Wanderspaß für Groß und Klein

Nach der Tour eine Bratwurst

+
Bei der Siegerehrung durften sich jene zehn Münsterer Vereine freuen, die die meisten Teilnehmer stellten. Ihre Vertreter erhielten ein kleines Präsent, die ersten drei einen Pokal.

Münster - Elisabeth Amrhen und Heinz Roßkopf heißen die Teilnehmer, die sich am Samstagnachmittag bei der Wandergesellschaft Frisch-Auf als erste für das Volkswandern einschreiben. Von Michael Just 

Um 14.45 Uhr bezahlen die 76-Jährigen bei Volkswanderwart Sascha Mathy pünktlich ihren symbolischen Teilnahme-Beitrag von einem Euro, um sich anschließend auf die Fünf-Kilometer-Strecke zu machen. Beide gehören der Walking-Gruppe des VfL Münster an. Dementsprechend ist man mit Walking-Stöcken bewaffnet. Selbstbewusst nennen die Münsterer beim Anmelden den VfL als ihren Heimatverein, verbunden mit der Hoffnung, dass dieser später bei der Vereinswertung es möglichst weit nach vorne schafft. Elisabeth Amrhen und Heinz Roßkopf sind jedes Jahr beim Volkswandern dabei. „Gelaufen wird diesmal am Samstag, da wir morgen noch was anderes vorhaben“, berichten sie. Als Geübte geht das Duo davon aus, dass es für die 5 000 Meter nicht viel mehr als 45 Minuten braucht. Nach der Körperertüchtigung wollen die Senioren, deren grüne T-Shirts sie als engagierte Helfer beim letzten Moret-Triathlon des VfL ausweist, bei den Wanderern noch eine Bratwurst essen und einen Apfelwein trinken.

Insgesamt verbuchte das Volkswandern in diesem Jahr 357 Teilnehmer. Es konnte am Samstag und Sonntag gelaufen werden.

In der Vereinswertung sammelt „ihr“ Verein am Samstag gleich mächtig Punkte: Von den ersten Startern gehörten viele dem Verein für Leibesübungen an. Auch Jakob Heinz, der die Strecke als Dauerläufer bewältigte. Wie er sagte, werde er die Runde vermutlich gleich doppelt laufen und, wenn das Wetter passt, sich am Sonntag noch ein weiteres Mal einschreiben. Solche motivierten Münsterer sieht man bei der Wandergesellschaft gerne. Bereits zum 38. Mal lud Frisch-Auf eine Woche nach dem Volksradfahren des Vereins Radsport zum Volkswandern ein. Insgesamt meldeten sich 357 Personen an. Das sind 15 mehr als 2013. Wie die Jahre zuvor war am Samstagnachmittag nur die Kurz-Strecke von fünf Kilometern möglich, am Sonntag, dem Haupttag, dann auch die zehn Kilometer. Zuvor hatten fleißige Helfer des Ausrichters die Wanderroute ausgewiesen. Neben den Wegmarkierungen ließen sich auf kleinen Täfelchen zudem leichte Fragen zu Natur und Umwelt ausmachen. Mit deren Beantwortung konnten die teilnehmenden Kinder Preise gewinnen. Die Strecke führte diesmal Richtung Dieburg und passierte bei der Zehn-Kilometer-Variante das Vereinsheim der Dieburger Schützen sowie das Münsterer Freizeitzentrum. Sowohl für die Kurz- als auch die Langläufer gab es einen Kontrollpunkt zu passieren. Mit dem Volkswandern verband die Wandergesellschaft wie gewohnt ihr Sommerfest. Die 60 Festzeltgarniturnen mit einem Fassungsvermögen von 480 Personen demonstrierten, dass die Gastgeber für einen größeren Ansturm bestens vorbereitet waren. Die Frisch-Auf-Küche bot Kammrippchen und Hackbraten, dazu gab es zum Getränkestand noch einen separaten Zapfwagen. Den geselligen Teil läutete bereits am Samstagabend Alleinunterhalter „Bucky“ ein. Das Verhältnis zu Burkhard Amend aus Blankenbach im Kahlgrund bei Aschaffenburg bezeichnet Frisch-Auf-Vorstandsmitglied Karlo Roßkopf als „einzigartig“. Das kann er problemlos begründen: So hätte Bucky dem Verein schon viele gesellige Stunden beschert. Unvergessen sei geblieben, wie er bei einer Wanderung in Bad Orb plötzlich im Abschluss-Lokal auftauchte und musizierte. „Da hat jemand das Herz am richtigen Fleck“, lobte Roßkopf.

Am Sonntag nahmen die meisten Wanderer ihr Mittagessen im Garten des Wanderheims ein. Unterhaltend traten dazu die Folkloregruppem des Ausrichters, bestehend aus Frauen und Kindern, auf. Mit ihren Trachten, sowie den Tänzen Polka, Walzer, Zwiefacher oder Boarischer, leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Pflege des Brauchtums. Bei der Siegerehrung durch Karin Mathy, Vorsitzende der Wandergesellschaft, und Bürgermeister Walter Blank kam auf, welcher lokale Verein die meisten Wanderer stellte. In den letzten Jahren entwickelte sich hier ein Dreikampf zwischen Feuerwehr, Verein Radsport und DJK. Diesmal hatte erneut die Feuerwehr mit 56 Aktiven die Nase vorn. Zweiter wurde der Verein Radsport, dritter überraschend die Pfadfinder. Von 22 auf 40 verdoppelten sie fast ihre Teilnehmerzahl zu 2013. Insgesamt nahmen 21 Vereine teil. Die kamen nicht nur aus Münster: Für die Dieburger Naturfreunde war das Volkswandern erneut ein Pflichttermin, genauso wie für die Kegler des TV Dreieichenhain, die den Kreis Offenbach vertraten. Die besten Teilnehmerzahlen verbuchten: Feuerwehr (56), Verein Radsport (45), Pfadfinder (40), DJK (39), AGV (18), DRK (18), Schützenverein 2011 DA-DI (15), Schützenverein Waidmannsheil (12), TV (12), VfL (11), MGV (8).

Quelle: op-online.de

Mehr zum Thema

Kommentare