirche gestifteten Flurkreuze in Münster noch immer ungeklärt seien. Eine heimische Fachfirma war mit den Steinmetzarbeiten betraut worden, nachdem das Einvernehmen mit der Unteren Denkmalschutzbehörde hergestellt war. Die Wegekreuze, einst errichtet in der Gemarkung rund um den Ort herum, sind allesamt als Kulturdenkmäler in der Denkmaltopographie der Bundesrepublik ausgewiesen.

Pfarrer Schüpke betonte, auch die kirchliche Gemeinde sei glücklich darüber, dass sich die Kommune so um den Erhalt alten Kulturgutes bemühe. Und er schlug einen Bogen zum Termin der Segnung des Flurkreuzes, dessen Inschrift „Denkmal der Liebe Jesu“ so gut in die Karwoche passe und die Botschaft des christlichen Glaubens trefflich beschreibe. Es gelte mit diesem Kreuz auch fürderhin, die guten Taten und den Glauben wach zu halten.

Kai Herd, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins, sprach nach der Segnung über die Bedeutung des Kreuzes im Allgemeinen und des im Volksmund auch „Moddekreuz“ benannten Flurdenkmals im Speziellen. Gerade das schlichte Sandsteinkreuz ohne Korpus liege am Wasserweg an einem der schönsten Plätze Münsters, mit freiem Blick auf Feld und Flur, nahe des Freizeitzentrums gelegen in Gottes herrlicher Natur.

Im katholisch geprägten Münster waren die sechs Flurkreuze einst und sind teilweise noch heute Pilger- und Bittstätten. Vor allem der Bitte um eine gute Ernte dienten die in den Fluren errichteten Mahnmale. Bis in die 1960-er Jahre führten fünf Prozessionen zu den Kreuzen, von denen eines an der Goethestraße am Sportplatz schon lange vom Ortsrand mitten in den Ort gelangte, weil sich Münster stets ausdehnte. Und auch das sogenannte Errenkreuz an der Altheimer Straße wird bald schon vom Neubaugebiet Am Seerich vereinnahmt sein.

Caravaca feiert das Heilige Jahr

Münsters Flurkreuze haben ganz individuelle Geschichten zu erzählen, die unsere Zeitung bereits in einer kleinen Serie beleuchtete. Sie haben neben ihren Gewannnamen auch sogenannte „Ounome“, Eigennamen, die ihnen die Bevölkerung im Laufe der Zeit gab, und von denen wiederum heute die Bedeutung einiger schon wieder in Vergessenheit geraten ist. Das nun frisch restaurierte und wieder errichtete Flurdenkmal am Wasserweg nahe der Munastraße war Ziel der jährlichen Markusprozession.

Am Ostermontag (17.) ist das „Moddekreuz“ ein Ziel des Emmausganges der Pfarrei St. Michael, der um 7 Uhr an der katholischen Kirche beginnt und zu dem die Bevölkerung eingeladen ist. Er endet mit einem Frühstück.

Quelle: op-online.de

Kommentare